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Infrastruktur für Krankenhäuser

Patientenportal: So wird es zum Versorgungsportal

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Vom Patientenportal zum Versorgungsportal in sechs Stufen

Das Patientenportal entwickelt sich in vier strategische Bereiche.(Bild:  samedi GmbH)
Das Patientenportal entwickelt sich in vier strategische Bereiche.
(Bild: samedi GmbH)

Das Patientenportal, wie es im Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) definiert wurde, ist ein erster und erfolgreicher Schritt zur digitalen Transformation im Krankenhaus. Das zeigt sich auch im Digitalradar Krankenhaus: Der Digitalisierungsgrad deutscher Krankenhäuser ist in den letzten fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen - von durchschnittlich 33,3 Punkten in 2021 auf 55 Punkte in der aktuellen Erhebung 2026. Dabei handelt es sich um einen iterativen Prozess: Wer heute mit digitalen Terminen, Formularen und Dokumenten startet, legt die Datenbasis für morgen. Wer morgen Behandlungspfade integriert, schafft die Grundlage für sektorenübergreifende Koordination. Die digitale Transformation lässt sich in sechs Stufen erreichen:

  • Terminfindung & digitale Patientenansprache: Online-Buchung, automatisierte Erinnerungen, Leistungsgruppen-gesteuertes Routing von Anfragen. 
  • KI-gestützte Patientenführung & Pfade: Automatisierte Triage, prädiktives Kapazitätsmanagement, individualisierte Versorgungspfade auf Basis strukturierter Daten.
  • Aufnahmemanagement & digitaler Empfang: Digitale Voranmeldung, strukturierte Anamnese, Entlastung des Empfangspersonals vor dem ersten Patientenkontakt.
  • Telemedizin & KI-gestütztes Behandlungsmanagement: Digitale Konsultationen, automatisierte Dokumentation, KI-Unterstützung und Validierung. 
  • Nachsorge & Hospital-at-Home: Fernmonitoring, automatisierte Follow-up-Kommunikation, digitale Versorgungsassistenzen – das Portal endet nicht mit der Entlassung, sondern automatisiert die Patientenbetreuung zu Hause.
  • Sektorenübergreifende Versorgung: Schnittstellen zu Niedergelassenen, MVZ, KVen, Reha-Einrichtungen und Pflegediensten – das Versorgungsportal als gemeinsame Infrastruktur.

Um diese Schritte zu ermöglichen, entwickelt sich das Patientenportal in vier strategische Richtungen: Automatisierung, Telemedizin, Patienten-Pfade und Schnittstellen.

Ambulantisierung: Das Patientenportal als Versorgungsbrücke

Die Ambulantisierung stationärer Leistungen ist Teil der Reformrealität. Immer mehr Eingriffe, die bisher stationär erbracht wurden, werden künftig ambulant oder tagesstationär durchgeführt. Das entlastet Bettenkapazitäten, senkt Kosten und entspricht dem medizinischen Fortschritt. Doch die Ambulantisierung stellt neue Anforderungen an die Koordination: Wer übernimmt die Nachsorge? Wie wird der Übergang in die Häuslichkeit organisiert? Wann und wo stellen Patienten sich wieder vor? 

Diese Fragen sind ohne die Verzahnung von organisatorischen Verantwortlichkeiten, digitalen Prozesse und KI-Unterstützung kaum effizient abbildbar. Das Portal wird zur Brücke zwischen stationärer Behandlung, ambulanter Nachsorge und kontinuierlichem Monitoring zu Hause. In den letzten 20 Jahren wurde viel über Case und Care Management gesprochen, nun bestehen die Möglichkeiten mittels eines konsequent weiterentwickelten Patientenportals, mit denen Krankenhäuser erstens die Sektoren-induzierte Versorgungslücke schließen können und zweitens deutlich effizienter und wirtschaftlicher werden.

Alexander Alscher samedi PatientenportalProf. Dr. Alexander Alscher
ist Gründer und Geschäftsführer der samedi GmbH, einem Software-Anbieter für Patientenportale und digitales Patientenmanagement. Seit 2015 lehrt und forscht Alexander Alscher als Professor an der BSP Business & Law School Berlin zu Themen der digitalen Vernetzung und Versorgungssteuerung im Gesundheitswesen.

Bildquelle: samedi GmbH

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