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IT-Strategie Mainframe: 70 Prozent der Ausstiegsprojekte werden scheitern

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Laut einer Prognose von Gartner werden mehr als 70 Prozent der Ausstiegsprojekte für Mainframe scheitern, weil die Fähigkeiten generativer KI überschätzt werden. Bis 2030 werden Dreiviertel der Anbieter von Ausstiegslösungen ihre Ausrichtung ändern oder den Betrieb einstellen.

(Bild:  © neirfy/stock.adobe.com)
(Bild: © neirfy/stock.adobe.com)

Mehr als 70 Prozent der Mainframe-Ausstiegsprojekte, die 2026 angestoßen werden, werden den erwarteten Nutzen nicht erzielen, prognostizieren die Analysten von Gartner. Der Grund: Die Fähigkeiten von Tools auf Basis generativer KI werden überschätzt. Bis zum Jahr 2030 werden 75 Prozent der Anbieter von Mainframe-Ausstiegslösungen ihre Ausrichtung ändern oder den Betrieb einstellen, sobald die veränderten Marktbedingungen greifen.

Alessandro Galimberti, VP Analyst bei Gartner, kommentiert: „Zwischen den Marketingversprechen rund um GenAI und der tatsächlichen Fähigkeit dieser Technologien, komplexen Legacy-Code zu transformieren und zu migrieren, klafft eine wachsende Lücke. Gleichzeitig übt der hohe Druck von Investoren auf Anbieter starken Einfluss darauf aus, KI in ihre Angebote zu integrieren, unabhängig davon, ob dies die Ergebnisse tatsächlich spürbar verbessert. In Kombination mit der geschäftskritischen Bedeutung vieler Mainframe-Anwendungen, die sie faktisch too big to fail macht, sowie dem zunehmenden Verlust erfahrener Fachkräfte entsteht für Führungskräfte im Bereich Infrastruktur und Betrieb (I&O) eine gefährliche Risikolage. Schlecht geplante Ausstiegsstrategien werden dadurch zunehmend untragbar.“

Risiken beim Mainframe-Ausstieg erfordern Pragmatismus

Schlechte Entscheidungen bei der Migration von Mainframe zeigen sich nicht nur in Kostenüberschreitungen; sie können auch eine direkte Bedrohung für die Geschäfts- und Betriebsstabilität darstellen. Unternehmen, die auf „scheinbar magische“, KI-getriebene Ausstiegsstrategien setzen, anstatt einen plattformorientierten Ansatz zu verfolgen und Workloads passend auf die richtigen Umgebungen auszurichten, laufen Gefahr, erhebliche technische Schulden aufzubauen und das Unternehmen kritischen Ausfällen auszusetzen.

Der Markt für den Ausstieg befindet sich daher an einem Wendepunkt. Anhaltende Investitionen von IBM sowie unabhängigen Softwareanbietern wie 21CS, BMC, Broadcom und Rocket Software sowie Managed-Service-Providern wie DXC, GTSG und Kyndryl stärken die Position des Mainframes als moderne Plattform für strategische Investitionen zusätzlich. Gartner prognostiziert, dass bis 2030 75 Prozent der Anbieter im Mainframe-Ausstiegsmarkt ihre Geschäftsmodelle anpassen oder den Betrieb einstellen werden, da sich die Markterwartungen verändern und die Nachfrage nach standardisierten „One-size-fits-all“-Migrationslösungen sinkt.

Profil der IT-Umgebung bestimmt Mainframe-Strategie

Alessandro Galimberti betont: „Die richtige Mainframe-Strategie hängt stark vom Profil und der Komplexität der IT-Umgebung eines Unternehmens ab. Für viele Mainframe-Kunden kann GenAI effektiver eingesetzt werden, um die Modernisierung direkt auf der bestehenden Plattform voranzutreiben, anstatt die Migration weg vom Mainframe zu beschleunigen.“

Für Galimberti würden mittelgroße Umgebungen, die das größte Marktsegment ausmachen, vor den komplexesten Entscheidungen stehen. Unternehmen müssten daher Strategien zur Optimierung bestehender Investitionen in Mainfram mit einem zurückhaltenden Ansatz bei vollständigen Plattform-Ausstiegen in ausgewählten Einzelfällen ausbalancieren. Der Grund: Solche Vorhaben seien mit hohen Risiken verbunden und führten häufig zu suboptimalen Ergebnissen. 

„Kleine Mainframe-Umgebungen können hingegen Mainframe-as-a-Service (MFaaS) als kosteneffiziente Hosting-Strategie nutzen und sich auf den Ersatz veralteter Drittanbieter-Software (ISV-Lösungen) sowie auf gezielte Modernisierung innerhalb der Plattform konzentrieren, sofern ein positiver ROI erreichbar ist“, sagt Galimberti.

Gartner unterstützt C-Level-Führungskräfte und Technologieanbieter bei der Umsetzung von KI-Strategien zur Erreichung ihrer geschäftskritischen Prioritäten. Die Unabhängigkeit und Objektivität der Gartner-Insights geben Kunden die Sicherheit, fundierte Entscheidungen zu treffen und das volle Potenzial von KI auszuschöpfen.
Führungskräfte auf C-Level können das KI-Tool AskGartner nutzen, um zu bestimmen, wie KI in ihrem Unternehmen eingesetzt werden kann.

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