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E-Mail-Infrastruktur Exchange Online: 5 Tipps, den Maildienst vor Ghost-Sender zu schützen

Ein Gastbeitrag von Sören Schulte 3 min Lesedauer

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Ghost-Sender verursacht derzeit viel Aufmerksamkeit rund um die Sicherheit von Exchange Online und Microsoft 365. Hier fünf praktische Tipps, worauf IT-Admin jetzt achten sollten, um den E-Mail-Verkehr im Unternehmen abzusichern.

(Bild:  © tippapatt/stock.adobe.com)
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In vielen Unternehmen ist es gängige Praxis, den eingehenden E-Mail-Verkehr nicht ausschließlich über die Standard-Schutzmechanismen von Microsoft 365 abzusichern, sondern zusätzlich auf spezialisierte E-Mail-Sicherheitslösungen externer Anbieter zu setzen. Solche vorgeschalteten Secure-Email-Gateways für Exchange Online übernehmen eine wichtige Rolle als zusätzliche und Provider-unabhängige Schutzebene unter anderem gegen Phishing und Virenangriffe.

Exchange Online: Was auf dem Spiel steht

Vor diesem Hintergrund lenkt derzeit Ghost-Sender die Aufmerksamkeit auf sich. Gemeint ist eine Schwachstelle beziehungsweise riskante Fehlkonfiguration im Zusammenspiel von Exchange Online mit genau solchen vorgeschalteten E-Mail-Sicherheitslösungen. Betroffen sind vor allem Umgebungen, in denen eingehende Nachrichten zunächst über ein Secure Email Gateway oder einen externen Filterdienst angenommen und erst danach an Microsoft 365 beziehungsweise Exchange Online weitergeleitet werden. Bei Standardkonfigurationen kann es sein, dass gefälschte E-Mails mit manipuliertem Absender dennoch zugestellt werden.

Das ist deshalb kritisch, weil solche Nachrichten für Empfänger täuschend echt wirken können und damit das Risiko für Phishing und Business Email Compromise deutlich steigt. Für IT-Verantwortliche ist nun vor allem wichtig zu verstehen: Nicht jede Microsoft-365-Umgebung ist automatisch betroffen. Entscheidend ist vielmehr, wie der eingehende Mailflow technisch aufgebaut und abgesichert ist. Für IT-Admins lohnt sich daher jetzt ein nüchterner und gezielter Konfigurationscheck. Hier fünf praktische Tipps, worauf sie jetzt achten sollten:

Exchange Online: Anfälligkeit für direkte Zustellung prüfen

Es empfiehlt sich zeitnah zu prüfen, ob die IT-Umgebung grundsätzlich für eine direkte Zustellung an den Tenant außerhalb des vorgesehenen Security-Gateway-Pfads anfällig ist. Ein gezielter Test, etwa über ein dafür bereitgestelltes Prüfverfahren wie ghost-sender.com, kann hier eine schnelle erste Einordnung geben. Wenn die Prüfung zeigt, dass die Exchange-Postfächer von außen via Ghost-Sender erreicht werden können, empfehlen wir folgende weiteren Schritte.

Exchange Online: Definition des vorgesehenen Zustellpfads

Ein zentraler Punkt ist der vorgesehene Zustellpfad selbst. Eingehende E-Mails sollten technisch eindeutig über das vorgelagerte Secure Email Gateway geführt werden. In der Praxis heißt das: Der sogenannte Mail-Exchange-Eintrag (MX-Record) sollte so gesetzt sein, dass eingehende E-Mails zunächst über das Gateway und nicht direkt über Exchange Online zugestellt werden. Gleichzeitig sollte in dem Mail-Dienst ein passender Inbound-Partner-Connector eingerichtet sein, der genau diesen Weg abbildet.

Restriktive Konfigurierung des Inbound Connector

Ein weiterer wichtiger Schritt ist, den Connector möglichst restriktiv zu konfigurieren. Besonders wichtig ist, dass nur autorisierte Gateway-Quell-IPs zugelassen werden. So lässt sich verhindern, dass eingehende Verbindungen außerhalb des definierten Pfads dennoch als legitim behandelt werden. Ergänzend kann es sinnvoll sein, den Mailflow zusätzlich über Transport Layer Security (TLS) beziehungsweise eine passende TLS-Domain- oder Zertifikatsprüfung abzusichern.

Unterbindung der direkten SMTP-Zustellung an Exchange Online

Direkte Zustellungen an Exchange Online außerhalb des autorisierten Gateway-Pfads sollten konsequent unterbunden werden. Ob dies über Transportregeln oder andere Restriktionen umgesetzt wird, hängt von der jeweiligen Umgebung ab. Entscheidend ist, dass nach der technischen Anpassung nicht nur die Konfiguration sauber aussieht, sondern auch praktisch geprüft wird, ob Direct-to-Tenant- oder Spoofing-Szenarien tatsächlich blockiert werden.

Regelmäßig Überprüfung der Senderauthentifizierung

Der fünfte Punkt geht über den aktuellen Anlass hinaus: Überprüfen Sie regelmäßig auch die grundlegenden Schutzmechanismen rund um Sender Policy Framework (SPF), DomainKeys Identified Mail (DKIM) und Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance (DMARC). Gerade eine sauber umgesetzte und perspektivisch restriktivere DMARC-Policy hilft dabei, unerwünschte Mailflows und Spoofing-Risiken insgesamt wirksam zu reduzieren.

Saubere Konfiguration von Exchange Online ist entscheidend

Der Fall Ghost-Sender zeigt vor allem, dass die Sicherheit von E-Mail-Infrastrukturen nicht allein von einzelnen Schutzmechanismen abhängt, sondern maßgeblich von deren sauberer technischer Umsetzung. Für IT-Admins ist das Thema deshalb vor allem ein Anlass, den eigenen Mailflow, Connectoren und Zustellpfade genau zu prüfen. Wer den Weg eingehender E-Mails konsequent absichert und direkte Umgehungen verhindert, kann das Risiko für Spoofing und betrügerische Nachrichten deutlich reduzieren.

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Sören Schulte
ist E-Mail-Security-Experte bei Retarus, einem Anbieter von APIs, Gateways und Applikationen für Messaging, E-Mail-Management und den Austausch strukturierter Daten für Geschäftsprozesse. 

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