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Einsatz von KI KI-Systeme: Composability schafft die Basis für mehr Transparenz

Ein Gastbeitrag von Rudy Kuhn 5 min Lesedauer

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Mit dem EU AI Act wird die Diskussion um künstliche Intelligenz konkreter. Nach Jahren voller Visionen und Leitlinien rückt nun eine pragmatischere Frage in den Mittelpunkt: Wie können Unternehmen KI-Systeme so einsetzen, dass Entscheidungen nachvollziehbar, kontrollierbar und regulatorisch belastbar bleiben?

(Bild:   © Antony Weerut/stock.adobe.com)
(Bild: © Antony Weerut/stock.adobe.com)

Darum geht’s

Der EU AI Act zwingt Unternehmen, ihre KI-Systeme transparent und nachvollziehbar zu gestalten.

Monolithische Systeme scheitern daran strukturell – nicht erst bei der Compliance, sondern bereits in der Architektur.

Modulare KI-Systeme bieten eine Lösung, ergänzt durch Process Intelligence als operativen Kontext.

Gerade in Europa steigt der Druck, mehr Transparenz über KI-Systeme herzustellen. Unternehmen müssen nachvollziehen können, welche Daten in automatisierte Entscheidungen einfließen, welche Systeme daran beteiligt sind und welche Auswirkungen diese Art der Entscheidungsfindung auf Kunden, Mitarbeitende oder Geschäftsprozesse hat. Mit dem EU AI Act wird dieser Transparenzgedanke nun zu einer gesetzlichen Anforderung. Was auf den ersten Blick wie eine Compliance-Frage erscheint, ist bei genauerer Betrachtung eine Frage der Architektur.

Wenn Architektur für KI-Systeme zum Problem wird

Viele Unternehmen arbeiten entweder in fragmentierten IT-Landschaften, die durch Datensilos und redundante Strukturen gekennzeichnet sind, oder sie nutzen monolithische Plattformen. Dabei handelt es sich klassischerweise um Systeme oder Anwendungen, die als in sich geschlossene Einheit entwickelt und bereitgestellt werden. Zugehörige Komponenten wie Benutzeroberfläche und Datenbankzugriff sind dadurch eng miteinander verbunden, was das Deployment erleichtert, das Datenmanagement vereinfacht und Latenzzeiten reduziert.

Zugleich entstehen dadurch neue Abhängigkeiten: Denn wenn Prozesse, Daten und Entscheidungslogiken in proprietären Systemen verborgen bleiben, wird Transparenz schwierig und Anpassungsfähigkeit teuer. Mit Blick auf die im AI Act definierten Transparenzanforderungen wird Compliance damit zu einer Frage architektonischer Entscheidungen.

Hinzu kommt der technologische und wirtschaftliche Veränderungsdruck: Unternehmen müssen neue KI-Anwendungen schneller integrieren, auf Marktveränderungen reagieren und bestehende Prozesse laufend anpassen können. Starre Architekturen werden in diesem Umfeld zunehmend zum Risiko, da sie Innovation verlangsamen und regulatorische Anpassungen erschweren.

Warum Composability an Bedeutung gewinnt

Genau hier wird Composability relevant. Dahinter steckt die Idee, technologische Fähigkeiten nicht in einer geschlossenen Plattform zu bündeln, sondern in klar getrennte, interoperable Bausteine aufzuteilen.Im KI-Kontext können diese aus Datenquellen, Kontextsystemen, Modellen, Agenten, Governance-Komponenten und Orchestrierung bestehen. Der Vorteil: Unternehmen können die einzelnen Teile flexibel austauschen oder erweitern, ohne jedes Mal das gesamte System neu aufbauen zu müssen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Orchestrierungsebene, in der Regeln, Restriktionen, Identitäten, Eskalationsmechanismen und KPIs festgeschrieben werden. Diese Vorgaben stellen sicher, dass KI-Systeme nicht isoliert handeln, sondern sich innerhalb klar definierter Leitplanken bewegen. Die strukturelle Verankerung dieser Aspekte in der Systemarchitektur macht Entscheidungen der KI nachvollziehbar und transparent.

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