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KI-Systeme: Composability schafft die Basis für mehr Transparenz

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KI-Systeme: Warum ihr Einsatz ohne Kontext scheitert

Doch eine modulare Architektur allein löst noch nicht das zentrale Problem vieler KI-Initiativen: fehlender Geschäftskontext. Denn mit dem Verständnis dafür, wie ein Unternehmen tatsächlich funktioniert, steht und fällt der Erfolg jedes KI-Projekts. So können beispielsweise Sprachmodelle eigenständig fehlerfreie Inhalte generieren und zeitaufwendige Aufgaben automatisieren. Allerdings sind ihre Ergebnisse oft generisch, unvollständig oder nicht belastbar. In der Praxis liegt genau hier eine zentrale Schwachstelle: Relevante Informationen sind häufig über diverse Systeme und Abteilungen verteilt und nicht ausreichend miteinander verknüpft. Daher stehen sie KI-Anwendungen nicht in der notwendigen Qualität, Aktualität oder Einordnung zur Verfügung.

Process Intelligence schließt diese Lücke. Basierend auf der Technologie des Process Minings analysiert sie digitale Spuren aus ERP-, CRM-, Supply-Chain- oder Service-Systemen und reichert die Daten mit unternehmensspezifischem Kontext an. Dies können etwa Business-KPIs, Benchmarks oder bestimmte Policies sein. So schafft Process Intelligence eine Informationsschicht, die alle Systeme und Ebenen eines Unternehmens miteinander verbindet. Auf diese Weise wird sichtbar, wie Prozesse in der Realität tatsächlich ablaufen, einschließlich Schwachstellen und potenziellen Engpässen. Gleichzeitig verschafft Process Intelligence KI dadurch Zugriff auf den operativen Kontext, den sie braucht, um relevante Ergebnisse zu erzielen.

Zahlreiche internationale Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil aller KI-Projekte daran scheitert, echten Mehrwert zu erzeugen oder über Pilotphasen hinaus zu skalieren. Forrester prognostizierte in seinen Predictions 2026 bereits im November 2025, dass Process Intelligence rund 30 Prozent dieser gescheiterten Projekte retten könnte.

FAQ: KI-Systeme und Governance

Welche Anforderungen bringt der EU AI Act für Unternehmen und wie hilft ein modularer KI-Ansatz dabei, diese zu erfüllen?
Der EU AI Act fordert Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle von KI-Entscheidungen. Ein modularer Ansatz erleichtert dies, da Datenflüsse, Entscheidungslogiken und Governance-Strukturen klar getrennt und auditierbar sind. 

Warum stoßen monolithische KI-Ansätze bei Transparenz und Governance an ihre Grenzen?
Monolithische Systeme bündeln Daten, Entscheidungslogiken und Modelle in geschlossenen Strukturen. KI-Entscheidungen sind dadurch kaum nachvollziehbar. Zugleich schränkt dieser Aufbau die Anpassungsfähigkeit ein – besonders problematisch für Governance und Compliance.

Welche Rolle spielt Process Intelligence in modularen KI-Systemen?
Process Intelligence gibt KI-Systemen den operativen Kontext, indem sie alle Systeme und Ebenen eines Unternehmens miteinander verbindet. Dadurch eröffnet sie entsprechenden Anwendungen Zugriff auf unternehmensspezifische Informationen, die sie brauchen, um relevante, aktuelle und korrekte Ergebnisse zu erzielen. Gleichzeitig schafft sie Prozesstransparenz, indem sie reale Geschäftsabläufe system- und abteilungsübergreifend sichtbar macht. Damit liefert sie die Basis für fundierte und nachvollziehbare KI-Entscheidungen.

Welche technologischen Voraussetzungen werden benötigt, um KI modular und steuerbar aufzusetzen?
Erforderlich sind offene Schnittstellen sowie die Trennung von Daten-, Modell-, Orchestrierungs- und Governance-Ebene. Zusätzlich braucht es eine Orchestrierungsschicht, die Regeln, Policies und Monitoring integriert, und eine Einbettung in den Unternehmenskontext durch Process Intelligence.

Welche Vorteile bietet Composability in volatilen Märkten?
Unternehmen können schneller auf marktbedingte Veränderungen reagieren, neue KI-Komponenten einbinden und ihre bestehenden Anwendungen anpassen, ohne das betreffende System von Grund neu aufbauen zu müssen.

Warum ist dieser Ansatz besonders für regulierte Branchen relevant?
Bei modularen KI-Systemen ist Governance in der Systemarchitektur verankert. Dadurch lässt sich jede Entscheidung auf ihren Ursprung im Prozesskontext, in Policy-Vorgaben oder messbare Ergebnisse zurückführen. Diese Transparenz sorgt für Auditierbarkeit und kontrollierbare Entscheidungsprozesse, wie sie gerade in regulierten Branchen vermehrt gefordert werden. So lassen sich regulatorische Anforderungen einfacher erfüllen und Risiken durch intransparente „Black Box“-Systeme reduzieren.

KI-Governance benötigt passende Architektur

Unternehmen sollten deshalb auf offene Schnittstellen, eine klare Trennung von Modellen, Kontext und Governance sowie eine starke Orchestrierung setzen. Process Intelligence ergänzt diese Architektur um den operativen Kontext, der für belastbare und nachvollziehbare KI-Ergebnisse erforderlich ist. Der EU AI Act macht die Herausforderungen, vor denen Unternehmen mit Blick auf den Einsatz verantwortungsvoller KI stehen, sichtbarer. Das eigentliche Problem existierte jedoch schon vorher.

Denn Responsible AI beginnt nicht erst bei Dokumentationspflichten, sondern bei der Architektur. Unternehmen, die heute auf modulare Systeme und echten Prozesskontext setzen, schaffen die Basis, um KI langfristig skalierbar, kontrollierbar und wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen.

Was bedeutet Composability für KI-Systeme? 

Modulare („composable“) KI-Systeme bestehen aus einzelnen, interoperablen Komponenten. Das bedeutet, Daten, Prozesskontext, KI-Modelle, Agenten, Governance- und Orchestrierungsebene sind voneinander getrennt, anders als bei monolithisch aufgebauten End-to-End-Systemen. So lassen sich die einzelnen Bestandteile flexibel austauschen und anpassen, ohne dass dafür das gesamte System neu aufgebaut werden muss. 

Eine zentrale Rolle spielt die Orchestrierung: Auf dieser Ebene werden Regeln, Richtlinien, Identitäten und KPIs verankert, die sicherstellen, dass KI-Systeme kontrollierbar und regelkonform agieren. Im Unterschied zu starren, integrierten Systemen ermöglicht ein modular aufgebautes System eine höhere Anpassungsfähigkeit an technologische und regulatorische Anforderungen. Governance wird dabei strukturell verankert und nicht nachgelagert ergänzt.

KI Systeme  Rudy Kuhn CelonisRudy Kuhn
ist Lead Evangelist bei Celonis, Anbieter einer Process-Intelligence-Plattform.

Bildquelle: Celonis

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