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Interoperabilität: Erhalt der Handlungsfähigkeit

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Interoperabilität: Den Betrieb unter Kontrolle halten

Der dritte Punkt ist strategisch: Unternehmen sollten wichtige Systeme selbst betreiben oder zumindest technisch die Kontrolle darüber behalten. Gemeint ist etwa die Möglichkeit, Software auf eigenen Servern, in europäischen Rechenzentren oder in einer kontrollierten privaten Cloud laufen zu lassen. Wer ausschließlich auf externe Plattformen angewiesen ist, macht sich anfällig für politische Konflikte, Sanktionen, Preisänderungen oder Ausfälle.

Kontrollierbare Infrastruktur bedeutet nicht zwangsläufig, dass jedes Unternehmen eigene Rechenzentren betreiben muss. Entscheidend ist vielmehr, dass zentrale Systeme transparent, nachvollziehbar und unabhängig administrierbar bleiben. Unternehmen sollten jederzeit wissen, wo ihre Daten liegen, wer Zugriff darauf hat und unter welchen rechtlichen Bedingungen die Infrastruktur betrieben wird. Quelloffene Systeme, die Interoperabilität unterstützen, ermöglichen jederzeit die Migration, sollten sich die Rahmenbedingungen auf einer genutzten Hosting-Plattform verschlechtern.

Besonders relevant wird das bei sensiblen Daten, zum Beispiel in der Industrie. Wenn Produktionsdaten, Entwicklungsinformationen oder Kundendaten ausschließlich über außereuropäische Plattformen verarbeitet werden, entstehen wirtschaftliche und strategische Risiken. Europäische Cloud- und Open-Source-Lösungen können helfen, Kontrolle zurückzugewinnen und die digitale Wertschöpfung langfristig in Europa zu halten.

Unternehmen sollten wichtige Systeme selbst betreiben oder zumindest technisch die Kontrolle darüber behalten. Gemeint ist etwa die Möglichkeit, Software auf eigenen Servern, in europäischen Rechenzentren oder in einer kontrollierten privaten Cloud laufen zu lassen.

Frank Schnicke

Digitale Souveränität als Transformationsprozess

Digitale Souveränität entsteht nicht von heute auf morgen, sondern durch einen langfristigen Umbau der digitalen Infrastruktur. Offene Standards und quelloffene Software schaffen die technische Grundlage, kontrollierbare Infrastrukturen sichern die operative Unabhängigkeit von Unternehmen.

In der Praxis bedeutet das für Firmen, bestehende Abhängigkeiten realistisch zu analysieren und dort Alternativen aufzubauen, wo das Risiko besonders hoch ist. Nicht jede Abhängigkeit ist unmittelbar problematisch. Entscheidend ist die Fähigkeit, im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Wie sich zeigt, ist digitale Souveränität kein Zustand, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess zwischen Effizienz, Abhängigkeit und strategischer Kontrolle.

InteroperabilitätFrank Schnicke 
ist Leiter der Abteilung „Digital Twin Engineering“ am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern. In dieser Abteilung werden Open-Source-Technologien wie Eclipse BaSyx erstellt, um die digitale Souveränität durch die interoperable Bereitstellung von digitalen Zwillingen und Datenräumen zu stärken.

Bildquelle: Fraunhofer IESE

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