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Zunahme der Cyberbedrohungen Cyber-Risiken: KI-Boom treibt diese drastisch nach oben

Von Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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Die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz bringt nicht nur Fortschritt, sondern erweist sich auch als Brandbeschleuniger für Cyber-Risiken. Angreifer nutzen KI zunehmend, um Sicherheitslücken in Rekordzeit aufzuspüren. Ein neuer Report von Forescout zeigt einen starken Anstieg bei neu entdeckten Schwachstellen.

(Bild:  © ali/stock.adobe.com – generiert mit KI)
(Bild: © ali/stock.adobe.com – generiert mit KI)

Darum geht’s

Explosiver Anstieg: Laut dem neuen Threat Review Report 2026H1 von Forescout ist die Zahl der neu entdeckten Schwachstellen im Vergleich zum Vorjahr um 51 Prozent auf über 37.000 nach oben geschnellt. Mehr als die Hälfte davon ist hoch oder kritisch.

Ransomware-Angriffswelle: Die Angriffe stiegen um 25 Prozent (durchschnittlich 25 Attacken pro Tag), koordiniert von über 100 aktiven Hacker-Gruppen.

Blinde Flecken im Visier: Neben klassischer IT geraten spezialisierte, oft unzureichend geschützte Geräte (IoT, OT in der Industrie und IoMT in der Medizin) sowie Software-Lieferketten immer stärker ins Fadenkreuz.

Geopolitische Treiber: Akteure aus China, Russland und dem Iran machen fast ein Drittel der aktiven Gruppen für Cyberkriminalität aus.

Forescout Technologies hat jetzt mit dem neuen „Threat Review Report 2026H1“ eine detaillierte Analyse der aktuellen Cyber-Risiken veröffentlicht. Forescout Research – Vedere Labs, das Bedrohungsforschungsteam von Forescout, analysierte für die Studie mehr als 37.000 neu veröffentlichte Schwachstellen, 1.033 beobachtete Bedrohungsakteure sowie Tausende von Cyberangriffen, die von Januar bis Juni 2026 registriert wurden. Ergänzt wurde die Analyse durch Erkenntnisse aus Drittquellen, um einen umfassenden Überblick über die globale Bedrohungslandschaft und damit verbundenen Cyber-Risiken zu liefern.

Der Bericht zeigt, dass rasante Fortschritte im Bereich künstliche Intelligenz und das Aufkommen von Frontier-KI-Modellen in Verbindung mit zunehmenden geopolitischen Spannungen die weltweite Bedrohungslage neu gestalten und den Druck auf Sicherheitsteams erhöhen, die bereits mit der Priorisierung von Risiken zu kämpfen haben. Die Zahl veröffentlichter Schwachstellen stieg im Jahresvergleich um 51 Prozent auf 37.137, die Anzahl der gemeldeten Ransomware-Angriffe erhöhte sich um 25 Prozent auf 4.544 Vorfälle, und weltweit waren in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 103 Ransomware-Gruppen aktiv.

Cyber-Risiken: Überblick über die wichtigsten Ergebnisse des Berichts

Die Zahl veröffentlichter Schwachstellen stieg im Jahresvergleich um 51 Prozent auf 37.137, wobei mehr als die Hälfte als hoch oder kritisch eingestuft wurde. 46 Prozent der neu in den Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog der CISA aufgenommenen Einträge waren CVEs, die bereits vor 2026 veröffentlicht wurden – ein Hinweis darauf, dass ältere Schwachstellen weiterhin ein aktives Risiko darstellen.

Die Anzahl der gemeldeten Ransomware-Angriffe stieg um 25 Prozent auf 4.544 Vorfälle, was durchschnittlich 25 Angriffen pro Tag entspricht. Die Anzahl aktiver Ransomware-Gruppen nahm um 16 Prozent auf 103 zu. Bedrohungsakteure mit Verbindungen zu China, Russland und dem Iran machten zusammen 32 Prozent der Akteure mit bedeutenden Aktivitätsupdates im ersten Halbjahr 2026 aus.

Vedere Labs verfolgte mehr als 5.700 Hacktivisten-Angriffsmeldungen über 98 Telegram-Kanäle, die sich vor allem gegen Israel, die USA, die Ukraine, Indonesien und den Iran richteten. Der Bericht beleuchtet zudem zunehmend raffinierte Angriffe auf Software-Lieferketten, den wachsenden Missbrauch von KI sowie die fortgesetzte Ausnutzung von Netzwerk-Infrastrukturen, Operational Technology (OT), Internet of Things (IoT) und Internet of Medical Things (IoMT).

Zunahme der Cyber-Risiken durch KI-Einsatz der Angreifer

Daniel dos Santos, VP of Research bei Forescout Technologies, kommentiert die Ergebnisse des Reports: „KI erhöht die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Cyberangriffen dramatisch. Bei der Analyse von Angriffsmustern und Aktivitäten von Bedrohungsakteuren sehen wir, dass KI ihnen dabei hilft, Schwachstellen schneller zu identifizieren und auszunutzen, als Sicherheitsteams diese realistisch beheben können. Gleichzeitig führen geopolitische Konflikte zu Wellen opportunistischer und staatlich unterstützter Cyberaktivitäten, wodurch insbesondere Organisationen in kritischen Infrastrukturen zunehmend gefährdet sind.

Im ersten Halbjahr 2026 waren die Branchen, die von den meisten beobachteten Bedrohungsakteuren ins Visier genommen wurden, Behörden und Verwaltung, Technologie, Finanzdienstleistungen, Bildung und Gesundheitswesen. Unternehmen müssen verstehen, welche Systeme mit ihren Netzwerken verbunden sind, die risikoreichsten Assets identifizieren und Bedrohungen eindämmen, bevor Angreifer sich lateral in kritische Systeme ausbreiten können.“

Bei der Analyse von Angriffsmustern und Aktivitäten von Bedrohungsakteuren sehen wir, dass KI ihnen dabei hilft, Schwachstellen schneller zu identifizieren und auszunutzen, als Sicherheitsteams diese realistisch beheben können.

Daniel dos Santos, Forescout

KI- und Lieferkettenangriffe verändern die Bedrohungslandschaft

Zu den bedeutendsten Trends des Berichts zählen der wachsende Einfluss KI-gestützter Angriffe, Kompromittierungen von Software-Lieferketten und Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Die Forschenden von Vedere Labs beobachteten, wie Bedrohungsakteure KI missbrauchen, um Angriffe und Kampagnen zu beschleunigen. Darüber hinaus richteten Angreifer ihre Aktivitäten weiterhin auf vernetzte Geräte wie speicherprogrammierbare Steuerungen (PLCs), Human-Machine Interfaces (HMIs), automatische Tankmesssysteme (ATGs), medizinische Geräte, Router, Firewalls und andere spezialisierte Systeme, die häufig weniger Sicherheitsüberwachung erhalten als klassische IT-Assets.

Cyber-Risiken: Operationen aus dem Iran entwickeln weiter

Ein weiteres zentrales Ergebnis des Threat Reports 2026H1 ist die Weiterentwicklung des iranischen Ökosystems der Cyberbedrohungen. Die Forschenden beschreiben, wie staatlich unterstützte Akteure, Hacktivisten-Gruppen und cyberkriminelle Organisationen traditionelle Grenzen der Zuschreibung zunehmend verschwimmen lassen, wodurch die Cyber-Risiken weiter zunehmen. Der Bericht untersucht die Akteure, Fähigkeiten und Infrastrukturen hinter iranischen Cyberoperationen, darunter Spionagekampagnen, Einflussoperationen, Ransomware-Aktivitäten sowie Angriffe auf Operational Technology und kritische Infrastrukturen.

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Cyber-Risiken: Sichtbarkeit und Segmentierung dienen der Verteidigung

Barry Mainz ist CEO von Forescout Technologies.(Bild:  Forescout Technologies)
Barry Mainz ist CEO von Forescout Technologies.
(Bild: Forescout Technologies)

Barry Mainz, CEO von Forescout Technologies, erläutert: „Da die Angriffsflächen weiter wachsen, können sich Sicherheitsteams nicht mehr ausschließlich auf traditionelle Endgeräte konzentrieren. Viele Unternehmen haben noch immer erhebliche blinde Flecken bei nicht verwalteten Assets sowie IoT-, OT- und IoMT-Geräten. Bedrohungsakteure kennen diese Schwachstellen und nutzen sie zunehmend aus. Sicherheitsverantwortliche sollten daher diese Geräte identifizieren und bewerten sowie Segmentierung und automatisierte Kontrollen einsetzen, um laterale Bewegungen im Netzwerk einzudämmen, den potenziellen Schaden zu begrenzen und zu verhindern, dass sich eine einzelne Kompromittierung auf kritischere Systeme ausbreitet.“

Die Ergebnisse des Reports unterstreichen die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Angriffsfläche in komplexen Umgebungen zu reduzieren, indem sie kontinuierlich gefährdete Assets identifizieren, Risiken priorisieren, die Netzwerksegmentierung stärken und ihre Reaktionsfähigkeit beschleunigen, wenn Bedrohungen auftreten und Cyber-Risiken zunehmen. 

Forescout Research – Vedere Labs wird zudem am 5. August 2026 auf der Black Hat USA neue Forschungsergebnisse präsentieren. Die Präsentation zeigt, wie Schwachstellen in Zero-Touch-Provisioning miteinander kombiniert werden können, um groß angelegte Netzwerk- und Lieferketten-Kompromittierungen zu ermöglichen. 
Das Frontier AI Readiness Resource Center von Forescout gibt Empfehlungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Angriffen, die durch Frontier-KI-Modelle beschleunigt werden.