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KI-gestützter Einkauf

Beschaffung: In drei Schritten vom KI-Assistenten zum Autopiloten

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KI in der Beschaffung erfordert Augenmaß und Kontrolle

Bei allen Vorteilen dürfen auch die Risiken künstlicher Intelligenz nicht aus dem Blick geraten: Zertifizierungen wie das Artificial Intelligence Management Systems (AIMS) nach ISO/IEC 42001 machen daher deutlich, ob ein Hersteller strenge Vorgaben für einen verantwortungsvollen Einsatz mit KI befolgt. Zu diesen Richtlinien gehört ferner, KI-gesteuerte Funktionen so zu entwickeln und zu betreiben, dass sie ethische Anforderungen berücksichtigen. Dasselbe gilt für Data Governance, Sicherheit und kontinuierliche Verbesserung.

„Jedes Unternehmen muss für sich definieren, in welchen Szenarien KI-Agenten eigenständig handeln dürfen und wo menschliche Kontrolle zwingend erforderlich bleibt. Aus unserer Sicht werden selbst autonome Beschaffungsagenten den Menschen nicht ersetzen. Er gibt vielmehr den Rahmen vor, überwacht und steuert. Nicht zuletzt sorgt auch der Mensch dafür, dass KI ethische und rechtliche Leitlinien einhält“, so Jochen Krüger.

Jedes Unternehmen muss für sich definieren, in welchen Szenarien KI-Agenten eigenständig handeln dürfen und wo menschliche Kontrolle zwingend erforderlich bleibt.

Jochen Krüger, Jaggaer

Noch nie war die autonome Beschaffung so greifbar nah

Copiloten können große Datenmengen in Echtzeit analysieren, Entwicklungen verfolgen und Ausreißer identifizieren.(Bild:  Jaggaer)
Copiloten können große Datenmengen in Echtzeit analysieren, Entwicklungen verfolgen und Ausreißer identifizieren.
(Bild: Jaggaer)

Generative KI verändert die Art und Weise, wie Einkäuferinnen und Einkäufer interagieren, entscheiden und Resultate erzielen. Bisher erfüllt sie hauptsächlich Aufgaben wie den Bestellabgleich oder die Lieferantenkommunikation. Das volle Potenzial dieser Technologie schöpfen Unternehmen damit jedoch nicht aus. Dieses erschließt sich, wenn KI-Agenten als vertrauenswürdige digitale Berater fungieren, autonom variable Aufgaben übernehmen sowie andere Agenten selbstständig orchestrieren – sei es in der Beschaffung, im Vertragswesen oder bei der Warengruppen-Strategie.

Q&A: KI in der Beschaffung

Welche Aufgaben kann KI in der Beschaffung erfüllen?
KI übernimmt zunächst Routineaufgaben wie Bestellabgleiche, Beantwortung von Standardanfragen, Lieferantenbewertung, Vorbereitung von Ausschreibungen und das kontinuierliche Monitoring von Kennzahlen. Kommen aber KI-Agenten zum Einsatz, erweitert sich das Potenzial.

Wie können KI-Agenten im Einkauf unterstützen?
KI-Agenten analysieren selbst große Datenmengen in Echtzeit. Sie erkennen Anomalien, warnen aktiv bei Preis- oder Risikoschwankungen und machen Vorschläge zur Optimierung von Beschaffungs- und Vertragsprozessen.

Welchen Nutzen bringt KI in der Beschaffung?
Beschaffungsteams sparen Recherche- und Analyseaufwand. Neue Mitarbeitende werden schneller produktiv und erfahrene Einkäufer gewinnen Zeit, um Verhandlungen zu führen und strategische Lieferantenbeziehungen zu pflegen.

Welche Risiken birgt der Einsatz autonomer KI-Agenten in der Beschaffung?
Zu den zentralen Risiken zählen Fehlentscheidungen durch eine unzureichende Datenbasis, mangelnde Transparenz der Algorithmen sowie Verstöße gegen Compliance-, Sicherheits- und Governance-Vorgaben. Auch ethische Überlegungen spielen eine Rolle.

Wie lässt sich der verantwortungsvolle Einsatz von KI im Einkauf absichern?
Zertifizierungen wie das Artificial Intelligence Management Systems (AIMS) nach ISO/IEC 42001 bieten Orientierung, ob Hersteller KI-Funktionen entlang ethischer Anforderungen, Data Governance, Sicherheit und kontinuierlicher Verbesserung entwickeln.

Jaggaer erweitert Portfolio um Spend- und Price-Intelligence-Lösung

Jaggaer, Anbieter von KI-gestützten Lösungen für die Beschaffung, meldete am 11. September 2026 den Abschluss der Übernahme von Ivoflow, dem Anbieter einer KI-gestützten Spend- und Price-Intelligence im Bereich direkte Materialien in Fertigungsunternehmen. Mit der Übernahme will Jaggaer die Strategie vorantreiben, eine intelligenteste Beschaffungsplattform aufzubauen. Damit können Unternehmen die aktuellen Herausforderungen im Einkauf bewältigen: Denn sie verfügen über mehr Daten als je zuvor, doch die vollautomatische Analyse dieser Daten und Indentifikation von Einsparungen bleibt eine Herausforderung.

Direktmaterialien, also Rohstoffe, Teile und Komponenten, die direkt in die Produkte eines Herstellers einfließen, machen bei komplexen Herstellern typischerweise 50 bis 70 Prozent der Fertigungskosten aus. Dennoch verfügen weniger als zwei Prozent der Hersteller über eine speziell dafür entwickelte Ausgaben- und Preisintelligenz-Lösung. Die meisten vergleichen Lieferantenpreise noch manuell in Tabellenkalkulationen, ohne eine verlässliche Möglichkeit zu erkennen, ob die gezahlten Preise bei sich verändernden Märkten noch angemessen sind. Die erweiterte Plattform von Ivoflow verbindet die ERP- und Beschaffungsdaten eines Herstellers mit Live-Marktdaten, wie Rohstoffindizes, Währungsbewegungen und Kostendaten. Sie berechnet auf Teile-Ebene, was jedes Teil kosten sollte, wenn sich die Marktbedingungen ändern, um bessere Konditionen auszuhandeln.

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