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Infrastruktur für Krankenhäuser Patientenportal: So wird es zum Versorgungsportal

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Alexander Alscher 4 min Lesedauer

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Leistungsgruppen, Fachkräftemangel und Kostendruck: Wie ein Patientenportal zum digitalen Versorgungsportal wird, das die strategische Infrastruktur für Krankenhäuser im Rahmen der neuen KHVVG/KHAG-Logik unterstützt.

(Bild:  © Sansert/stock.adobe.com)
(Bild: © Sansert/stock.adobe.com)

Darum Geht'S

Das Patientenportal ist die organisatorische Grundlage, auf der Krankenhäuser ihre Patientenaufnahme wirtschaftlich steuern können – und das sich mit Leistungsgruppen verknüpft zu einem Versorgungsportal aufwerten lässt.

74 Prozent der Kliniken sind wirtschaftlich in der Krise: Digitale Prozesse alleine reichen nicht, sondern es erforert eine organisatorische Transformationsstrategie.

Die Weiterentwicklung des Patientenportals führt von einer KI-basierten Automatisierung über mobile und integrierte Lösungen bis zur vollständig sektorenübergreifenden Versorgungssteuerung.

74 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als unbefriedigend – das zeigt das Krankenhaus-Konjunkturbarometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Juni 2026. Noch bevor die Anpassung der Vergütungsstrukturen im Rahmen der Krankenhausreform wirksam werden, stehen drei von vier Krankenhäusern unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Ein Ausweg liegt darin, das Patientenportal zu einem Versorungsportal weiterzuentwickeln.

Mit der Umstellung von Fallpauschalen auf die neuen 61 definierten Leistungsgruppen, Vorhaltepauschalen und dem Krankenhaus-Transformationsfonds steuert die deutsche Krankenhauslandschaft auf einen tiefgreifenden Strukturwandel zu. Die reine Digitalisierung des KHZG reicht dabei nicht aus, sondern es braucht eine organisatorische Anpassung und Transformation der Wertschöpfungsprozesse im Krankenhaus.

Patientenportal zu einer Versorgungsplattform entwickeln

Mitten in dieser Reformdynamik liegt eine Ressource, die derzeit noch zu wenig als strategisches Instrument begriffen wird: das Patientenportal. Mit fortschreitendem Rollout und Integration in die Klinik-IT lässt sich das Patientenportal vom reinen Aufnahme-, Behandlungs- und Entlassmanagement zu einer Versorgungsplattform weiterentwickeln, mit der Krankenhäuser ihre Patientenströme proaktiv steuern können. Hierbei geht es nicht nur um eine Reaktion auf den Fachkräftemangel und den Inflations-getriebenen Kostendruck, sondern im Kern um die Wettbewerbsfähigkeit und  den Existenzdruck in der politisch forcierten Konsolidierung im Krankenhausmarkt.

Was Leistungsgruppen mit digitaler Steuerung verbindet

Die Krankenhausreform verändert die Erlöslogik fundamental. Wer künftig eine Leistungsgruppe – etwa Kardiologie, Geburten oder Endoprothetik – anbieten will, muss definierte Mindestvoraussetzungen erfüllen: Qualifikation und Mindestanzahl des ärztlichen Personals, Geräteausstattung, strukturelle Voraussetzungen, nachgewiesene Kooperationen. Leistungen außerhalb des zugewiesenen Portfolios verlieren ihre Finanzierungsgrundlage.

Das bedeutet: Das Versorgungsportfolio eines Krankenhauses wird genehmigungsbasiert. Und genau hier beginnt die strategische Bedeutung des Patientenportals. Denn ein Portal, das Terminbuchungen und Einweisungen steuert, steuert faktisch auch den Patientenstrom in die jeweilige Leistungsgruppe. Ein Haus, das seine genehmigten Leistungsgruppen nicht aktiv befüllt, verliert auf beiden Seiten: wirtschaftlich und regulatorisch. Ein digitales Patientenportal kann genau das verhindern. Es kann Anfragen in Echtzeit mit dem eigenen Leistungsportfolio abgleichen, Patienten bei Bedarf an geeignete Einrichtungen weiterleiten und auch entgegennehmen sowie Einweisende auf Basis der genehmigten Leistungsgruppen direkt mit den richtigen Abteilungen verbinden.

Das Versorgungsportfolio eines Krankenhauses wird genehmigungsbasiert. Genau hier beginnt die strategische Bedeutung des Patientenportals. Denn ein solches Portal steuert faktisch auch den Patientenstrom in die jeweilige Leistungsgruppe.

Prof. Dr. Alexander Alscher

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