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Identity & Access Management: Identität ist 2026 das neue Schlachtfeld

Ein Gastbeitrag von Matt Berzinski 4 min Lesedauer

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Mithilfe von Identity & Access Management werden Identitäten bei zahlreichen Prozessen geprüft, wie beim Onboarding oder bei Transaktionen. Zu oft gelten diese Prüfungen als isolierte Einzelschritte. Da Angreifer generative KI nutzen, um Schwachstellen auszunutzen, genügt es nicht mehr zu wissen, worauf ein Konto zugreifen darf.

(Bild:  ©220 AI Studio/stock.adobe.com – generiert mit KI)
(Bild: ©220 AI Studio/stock.adobe.com – generiert mit KI)

Die IT-Architektur in Unternehmen haben sich gewandelt: Autonome KI-Agenten, Coding-Assistenten und automatisierte Desktop-Werkzeuge steuern heute Arbeitsabläufe, schreiben Code und konfigurieren die IT-Infrastruktur. Damit ist die Identität zur zentralen Kontrollebene geworden. Modernes, KI-gestütztes Identity & Access Management (IAM) muss dieser doppelten Realität gerecht werden: Es bewertet das Laufzeitrisiko im Zugriffspfad dynamisch und stellt zugleich eine AI-first, headless administrierbare Ebene bereit, über die menschliche Entwickler wie autonome Agenten die Sicherheitsinfrastruktur in Maschinengeschwindigkeit konfigurieren, prüfen und anpassen.

Mit Identity & Access Management Komfort und Sicherheit gewährleisten

Jahrelang galt, dass mehr Sicherheit mehr Reibung bedeutet. Diese Logik ist überholt. Der Grundpfeiler einer wirksamen Verteidigung mit Identity & Access Management ist eine risikobasierte Authentifizierung, die jede Sitzung in Echtzeit bewertet und aufdringliche Prüfungen den risikoreichen Auffälligkeiten vorbehält. Für die große Mehrheit legitimer Nutzer erfolgt die Bestätigung nahtlos im Hintergrund, sodass Sicherheitsteams ihre Aufmerksamkeit dorthin lenken, wo das Risiko tatsächlich liegt.

Angetrieben wird diese unsichtbare Ebene von passiven, die Privatsphäre schonenden Signalen. Verhaltensbiometrie erfasst Muster wie Tipprhythmus und Wischdynamik, Gerätetelemetrie liefert einen anonymisierten Fingerabdruck der Konfiguration, und Geo-Velocity-Prüfungen erkennen physisch unmögliche Ortswechsel. Diese Eingaben speisen eine KI-gestützte Risiko-Engine: Vertrauenswürdige Sitzungen laufen ungehindert durch, grenzwertige lösen eine zusätzliche Prüfung aus, klare Bedrohungen werden sofort blockiert. Reibung ist nicht länger die Grundeinstellung, sondern eine gezielte Reaktion, die Nutzerbindung und Konversionsraten schützt.

Der Grundpfeiler einer wirksamen Verteidigung ist eine risikobasierte Authentifizierung, die jede Sitzung in Echtzeit bewertet und aufdringliche Prüfungen den risikoreichen Auffälligkeiten vorbehält.

Matt Berzinski

Identity & Access Management: Passwörter allein genügen nicht mehr

Statische Zugangsdaten sind von Natur aus kompromittiert, leicht per Phishing abzugreifen und über automatisierte Angriffswege wiederzuverwenden. Moderne Authentifizierung verzichtet vollständig auf geteilte Geheimnisse und bindet den Zugriff an ein vertrauenswürdiges Gerät und kryptografische Biometrie (etwa FIDO2 oder Passkeys).

Für europäische Unternehmen ist entscheidend: Fortgeschrittene Identity & Access Management-Architekturen vereinen robuste Sicherheit mit strenger DSGVO-Konformität. Indem sie auf zentrale biometrische Datenspeicher verzichten und auf dezentrale Verifizierung setzen, etwa über Zero-Knowledge-Proofs und nutzerkontrollierte digitale Identitäts-Wallets, eliminieren sie das Risiko eines „Honeypots" und geben Nutzern die souveräne Kontrolle über ihre Daten.

Deepfakes verlangen den Nachweis eines echten Menschen

Die größte Verschiebung 2026 ist die Demokratisierung synthetischer Identitäten. Früher genügten die Authentifizierung des Kontos und dessen Berechtigungen als Mittel der Sicherheit. In der Welt der Deepfakes lässt sich nicht mehr darauf vertrauen, dass ein Konto tatsächlich vom rechtmäßigen Inhaber kontrolliert wird. Nun muss die Identitätsprüfung feststellen, ob der tatsächliche Mensch anwesend ist. Einmal etabliert, lässt sie sich jedes Mal wiederverwenden, wenn eine vollständige Authentifizierung nötig ist, und bestätigt, dass dieser Mensch berechtigt ist, in genau diesem Moment diese Aktion auszuführen.

Fortgeschrittene Identitätsprüfung kombiniert heute mehrschichtige passive Liveness Detection, Abwehr von Injection-Angriffen und einen Echtzeitabgleich mit offiziellen Registern. Die Prüfergebnisse werden zu wiederverwendbaren, kryptografisch signierten Identitätssignalen. So bleibt die reibungsintensive erneute Prüfung risikoreichen Aktionen vorbehalten, was Sicherheit und Effizienz zugleich wahrt.

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Von der einmaligen Prüfung zum kontinuierlichen Vertrauen

Der wichtigste Wandel betrifft den Zeitpunkt der Prüfung. Identität ist kein einmaliges Ereignis, sondern eine fortlaufende Kette. Eine Verifizierung bei der Registrierung genügt nicht, wenn danach niemand mehr sicherstellt, dass dieselbe Person das Konto bedient. Genau diese Lücke nutzen Kontoübernahmen und gekaperte Sitzungen. In einem Modell des kontinuierlichen Vertrauens wird die Identität an allen kritischen Türen erneut bestätigt, bei Anmeldung, Transaktion, Wiederherstellung und im Helpdesk-Kontakt, statt nach einer einzigen Prüfung als gegeben angenommen zu werden. Verhält sich eine vertrauenswürdige Sitzung plötzlich auffällig, erhöht eine Identity & Access Management-Lösung die Anforderungen in Echtzeit oder unterbricht den Zugriff.

Identity & Access Management als durchgängige Kontrollebene

Sicherheit wird nicht mehr durch einen statischen Netzwerkperimeter definiert, sondern durch Identitätsentscheidungen in Echtzeit: Wer oder was handelt gerade, ist der Kontext vertrauenswürdig, und ist diese Aktion autorisiert? Indem Organisationen kontinuierliche Bedrohungsabwehr mit einer AI-first, headless administrierbaren Kontrollebene vereinen, verwandeln sie beim Identity & Access Management von einer statischen Sicherheitslast in einen agilen operativen Wegbereiter. 2026 ist Identität das Schlachtfeld. Unternehmen, die sie als kontinuierliche, intelligente und vollständig programmierbare Kontroll-Engine begreifen, gewinnen zugleich das Vertrauen ihrer Nutzer und die volle Kontrolle über ihre digitale Infrastruktur.

Identity & Access ManagementMatt Berzinski
ist Field Chief Technology Officer, EMEA bei Ping Identity.

Bildquelle: Ping Identity