Die CIO-Agenda wird laut einer neuen Studie von Lünendonk von den Themen Cybersecurity, IT-Modernisierung, Digital Enablement sowie Data & AI bestimmt. Außerdem durchdringt künstliche Intelligenz alle IT-Bereiche. Daher prüfen Unternehmen ihre IT-Investitionen kritischer.
CIOs stehen aktuell vor der Herausforderung, knappe Budgets, veränderte Anforderungen aus den Fachbereichen, neue Technologien und bestehende IT-Landschaften miteinander in Einklang zu bringen. Künstliche Intelligenz und KI-Agenten eröffnen dabei neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter und neu zu gestalten und innovative Anwendungen zu entwickeln. Zu den wichtigsten Investitionsschwerpunkten für 2026 und 2027 zählen Cybersecurity, IT-Modernisierung, digitale Souveränität und die Befähigung der Mitarbeiter im Umgang mit neuen Technologien. Trotz der angespannten Konjunkturlage erhöhen 55 Prozent der Unternehmen ihr IT-Budget. Das sind Ergebnisse der neuen Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ von Lünendonk.
Cybersecurity und IT-Modernisierung bestimmen IT-Investitionen
Die wichtigsten Ergebnisse der Lünendonk-Studie zum Markt für IT-Dienstleistungen.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)
Der Blick auf die IT-Investitionsagenda zeigt eine Vielzahl an Aufgaben: Cybersecurity steht an erster Stelle und 92 Prozent der befragten Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren verstärkt in diesen Bereich investieren. Treiber sind neben steigenden regulatorischen Anforderungen vor allem neue KI-basierte Angriffsmethoden. 74 Prozent der CIOs forcieren die IT-Modernisierung, da historisch gewachsene IT-Systeme künftige Anforderungen nicht mehr ausreichend erfüllen. Es folgen Trainings und Weiterbildungen zu digitalen Technologien mit 70 Prozent sowie digitale Souveränität und Systemintegration mit jeweils 69 Prozent. Dahinter rangieren Data & Analytics mit 66 Prozent als Grundlage für künstliche Intelligenz mit 64 Prozent.
IT-Modernisierung: KI wird zum wichtigsten Baustein
Die KI-Transformation erweitert die klassische IT-Agenda und verändert sämtliche IT-Bereiche: 83 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen sehen ein großes Potenzial von KI in der Softwareentwicklung, 80 Prozent in der Cybersecurity. Auch im IT-Support sind die Erwartungen hoch: Sieben von zehn Unternehmen wollen KI unter anderem für die automatisierte Bearbeitung von Tickets einsetzen und so Prozesse effizienter gestalten. Bei der IT-Modernisierung sind es immerhin 52 Prozent.
Mario Zillmann ist Senior Partner bei Lünendonk.
(Bild: Lünendonk)
Mario Zillmann, Studienautor und Senior Partner bei Lünendonk, kommentiert die Studienergebnisse: „KI wird in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT und übernimmt abhängig von Betriebsrelevanz und Komplexität der Prozesse zunehmend autonome Aufgaben. Aktuell sind Unternehmen vor allem beschäftigt, ihre Pilotprojekte in den Produktivbetrieb zu überführen und zu skalieren – bei gleichzeitig steigenden Token-Kosten. KI-Investitionen werden daher stärker auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und enger gesteuert.“
KI wird in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT und übernimmt zunehmend autonome Aufgaben.
Mario Zillmann, Lünendonk
IT-Budgets treffen auf höhere Lizenz- und Token-Kosten
Die wichtigsten Technologietrends für CIOs.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)
55 Prozent der Unternehmen erhöhen 2026 ihr IT-Budget, 16 Prozent sogar um mehr als 10 Prozent. Dennoch bleibt der finanzielle Spielraum deutlich begrenzter als noch vor zwei Jahren. Programme zur Kosteneinsparung und die anhaltend schwierige Wirtschaftslage dämpfen weiterhin die Investitionsbereitschaft. Steigende Lizenz- und Token-Kosten sowie verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle werden für Unternehmen zunehmend zum Kostenfaktor. „Um das Maximum aus den zur Verfügung stehenden Mitteln herauszuholen, werden CIOs ihre Anstrengungen verstärken, mehr Wirkung aus dem zur Verfügung stehenden Budget zu erzielen. KI wird dabei eine zentrale Rolle spielen“, erklärt Tobias Ganowski, Co-Autor und Senior Consultant bei Lünendonk.
Zur Methodik der Studie: Für die Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland 2026“ von Lünendonk – mit Sonderkapiteln zum IT-Mittelstand und zu den führenden internen IT-Dienstleistern – wurden über 100 IT-Dienstleister und über 200 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Die Studie wurde in fachlicher Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Arvato Systems, BWI, conet, Datagroup, Ewerk, OEDIV und q.beyond realisiert. Lünendonk & Hossenfelder mit Sitz in Mindelheim (Bayern) analysiert seit dem Jahr 1983 die europäischen Business-to-Business-Dienstleistungsmärkte. Im Fokus der Marktforscher stehen die Branchen Digital & IT, Business Consulting, Audit & Tax, Real Estate Services, Personaldienstleistung (Zeitarbeit, IT-Workforce) und Weiterbildung. Zum Portfolio zählen Studien, Publikationen, Benchmarks und Beratung über Trends, Pricing, Positionierung oder Vergabeverfahren.
Stand: 16.12.2025
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