Innovative IT-Lösungen steigern die Effizienz und Produktivität und verbessern die Unternehmens-Sicherheit. Dennoch schreckt so manches KMU wegen hoher Kosten und fehlendem Know-how davor zurück, digitale Technologien einzuführen. Hilfe bietet das neue BMWi-Förderprogramm.
(Quelle: Joe Techapanupreeda/shutterstock)
Um den Digitalisierungsstau in deutschen Firmen aufzulösen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Förderprogramm „Digital jetzt – Investitionsförderung für KMU“ ins Leben gerufen. Seit Anfang September 2020 werden kleine und mittlere Unternehmen, Handwerker und Freiberufler, die zwischen 3 bis 499 Mitarbeiter beschäftigen, bei ihrem Vorhaben gefördert, digitale Technologien einzuführen. Die Experten von SD Worx haben fünf Tipps zusammengestellt, die zeigen, wie Unternehmen von diesem Förderpaket profitieren und worauf zu achten ist.
1. Digitalisierungsplan informiert über Strategie und Vorhaben
Mindestens ein Viertel der Befragten glaubt, dass die neue Technologie, die ihre Arbeitgeber eingeführt haben, ihre beruflichen Aufstiegschancen innerhalb ihres Unternehmens verbessert. Die Zustimmung dazu fällt je nach Land unterschiedlich stark aus: 25,9 Prozent in Deutschland, 30,7 Prozent im Vereinigten Königreich, 31,5 Prozent in Frankreich und 32,3 Prozent in den Niederlanden. In Belgien sehen sogar 47 Prozent der Arbeitnehmer in der neuen Technologie die Chance, in eine höhere Position aufzusteigen. Nur eine Minderheit (zwischen 7,6 Prozent in den Niederlanden und 15,5 Prozent in Belgien – in Deutschland sind es 10,7 Prozent) erwartet eine negative Auswirkung.
2. Investitionen in Mitarbeiter oder digitale Technologien
In einem weiteren Schritt gilt es abzuwägen, welche Systeme und Lösungen in welcher Höhe bezuschusst werden. KMU und Handwerk können im Rahmen zweier Module Zuschüsse von bis zu 70 Prozent für Investitionen beantragen. Bei den „Investitionen in digitale Technologien“ geht es insbesondere um die Anschaffung neuer Hard- und Software. Diese Investitionen sollten der internen und externen Vernetzung des jeweiligen Unternehmens dienen. Beispiele sind datengetriebene Geschäftsmodelle, künstliche Intelligenz, Cloud-Anwendungen, Big-Data, Einsatz von Hardware sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.
Die „Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeiter” zielen wiederum darauf ab, dass für eine nachhaltige Digitalisierung des Unternehmens notwendige Know-how aufzubauen. Dies beinhaltet Weiterbildungsmaßnahmen zur digitalen Transformation im Bereich der digitalen Strategie, digitaler Technologien, IT-Sicherheit und Datenschutz oder zu digitalen Basiskompetenzen.
3. Höhe der Förderung beim Projekt berücksichtigen
Wer sich bei einem Förderprogramm bewirbt, möchte auch wissen, wie viel Geld tendenziell zur Verfügung steht, um mögliche Anschaffungen planen zu können. Die Höhe der neuen BMWi-Förderung ist dabei nach der Größe des jeweiligen Unternehmens gestaffelt. Wer seinen Antrag bis zum 30. Juni 2021 einreicht und bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigt, kann 50 Prozent Förderung und eventuelle Bonusprozentpunkte erhalten.
Bei bis zu 250 Mitarbeitern sind es 45 Prozent Förderung und eventuelle Bonusprozentpunkte. Wer bis zu 499 Mitarbeiter beschäftigt, kann 40 Prozent Förderung und Bonusprozentpunkte bekommen. Für Anträge, die ab dem 1. Juli 2021 eingehen, sinkt die Förderquote in der jeweiligen Kategorie um 10 Prozentpunkte. Unter bestimmen Voraussetzungen kann sich die Förderquote durch die Bonusprozentpunkte aber auf bis zu 70 Prozent erhöhen.
4. Digitale Technologien: Bonuszahlungen nutzen
Von einer erhöhten Förderquote profitieren zum einen KMU aus strukturschwachen Regionen, denn sie erhalten zehn Prozentpunkte mehr als andere Unternehmen. Besonders gefördert werden aber auch Betriebe mit Investitionsvorhaben in die eigene IT-Sicherheit (fünf Prozentpunkte mehr). Firmen, die innerhalb bestehender Wertschöpfungsnetzwerke Geschäftsmodelle erschließen, bekommen ebenfalls fünf zusätzliche Prozentpunkte.
Werden alle der drei genannten Punkte erfüllt, steigt die Förderquote um insgesamt 20 Prozentpunkte. Somit können Unternehmen bis zu 70 Prozent Förderung erhalten. Nach dem Stellen des Antrags wird dieser in einem nächsten Schritt geprüft. Es folgen die Umsetzung des jeweiligen Projekts im Unternehmen sowie die Zustellung eines Verwendungsnachweises mit abermaliger Prüfung vonseiten des Zuwendungsgebers.
5. Weitere Fördermöglichkeiten für digitale Technologien
Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite sowie Darlehen in Zusammenarbeit mit Förderbanken gehören zu den bekanntesten Förderoptionen für Digitalisierungsvorhaben im Mittelstand. Das neue Förderprogramm „Digital jetzt – Investitionsförderung für KMU“ ist nur eine von zahlreichen Initiativen. Hinzu kommen weitere Programme der Länder, des Bundes und der EU. Eine übersichtliche Zusammenstellung findet sich hier.
„Wir begrüßen die Initiative des Bundes und halten es für sinnvoll, dass dem Mittelstand verschiedene Wege aufgezeigt werden, den Grad der Digitalisierung voranzutreiben. Innovative Lösungen sind das A und O für mehr Effizienz und Wettbewerbsstärke“, erklärt Patrick Weber, Geschäftsführer bei SD Worx Deutschland. „Manchmal fällt es jedoch aufgrund der hohen Anzahl unterschiedlicher Organisationen und Player schwer, den Überblick zu behalten. Daher ist ein schrittweises und fundiert geplantes Vorgehen so wichtig. Hier stehen wir mit unserer langjährigen Erfahrung gerne zur Seite. Hand in Hand wird es uns gelingen, digitale Projekte schneller und besser in die Tat umzusetzen und deutsche Unternehmen zugleich zukunftsfit zu machen.“
Stand: 16.12.2025
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