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Datenanalyse und KI

Lieferkette: Höhere Resilienz durch intelligente Automatisierung 

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Lieferkette erfordert effizienteres Auftragsmanagement

Ein besonders sensibler Bereich innerhalb der Lieferkette ist die Schnittstelle zwischen Lagerhaltung und Auftragsabwicklung. Zu hohe Bestände binden Kapital und erhöhen das Risiko von Abschreibungen. Während zu niedrige Bestände zu Produktionsausfällen und Lieferverzögerungen führen.

Intelligente Automatisierung hilft, das Gleichgewicht präziser zu steuern. Der Bedarf kann von Systemen dynamisch berechnet werden und kontinuierlich an neue Informationen angepasst werden. Bestellungen werden automatisiert ausgelöst und nachverfolgt, ohne dass jeder Schritt manuell angestoßen werden muss. Gleichzeitig verbessert sich die Synchronisation entlang der gesamten Lieferkette. Wenn sich Lieferzeiten oder die Nachfrage ändert, reagieren Systeme unmittelbar. Das reduziert operative Fehler und erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit auf Veränderungen.

Kontinuierliches Risikomanagement in komplexen Netzwerken

Heute bestehen Lieferketten oft aus vielen Partnern, die über verschiedene Regionen und regulatorische Rahmenbedingungen hinweg zusammenarbeiten. Diese Komplexität erschwert natürlich auch die Risikoeinschätzung. Intelligente Automatisierung ermöglicht hier eine kontinuierliche Überwachung relevanter Risikofaktoren. Dazu gehören vor allem die Lieferperformance und die finanzielle Stabilität von Partnern, aber auch makroökonomische Signale, die klassische Monitoring-Systeme oft zu spät erfassen. Durch eine automatisierte Auswertung dieser Daten können Risiken schneller identifiziert und bewertet werden. Die dauerhafte Überwachung bietet hier klare Vorteile. Unternehmen sind somit in der Lage, schleichende Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ihre Strategien entsprechend anzupassen, beispielsweise durch die Diversifizierung von Lieferanten oder die Verlagerung von Beschaffungsquellen.

Zwischen technologischem Potenzial und organisatorischer Realität

Intelligente Automatisierung bietet demnach viele Vorteile, bringt aber auch einige Herausforderungen mit sich. Eine der größten Hürden liegt in der Datenqualität. Selbst die besten Analysen verlieren ohne konsistente und verlässliche Daten an Aussagekraft. Die Integration bestehender IT-Landschaften stellt zudem für viele Unternehmen eine nicht ganz unerheblicher Herausforderung dar. Sie arbeiten mit gewachsenen Systemstrukturen, die nicht ohne Weiteres miteinander kompatibel sind. Nicht zuletzt spielt der Faktor Mensch eine entscheidende Rolle. Mitarbeitende müssen Systeme überwachen und Ergebnisse interpretieren können, um bei Bedarf einzugreifen. Ohne ein entsprechendes Change Management besteht die Gefahr, dass die technologischen Möglichkeiten nicht vollständig ausgeschöpft werden.

Mit intelligenter Automatisierung zu einer stabileren Lieferkette

Die zunehmende Störanfälligkeit globaler Lieferketten zwingt Unternehmen dazu, ihre bisherigen Ansätze zu überdenken. Intelligente Automatisierung bietet hierfür einen wirkungsvollen Ansatz, da sie Transparenz, Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit vereint. Entscheidend ist jedoch, Automatisierung nicht isoliert zu betrachten. Sie braucht klare Prozesse, belastbare Daten und eine Organisation, die bereit ist, neue Wege zu gehen. Unternehmen, denen dieser Wandel gelingt, sind besser darauf vorbereitet, mit Unsicherheiten umzugehen und die Lieferkette zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.

Glossar:

Robotic Process Automation (RPA) bezeichnet Software, die regelbasierte, repetitive Aufgaben automatisiert wie beispielsweise die Bestellverarbeitung oder die Synchronisation von Lagerbeständen. Im Unterschied zu physischen Robotern handelt es sich um digitale Prozesse, die auf bestehenden Systemen aufsetzen und diese nicht grundlegend verändern.

Intelligente Automatisierung verbindet klassische Prozessautomatisierung mit Methoden der künstlichen Intelligenz und Datenanalyse. Anders als regelbasierte Systeme erkennt sie Muster in großen Datenmengen und reagiert flexibel auf veränderte Bedingungen. In der Lieferkette bedeutet das konkret: Systeme erkennen Risiken frühzeitig und leiten eigenständig Gegenmaßnahmen ein, etwa indem Lieferanten gewarnt oder Produktionspläne angepasst werden

Lieferkette: Q&A

Was bedeutet IT/OT-Integration? IT verarbeitet Unternehmensdaten, OT (Operational Technology) steuert physische Prozesse wie Maschinen und Sensoren. Ihre Vernetzung ermöglicht es, Produktionsdaten in Echtzeit für Geschäftsentscheidungen nutzbar zu machen.

Was ist Predictive Analytics? Die Analyse vergangener Daten zur Vorhersage zukünftiger Entwicklungen wie Nachfrageschwankungen oder Engpässen – in der Lieferkette dient sie als datenbasiertes Frühwarnsystem.

Welche Rolle spielt das ERP-System? ERP steht für Enterprise Resource Planning. Die Unternehmenssoftware kann zentrale Geschäftsprozesse wie Einkauf, Produktion, Lagerhaltung und Finanzen in einem System zusammenführen. In der Lieferkette bildet das System oft die Datenbasis, auf die Automatisierungslösungen aufsetzen.

LieferketteGerald Eid 
ist Regional Managing Director DACH bei Getronics, einem Anbieter von KI-gestützten IT-Services.

Bildquelle: Getronics

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