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Netzhaut und Sehnerv Augen-Check: Algorithmen revolutionieren die Ophthalmologie

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz ist in der Augenheilkunde auf dem Vormarsch. Algorithmen analysieren beim Augen-Check Bilder der Netzhaut und des Sehnervs – und optimieren Diagnostik und Behandlung.

(Bild:  cherryandbees / Adobe Stock)
(Bild: cherryandbees / Adobe Stock)

In Indien, wo es an Augenärzten mangelt, können sich Diabetes-Erkrankte zum Beispiel in Einkaufszentren auf Retinopathie untersuchen lassen, eine typische Folgeerkrankung der Netzhaut. In der Schweiz ist das in Optiker-Geschäften ebenfalls möglich. Nun bieten auch in Deutschland die ersten Optiker auf Basis eines Netzhautfotos, einer sogenannten Funduskopie, einen Augen-Check für diabetische Retinopathie an.

 In Deutschland sieht Prof. Nicole Eter, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Münster, hierfür derzeit zwar keinen großen Markt, denn „hier bekommen Diabetes-Erkrankte noch Termine bei ihren Augenärzten.“ Doch der neue Service zeigt, wohin die Reise geht – Künstliche Intelligenz erobert auch die Augenheilkunde. 

Augen-Check: Großes Potenzial für KI

Viel Potenzial sieht die Expertin der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zum Beispiel in Apps, die Augenärzte bei Medizingeräte-Herstellern kostenpflichtig herunterladen können, um damit komplexe Bildgebung analysieren zu lassen. „KI ergibt überall dort Sinn, wo es um Imgaging geht“, betont Eter. „Ich könnte mir vorstellen, dass KI bald regelhaft bei der Interpretation von Netzhaut- und Sehnervbildgebung unterstützt, also bei der Auswertung von optischer Kohärenztomografie und Fluoreszenz-Angiografie.“

Ich könnte mir vorstellen, dass KI bald regelhaft bei der Interpretation von Netzhaut- und Sehnervbildgebung unterstützt, also bei der Auswertung von optischer Kohärenztomografie und Fluoreszenz-Angiografie.

Prof. Nicole Eter, Universitätsklinikum Münster

Damit hilft Künstliche Intelligenz, häufige Erkrankungen wie altersabhängige Makuladegeneration (AMD), grünen Star und diabetesbedingte Retinopathie zu diagnostizieren und zu beurteilen – und am Ende auch, Therapieentscheidungen zu treffen. „Beim Grünen Star etwa kann KI auf Bildern die Nervenfaserschichtdicke und damit den individuellen Krankheitsverlauf sehr genau bestimmen“, erklärt Eter. So erfahre man frühzeitig, dass der Augeninnendruck nicht gut eingestellt sei, um in der Konsequenz die Tropfentherapie zu verstärken, eine Laserbehandlung oder eine Operation einzuleiten. Auch bei der AMD ermöglicht KI, über die Analyse der Bilddaten Behandlungsabstände zu optimieren.

Die Beispiele belegen, wie umfassend die Unterstützung der Künstlichen Intelligenz bei einem Augen-Check sein kann. Allerdings bestehen hierzulande noch massive Hindernisse bei der Anwendung vieler KI-Apps. „Wir dürfen Patientendaten nicht in eine Cloud hochladen“, so Eter. Die Augenärztin hofft, dass sich das Problem bald umgehen lässt – etwa, indem man Applikationen lokal herunterlädt. Jedenfalls seien Lösungen rasch erforderlich. „KI revolutioniert gerade die Art und Weise, wie Augenkrankheiten diagnostiziert und behandelt werden“, betont Eter. „Da sollte Deutschland nicht außen vor bleiben.“

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