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IT-Modernisierung Cloud-Migration: Wie der Lift and Shift-Ansatz KI ausbremst

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Immer mehr deutsche Unternehmen führen für ihre Anwendungen eine Cloud-Migration durch. Bleibt der Code aber unverändert, bleiben auch technische Altlasten bestehen. Außerdem kann KI ihre Wirkung nicht entfalten oder skalieren.

(Bild:  © mahat/stock.adobe.com – generiert mit KI)
(Bild: © mahat/stock.adobe.com – generiert mit KI)

Unternehmen wollen künstliche Intelligenz zunehmend in ihre Abläufe integrieren. Dafür muss KI auf Daten und Anwendungen zugreifen können. In vielen deutschen Unternehmen verhindern veraltete Kernsysteme genau das. Laut der aktuellen Studie „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI“ von der Lünendonk betrachten 62 Prozent der Unternehmen Teile ihrer geschäftskritischen Anwendungen als veraltet und erneuerungsbedürftig. Doch 91 Prozent wollen bis 2028 mindestens für 40 Prozent ihrer Anwendungen eine Cloud-Migration durchführen.

Der Technologieberatungberatung Slalom Germany zufolge ist die Cloud-Migration ein wichtiger Schritt, doch ohne Modernisierung bleibt sie bloß ein halber Schritt. „Die Cloud ist kein Ziel, sondern das Fundament für skalierbares Wachstum. Wer Anwendungen nur verschiebt, bringt alten Code, starre Schnittstellen und technische Schulden auf neue Plattformen. Das funktioniert so lange, bis Unternehmen KI einführen wollen. Ohne Modernisierung sind die Anwendungen oft eine Sackgasse für KI“, erklärt Dr. Stephan Theis, Managing Director Go-to-Market bei Slalom Germany.

Legacy-Anwendungen: Das Erbe vergangener Jahrzehnte

Viele Unternehmen haben über Jahrzehnte Anwendungen für spezifische Aufgaben entwickelt, erweitert und miteinander verbunden. Heute kosten diese historisch gewachsenen Systeme im Betrieb viel Zeit und Geld. Sicherheitslücken bleiben länger offen und es mangelt an Fachkräften, die ältere Programmiersprachen und individuelle Architekturen beherrschen.

Laut der Studie von Lünendonk planten 83 Prozent der befragten Unternehmen, ihre Budgets für die IT-Modernisierung im Jahr 2026 zu erhöhen. Stephan Theis erklärt dazu: „Die Investitionsbereitschaft zeigt, dass gewachsene IT-Systeme kein Nischenthema sind. Unternehmen bezahlen ihr Alter jeden Tag mit hohen Betriebskosten, Sicherheitsrisiken und langen Entwicklungszeiten.“

Cloud-Migration: Modernisierung als Enabler für KI

Dr. Stephan Theis ist Managing Director Go-to-Market bei Slalom Germany.(Bild:  Slalom Germany)
Dr. Stephan Theis ist Managing Director Go-to-Market bei Slalom Germany.
(Bild: Slalom Germany)

Insbesondere Unternehmen, die KI in ihre Abläufe integrieren wollen, brauchen offene Schnittstellen, nutzbare Datenstrukturen und Systeme, die sich verbinden lassen. Legacy-Anwendungen erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel nicht. Infolgedessen erreicht KI weder die Anwendungen noch die darin gespeicherten Daten. „Applikationsmodernisierung schafft die Grundlage für wirksame KI. Fehlen Datenzugang und Schnittstellen, bleibt KI ein isoliertes Werkzeug. Moderne Anwendungen verbinden KI mit den Abläufen des Unternehmens. Erst dann kann sie im gesamten Unternehmen wirken, Aufgaben übernehmen und Ergebnisse verbessern“, betont Stephan Theis.

Unternehmen, die Anwendungen während ihrer Cloud-Migration modernisieren, vermeiden doppelten Aufwand und schaffen die technische Grundlage für KI. Ein weiterer Vorteil: Moderne Systeme sind ein entscheidender Faktor, um IT-Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Theis: „Auch Entwickler wollen heute lieber gestalten, als den Großteil ihrer Zeit damit zu verbringen, veraltete Systeme am Laufen zu halten. Moderne Anwendungen schaffen Raum für neue Produkte und attraktivere Aufgaben.“

Applikationsmodernisierung schafft die Grundlage für wirksame KI. Fehlen Datenzugang und Schnittstellen, bleibt künstliche Intelligenz ein isoliertes Werkzeug.

Dr. Stephan Theis, Slalom Germany

Cloud-Migration: Prozesse anpassen und Organisation befähigen

Die App-Modernisierung gelingt nicht über Nacht. Gewachsene Systeme sind eng mit Abläufen und anderen Anwendungen verbunden. Unternehmen sollten deshalb schrittweise vorgehen und dort beginnen, wo veraltete Systeme die größten Kosten verursachen, die meisten Risiken bergen oder das Wachstum am stärksten bremsen.

Dabei muss klar sein: Die Modernisierung verändert mehr als Technologie. Teams müssen Arbeitsweisen, Führungskräfte Verantwortlichkeiten und Prozesse anpassen. Zudem schaffen Change-Management und Qualifizierung von Beginn an Akzeptanz, und sorgen dafür, dass neue Systeme im Alltag genutzt werden.

„Unserer Erfahrung nach scheitern Unternehmen selten an der Technologie. Modernisierung wirkt dann, wenn Mitarbeitende, Prozesse und Systeme gemeinsam und gleichzeitig verändert werden. So wird aus der Migration eine umfassende Transformation, die sich auf die Arbeitsweise und letztlich auch auf das Geschäft auswirkt“, lautet das Fazit von Stephan Theis.

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