HR-Transformation: Integration von SmartRecruiters
Interessant ist vor diesem Hintergrund auch die Ankündigung von SAP, SmartRecruiters in das SAP SuccessFactors-Portfolio zu integrien. „Hier ist geplant, SmartRecruiters AI-Fähigkeiten auch SuccessFactors-Recruiting-Kunden zur Verfügung zu stellen. Perspektivisch wird SmartRecruiters SuccessFactors Recruiting ablösen. Für DSAG-Mitglieder gilt es daher bereits jetzt, sich mit dieser strategischen SAP-Entscheidung auseinanderzusetzen. Sie sollten sich einen Überblick über mögliche Chancen und Risiken auf ihre Unternehmensstrategie verschaffen. Hier bieten die DSAG-Personaltage eine gute Möglichkeit“, so Haag.
Weniger Abhängigkeit von der IT-Abteilung durch SuccessFactors?
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse bezogen auf SAP SuccessFactors wurde auch die Frage gestellt, ob erwartet wird, dass die Abhängigkeit von der IT-Abteilung durch den Einsatz von SuccessFactors als Software-as-a-Service-Lösung sinkt. Die Antworten zeigen ein differenziertes Bild: 21 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die IT-Abhängigkeit abnimmt, 47 Prozent sehen keine Veränderung und 32 Prozent können dies nicht einschätzen.
„Die Ergebnisse spiegeln die Realität hybrider Transformationslandschaften wider. Zwar bieten Cloud-basierte Module wie Recruiting, Learning oder Employee Central schnell spürbaren Mehrwert für die HR-Abteilungen. Strategisch und technisch komplexere Funktionen bleiben jedoch oft weiterhin IT-abhängig. Die Entlastung der IT tritt also nicht automatisch ein, sondern erfordert begleitende Prozess- und Schnittstellenanpassungen sowie klare Integrationspfade“, betont Haag. Die Einführung von SuccessFactors bietet zwar Chancen zur Entlastung der IT, die tatsächliche Wirkung hängt aber stark von der jeweiligen Organisationsstruktur, den genutzten Modulen und dem Integrationsgrad ab.
Die Entlastung der IT tritt nicht automatisch ein, sondern erfordert begleitende Prozess- und Schnittstellenanpassungen sowie klare Integrationspfade.
Hermann-Josef Haag, DSAG
Top-Herausforderungen im Kontext der IT- und HR-Transformation
Direkt gefragt nach der Relevanz bestimmter Themen im Kontext der IT- und HR-Transformation lassen sich die folgenden Top-5-Herausforderungen als sehr relevant/relevant identifizieren:
Digitale Personalprozesse & Self Services nennen 74 Prozent der befragten Unternehmen
Migration von SAP ECC HCM auf H4S4: 64 Prozent
Datenschutz und Compliance in SAP-HR-Systemen: 55 Prozent
HR-Analytics und -Reporting: 52 Prozent
Zeiterfassung & Arbeitszeitrecht (EuGH, NachweisG): 47 Prozent
Hermann-Josef Haag erläutert: „Die Umfrage zeigt sehr deutlich, dass Unternehmen im HR-IT-Kontext aktuell vor allem mit grundlegenden Strukturthemen beschäftigt sind. Rechts- und Planungssicherheit, funktionierende Kernprozesse und verlässliche Systeme haben derzeit Vorrang vor strategischen Zukunftsthemen. Das erklärt auch, warum Datenschutz und Compliance, HR-Analytics sowie die Umsetzung arbeitszeitrechtlicher Vorgaben weiterhin so hoch priorisiert werden.“
Auffällig ist zugleich, dass Themen wie die Nutzung der SAP Business Data Cloud beziehungsweise SAP Datasphere für HR-Daten von 56 Prozent der Befragten als wenig bis gar nicht relevant eingeschätzt werden. 52 Prozent sehen die Migration von SAP HCM zu SuccessFactors als aktuell für ihr Unternehmen wenig bis gar nicht relevant an und 46 Prozent geht es so mit der Integration hybrider Arbeitsmodelle. Aus Sicht des DSAG macht dies deutlich, dass viele Organisationen zunächst ihre bestehenden HR-IT-Landschaften stabilisieren und gesetzliche sowie organisatorische Anforderungen bewältigen müssen, bevor sie sich intensiver mit datengetriebenen oder strategisch erweiterten Szenarien befassen können.
Top-Trends: Künstliche Intelligenz und Automatisierung
Auf die Frage „Welche SAP-/HR-Trends werden Ihre Arbeit in den nächsten ein bis drei Jahren am stärksten beeinflussen?“ zeigt die Umfrage, welche Themen bei der HR-Transformation wichtig sind:
Künstliche Intelligenz im HR-Kontext nenen 65 Prozent der befragten Unternehmen
Automatisierung und Robotic Process Automation (RPA): 53 Prozent
Fachkräftemangel und die digitale Weiterbildung: 50 Prozent
People-Analytics und Predictive HR: 34 Prozent
Low-Code/No-Code-Lösungen und Cloud-first-Strategien: 24 Prozent
Nachhaltigkeit, ESG-Reporting und SAP Business Data Cloud/SAP Datasphere: 16 Prozent
Aus Sicht der DSAG unterstreichen diese Ergebnisse, dass Unternehmen verstärkt dort Einfluss auf ihre Zukunft sehen, wo intelligente Technologien, datenbasierte HR-Prozesse und Automatisierung unmittelbar Effizienz- und Innovationspotenziale freisetzen. „Die Ergebnisse zeigen, dass KI, Automatisierung und People-Analytics zu strategischen Hebeln in HR werden – aber nur dann, wenn sie technisch sauber integriert sind, verantwortungsvoll eingesetzt werden und echten Nutzen für Mitarbeitende und Organisationen stiften“, sagt Haag.
Stand: 16.12.2025
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Aus DSAG-Sicht braucht es darüber hinaus klare Lizenzmodelle, damit die Kosten für den Einsatz kalkulierbar bleiben und sich die Investitionen rechnen. Nur so werden Unternehmen KI, Analytics und Automatisierung letztlich auch verantwortungsvoll, sicher und nachhaltig in ihre HR-IT-Landschaften integrieren.