Auf der diesjährigen Reply Xchange in der BMW Welt in München wurde deutlich: Künstliche Intelligenz ist kein abstraktes Zukunftsthema mehr. Rund 1.600 Teilnehmer erlebten am 4. Juni 2025 den Einsatz innovativer Technologien in bereits realisierten Use Cases.
(Bild: Reply/Sandra Eckhardt)
Künstliche Intelligenz ist in der praktischen Umsetzung angekommen. Die Besucher der diesjährigen Reply Xchange am 4. Juni in der BMW Welt in München erlebten branchenübergreifend praktische Einsatzfelder für KI sowie neue Perspektiven und technologische Innovationen entlang der gesamten digitalen Wertschöpfungskette. Im Fokus standen aktuelle Technologien sowie Trends wie generative KI, agentenbasierte Systeme, Physical AI mit intelligenter Robotik und vernetzte Produkte.
Internationale Experten präsentierten reale Anwendungen, wie KI-gestützte Softwareentwicklung, empathische humanoide Roboter oder autonome Drohnen für die Intralogistik. Die wichtigste Botschaft der Reply Xchange lautet: KI überzeugt im praktischen Einsatz durch hohe Produktivität, Skalierbarkeit und Sicherheit.
Ein zentrales Thema war die die Zukunft der Softwareentwicklung. Mit „Silicon Shoring” hat Reply ein neues Modell zur Automatisierung des gesamten Softwareentwicklungszyklus vorgestellt. Auf Basis einer Multi-Agenten-Architektur übernehmen dabei spezialisierte KI-Agenten zentrale Aufgaben: von der Definition der Anforderungen über die Erstellung des Codes bis hin zu Test, Deployment, Betrieb sowie Monitoring. Das Ziel besteht darin, skalierbare und qualitativ hochwertige Software in kürzester Zeit zu entwickeln.
Silicon Shoring ist ein neues Modell zur Automatisierung der Softwareentwicklung.
(Bild: Reply/Sandra Eckhardt)
Bei diesem intelligenten Modell der Softwareentwicklung ergänzen sich KI und menschliche Expertise perfekt und arbeiten effektiv zusammen. Routinetätigkeiten werden automatisiert, sodass sich Teams stärker auf Architektur, Strategie und Qualitätssicherung konzentrieren können. „Silicon Shoring“ lässt sich flexibel als interne Lösung in bestehende IT-Umgebungen integrieren oder als vollständig gemanagte, KI-native Softwarefabrik nutzen. Dabei bietet das Modell Geschwindigkeit, Transparenz und Governance, ohne dass die üblichen Nachteile klassischer Offshoring-Modelle, wie Zeitverschiebungen oder Kommunikationsprobleme, auftreten.
Neurons: Die Plattform für individuelle Agenten
Mit „Neurons” hat Reply eine Plattform vorgestellt, auf der Mitarbeiter eigene KI-Agenten für spezifische Aufgaben erstellen können. Die Low-Code-Umgebung ermöglicht es auch technisch nicht versierten Anwendern, über eine einfache, integrierte Oberfläche personalisierte Agenten zu entwickeln. Die Plattform zentralisiert den Zugriff auf Unternehmenswissen, automatisiert repetitive Aufgaben und kann nahtlos in bestehende IT-Systeme integrieren werden.
„Neurons“ verfügt über eine skalierbare Architektur, die sich in Richtung etablierter Multi-Agenten-Integrationsstandards wie A2A und MCP bewegt. Durch die Anbindung an Large Language Models (LLMs) verschiedener Anbieter bleibt die Plattform flexibel und unabhängig. „Neurons“ wird bereits in Bereichen wie IT, HR und Marketing eingesetzt und verzeichnet dort eine hohe Nutzeraktivität sowie messbare Effizienzgewinne.
Multi-Agenten für optimiertes Cloud Management
Devbot ist ein digitaler Assistent, der Mitarbeiter bei Audi beim Umgang mit Cloud-Services unterstützt.
(Bild: Reply/Sandra Eckhardt)
Ein weiteres Highlight war eine für Audi entwickelte KI-gestützte Multi-Agenten-Plattform, die Cloud-Infrastrukturen intelligenter macht. Im Zentrum steht „Devbot“, ein digitaler Assistent, der Mitarbeitende beim sicheren und effizienten Umgang mit Cloud-Services unterstützt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots arbeiten spezialisierte Agenten zusammen und übernehmen gemeinsam komplexe Aufgaben. Sie analysieren Sicherheitsrisiken, identifizieren Kostentreiber und schlagen optimierte Infrastructure-as-Code-Bausteine vor, um Cloud-Kosten gezielt zu reduzieren. Über ein Chat-Interface mit RAG-Technologie liefert „Devbot“ stets aktuelle, verifizierte Antworten und agiert dabei wie ein kompetenter digitaler Kollege. Das Ergebnis sind weniger manuelle Arbeit, mehr Sicherheit und schnellere Setups. Eine Lösung, die Audi beim Cloud-Management neue Maßstäbe setzen lässt.
Ameca: Wenn Roboter Emotionen lesen
Ameca ist ein fortschrittlicher humanoider Roboter mit realistischer Mimik.
(Bild: Reply/Sandra Eckhardt)
Ameca zählt zu den fortschrittlichsten humanoiden Robotern – mit realistischer Mimik, flüssigen Bewegungen und fein abgestimmten Reaktionen. In einer Demo konnten Besucher ihre Gesichtsausdrücke mit denen des Roboters abgleichen – ausgewertet per Computer Vision und in Echtzeit bewertet. Dieser spielerische Ansatz zeigt das Potenzial von Affective Computing: Ameca erkennt Emotionen anhand von Mimik, Gestik und Stimme und reagiert entsprechend. So wird der Roboter interessant für Bereiche wie Kundenservice, Bildung oder Pflege. Ein Schritt hin zur empathischen Mensch-Maschine-Kommunikation.
Stand: 16.12.2025
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Qualitätssicherung mit KI: Fehlererkennung in Echtzeit
Reply hat ein System zur industriellen Qualitätssicherung präsentiert, das mithilfe eines KI-Modells Beschädigungen oder Abweichungen an Produkten zuverlässig erkennt. Die Lösung ist mit geringem Trainingsaufwand einsatzbereit und spart Kosten sowie Ressourcen. Bei dem realisierten und voll erprobten Projekt erfasst eine Hochgeschwindigkeitskamera die zu prüfenden Objekte, die anschließend von einem KI-Modell analysiert werden. Das System erkennt und bewertet die Produkte in Echtzeit und visualisiert die Ergebnisse auf einem Dashboard. Das Ergebnis: weniger Ausschuss, eine bessere Qualität und schnellere Reaktionen durch Computer Vision.
Technologien: Smartes Laden mit generativer KI
Gemeinsam mit BMW hat Reply eine Lösung entwickelt, die umweltfreundliches Laden von E-Fahrzeugen mit einem smarten Nutzererlebnis verbindet. Die entwickelte App nutzt Echtzeitdaten, um anzuzeigen, wann sich ein hoher Anteil CO₂-neutral produzierter Strom im Netz befindet und empfiehlt den Nutzern daraufhin die optimalen Ladezeiten. Das Besondere: Wer entsprechend lädt, wird mit einem personalisierten Reward-Video belohnt, das durch Generative AI generiert wird. So wird nachhaltiges Verhalten nicht nur gefördert, sondern auch emotional aufgeladen. Die Lösung verbindet Datenanalyse, KI und Gamification zu einem intuitiven Ansatz, der nachhaltige Routinen stärkt und zeigt, wie smarte Technologie zu einem echten Umdenken im Umgang mit Energie führen kann.
Drohnen: Autonome Technologien für Logistik
Die Experten von Reply für autonome Technologien präsentierten eine KI-gestützte Lösung für die automatisierte Inventur und Überwachung großer Outdoor-Lager. Mithilfe von DJI-Drohnen, 3D-Segmentierung und Barcode-Scans wird das Gelände effizient erfasst – etwa Palettenlager in der Getränkeindustrie. Die Drohne startet autonom aus einem DJI Dock, erfasst die Bestände und meldet Abweichungen direkt an das SAP Extended Warehouse Management.
Das System ist vollständig integriert und intuitiv bedienbar. Die Drohne kann dabei flexibel für verschiedene Anwendungsfälle eingesetzt werden: von der Inventur über die Instandhaltung großer Anlagen bis hin zur Sicherheitsüberwachung. Für einen 24/7-Dauerbetrieb lassen sich zusätzlich Patrouillenflüge mit einer zweiten Drohne realisieren. Die Lösung reduziert den manuellen Aufwand, erhöht die Genauigkeit und ist bereits in der deutschen Automobilbranche sowie Prozessindustrie im Einsatz.