Laut einer neuen Umfrage von eco sehen 88 Prozent der IT-Sicherheitsexperten eine hohe Bedrohungslage durch Cyberangriffe. Ransomware und CEO Fraud sind weiter auf dem Vormarsch. Zugleich wird künstliche Intelligenz zum Schlüsselfaktor für Cyberresilienz.
Die Cyberangriffe werden raffinierter, die Abwehr intelligenter: Laut der aktuellen IT-Sicherheitsumfrage des eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. schätzen für das Jahr 2025 88 Prozent der befragten IT-Sicherheitsfachleute die Bedrohungslage als hoch oder sehr hoch ein. Gleichzeitig reagieren Unternehmen zunehmend strategisch: Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zum zentralen Werkzeug, um Angriffe frühzeitig zu erkennen und die eigene Widerstandskraft zu stärken.
Cyberangriffe: KI bringt Dynamik ins Spielfeld
Norbert Pohlmann ist Vorstand für IT-Sicherheit beim eco e.V.
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Professor Norbert Pohlmann, Vorstand für IT-Sicherheit bei eco – Verband der Internetwirtschaft e. V., erklärt: „KI ist ein entscheidender Hebel für mehr Cybersicherheit. Sie hilft, Bedrohungen in Echtzeit zu identifizieren und ermöglicht Unternehmen, auf einem neuen Level resilient zu agieren.“ Rund 40 Prozent der Unternehmen setzen KI bereits aktiv in der IT-Sicherheit ein – etwa zur automatisierten Anomalie-Erkennung, bei der Analyse von Logdaten oder zur Unterstützung von Incident-Response-Prozessen.
Gleichzeitig erwarten über 90 Prozent, dass für Cyberangriffe zunehmend auf KI zurückgegriffen wird – für täuschend echte Phishing-Mails, Deepfakes oder automatisierte Schwachstellenscans. Die Studie zeigt damit klar: KI verändert die Dynamik zwischen Angriff und Verteidigung und verändert so die Spielregeln der Cybersicherheit grundlegend. „KI ist für Unternehmen per se kein Risiko, sondern ein Werkzeug, sich deutlich besser schützen zu können. Entscheidend ist, dass wir sie richtig einsetzen – verantwortungsvoll, sicher und im Sinne der digitalen Souveränität Europas“, betont Pohlmann.
Künstliche Intelligenz ist ein entscheidender Hebel für mehr Cybersicherheit. Sie hilft, Bedrohungen in Echtzeit zu identifizieren.
Norbert Pohlmann, eco e.V.
Ransomware bleibt Spitzenreiter – CEO Fraud legt deutlich zu
Die Zahl schwerer Sicherheitsvorfälle steigt: Jedes sechste Unternehmen war im vergangenen Jahr von mindestens einem gravierenden Angriff betroffen. Ransomware bleibt die häufigste Form für Cyberangriffe, dicht gefolgt von CEO Fraud, der im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen hat. Besonders kritisch ist die Zunahme sogenannter Double-Extortion-Angriffe, bei denen Daten nicht nur verschlüsselt, sondern zusätzlich abfließen und zur Erpressung genutzt werden. Positiv: Kein befragtes Unternehmen gab an, Lösegeld gezahlt zu haben – ein Hinweis auf wachsende Professionalität im Umgang mit Vorfällen und klarere Prozesse für den Ernstfall.
Cyberangriffe: Prävention und Planung rücken in den Fokus
Die Absicherung der deutschen Unternehmen gegen Cyberangriffe 2021 bis 2025.
(Bild: eco e.V.)
Trotz wachsender Bedrohungslage zeigen sich Fortschritte in der Sicherheitskultur: 60 Prozent der Unternehmen verfügen über definierte Notfallpläne, ebenso viele führen regelmäßige Mitarbeiterschulungen durch. Fast die Hälfte plant, ihre Sicherheitsbudgets im kommenden Jahr zu erhöhen. Damit wird deutlich: Cybersicherheit ist in den Chefetagen angekommen. Und zwar als strategische Investition, nicht als Kostenfaktor.
Oliver Dehning, Security-Experte und Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit beim eco, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Unternehmen beim Thema Cyberresilienz aufholen. Aber sie müssen diesen Kurs konsequent fortsetzen. Nur wer Prävention, Sensibilisierung und KI-basierte Abwehrstrategien kombiniert, kann sich gegen die immer intelligenteren Cyberangriffe angemessen schützen.“
Digitale Souveränität durch Resilienz
Die Art der Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen.
(Bild: eco e.V.)
Die IT-Sicherheitsumfrage 2025 des eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. zeichnet ein ambivalentes Bild: Die Bedrohungen nehmen zu, doch zugleich wächst die Fähigkeit, ihnen zu begegnen. Unternehmen investieren gezielter, planen strukturierter und nutzen moderne Cyber-Sicherheitstechnologien, die vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik waren. KI, Prävention und Kooperation bilden das neue Dreieck moderner Cybersicherheit und damit die Grundlage für eine sichere, souveräne und innovationsfähige digitale Wirtschaft in Europa. Als Verband ist es eco daher ein Anliegen, diesen Trend nicht durch überbordende und komplexe KI-Regulierung zu schwächen, sondern vielmehr Unternehmen dazu zu befähigen, KI einzusetzen, um sich gegen die neuen Gefahren eben dieser Technologie zu wappnen.
Stand: 16.12.2025
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