Die fünf wichtigsten US-amerikanischen Tech-Unternehmen Meta (Facebook), Amazon, Apple, Netflix und Alphabet (Google) meldeten für das letzte Quartal schlechte Umsatzzahlen. Anders Tandberg-Johansen von DNB Asset Management erläutert die Aussichten für die FAANG-Unternehmen.
(Quelle: stnazkul - adobe.stock.com)
Die schlechten Zahlen der letzten Quartalsberichte von Tech-Unternehmen wie Alphabet (Google) oder Apple entsprachen ziemlich genau den Erwartungen der Marktteilnehmer. Im Kerngeschäft fielen sie jedoch etwas besser aus, was zu einigen Prozentpunkten positivem Wachstum führte bedeutete. Diese Entwicklung ist derzeit eher zyklischer als struktureller Natur. Allerdings ist zu bedenken, dass auch die FAANG-Unternehmen nicht dauerhaft um 30 bis 40 Prozent wachsen können. Aber ein Wachstum auf dem aktuellen Niveau würde aus unserer Sicht eine gute Perspektive bedeuten. DNB Asset Management geht davon aus, dass beispielsweise die Ergebnisse von Google im ersten Quartal ähnlich ausfallen werden wie die Ergebnisse im vierten Quartal 2022. Die Umsetzung der Kostensenkungsstrategie dürfte etwas länger dauern als bei Meta, so dass sich dies erst später in den Finanzergebnissen niederschlagen wird.
Was Apple betrifft, so hatte das Unternehmen am 22. Dezember in China aufgrund der Corona-Pandemie Produktionsprobleme, die sich auf das vierte Quartal 2022 auswirkten. Daher wurden die Schätzungen entsprechend nach unten korrigiert. So gingen die iPhone-Verkäufe, die 50 Prozent des Geschäfts ausmachen, im Dezember um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Rückgang der iPhone-Verkäufe in Verbindung mit dem schwächeren iPad- und Mac-Absatz führte zu einer Senkung der Schätzungen für das Gesamtjahr um fünf Prozent. Apple ist die teuerste Aktie unter den FAANG-Unternehmen und weist das geringste Wachstum auf.
Tech-Unternehmen waren Gewinner der Corona-Pandemie
Die großen Tech-Unternehmen wie Meta, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet gehörten zu den großen Gewinnern der Corona-Krise, haben aber im Zuge der Rotation von Growth zu Value deutlich an Boden verloren. Jetzt normalisiert sich die Lage wieder und einige dieser Aktien sind geradezu spottbillig. Wir befinden uns in einer sehr interessanten Situation, weil diese Unternehmen massiv in das Metaverse, aber auch in die künstliche Intelligenz investieren. Meta zum Beispiel könnte sich vor diesem Hintergrund zu einer erstklassigen Aktie entwickeln. Meta hat bereits 30 Milliarden US-Dollar in diese Technologie investiert.
Künstliche Intelligenz bringt generell einen Mehrwert für die gesamte Technologie- und IT-Branche, da Arbeitsschritte effizienter durchgeführt werden können. Diese Art des technologischen Wandels findet in jeder Generation statt, was erklärt, warum der Technologiesektor langfristig am besten abschneidet. Diese Entwicklung ist insbesondere für Microsoft positiv, da es die offene KI oder ChatGPT in seinen anderen Produkten nutzen kann, was einen Wendepunkt in der Codierungsumgebung für die Microsoft Office-Anwendungen (Word, PowerPoint, Excel usw.) darstellen wird. Diese könnten dadurch wettbewerbsfähiger werden oder sogar Preiserhöhungen durchsetzen.
Google könnte auf diesem Markt die Führung übernehmen, da das Unternehmen im Bereich der offenen KI weit voraus ist und seit langem unter Druck steht, diese Technologie weiterzuentwickeln. Kürzlich wurde ihr Neuzugang namens "BARD" angekündigt. Während Microsoft seine Produktpalette mit ChatGPT erweitert, muss Google seine Geschäftsstrategie überdenken, da "BARD" eine Bedrohung für Googles eigene Suchmaschine werden könnte, deren Haupteinnahmequelle Werbung ist. Das derzeit am schnellsten wachsende Unternehmen ist Microsoft. Das Wachstum liegt bei rund sieben Prozent und wir erwarten ein ähnliches Wachstum im nächsten Quartal. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 etwas teuer, hat aber eine zyklische Komponente in ihrem Geschäft, die vor allem von der Verbraucherseite geprägt ist.
Auswirkungen von Rezession und höhere Zinsen auf Technologiesektor
Generell gelten Tech-Unternehmen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als relativ widerstandsfähig, da Technologie und Innovation unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage gefragt sind. Darüber hinaus verfügen viele Technologieunternehmen über starke Bilanzen und solide Liquiditätsreserven, die ihnen helfen können, wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern. Einige Technologieunternehmen sind jedoch anfälliger für höhere Zinsen und eine schwächere wirtschaftliche Nachfrage. Insbesondere solche, die sich stark verschuldet haben oder deren Geschäftsmodell eng mit den Verbraucherausgaben verknüpft ist.
Es sollte auch nicht vergessen werden, dass Technologieunternehmen in einer sich schnell verändernden und hart umkämpften Branche tätig sind. Ihr Erfolg kann von Faktoren wie sich ändernden Verbraucherpräferenzen, intensivem Wettbewerb und Änderungen in der staatlichen Regulierung beeinflusst werden. Eine Rezession, die für die Tech-Unternehmen wahrscheinlich schmerzhaft sein wird, dürfte jedoch nichts an ihren guten langfristigen Aussichten ändern. Sie könnten sich danach sogar noch stärker präsentieren. (sg)
Stand: 16.12.2025
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(Anders Tandberg-Johansen ist Portfolio Manager DNB Fund Technology bei DNB Asset Management S.A. (Bild: DNB Asset Management))
Über den Autor: Anders Tandberg-Johansen ist Portfolio Manager DNB Fund Technology bei DNB Asset Management S.A. Die Vermögensverwaltung bietet Produkte innerhalb der nordischen Anlageklassen und in ausgewählten Themenbereichen an und gehört zum Finanzdienstleister DNB ASA Group. (sg)