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Verhandlung mit Lieferanten

Einkauf: Sechs Best Practices für Verhandlungen mit KI

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Was KI im Einkauf nicht leisten kann

Die Grenzen sind so wichtig wie die Möglichkeiten. KI baut keine Beziehung zum Lieferanten auf, schafft kein Vertrauen und verhandelt nicht mit Empathie. Sie kann Vorbereitung perfektionieren – den Termin selbst muss der Mensch führen.

Die zweite Grenze ist Datenschutz. Eingaben in offene KI-Systeme können zu Anbietern in Drittländern, zum Beispiel USA, gelangen. Geschäftsgeheimnisse und sensible Lieferantendaten gehören nicht in einen offenen Chat-Prompt.

Die dritte Grenze ist die Eingabequalität. Generische Eingaben führen zu generischen Ausgaben. Wer KI-Modelle mit knappen, vagen oder unvollständigen Prompts füttert, bekommt Antworten, die im Verhandlungstermin nicht standhalten. Detaillierte, strukturierte Prompts sind die Voraussetzung für belastbare Ergebnisse – nicht nice-to-have, sondern Pflicht.

Die vierte Grenze betrifft Berechnungen. Für Kosten Herleitungen und Preisanker sind rohe Sprachmodelle ungeeignet. Sie sind für Sprachvorhersage gebaut, nicht für Kalkulation. Wer ohne kalibrierte Pipeline mit nachgeschaltetem Algorithmus rechnet, übernimmt Modellrauschen als Verhandlungsgrundlage – und verliert die Verhandlung, bevor das erste Wort fällt.

Vier Grenzen, die im Einkauf jede KI-Strategie kennt

1. Beziehungsarbeit: KI bereitet vor, sie verhandelt nicht. Vertrauen, Mimik, Stimmung, kulturelle Subtexte – das bleibt menschlich. 

2. Datenschutz: Offene Systeme leiten Eingaben an Drittländer weiter. Sensible Lieferanten- und Vertragsdaten gehören in geschlossene oder kalibrierte Pipelines, nicht in den Browser-Chat.

3. Eingabequalität: Je generischer die Eingabe, desto generischer die Ausgabe. Detaillierte, strukturierte Prompts sind Pflicht. 

4. Berechnungen: Für Kosten Herleitungen keine rohen Modelle einsetzen – nur kalibrierte Pipelines liefern belastbare Zielpreise.

KI im Einkauf steigert die Effizienz

KI im Einkauf ist ein Effizienz-Thema und ein Vorbereitungs-Werkzeug, das die Asymmetrie zwischen Einkauf und Lieferant umkehrt – wenn sie kalibriert eingesetzt wird und der Mensch die Verhandlung führt. Lieferantensuche erweitert das Spielfeld jenseits bekannter Anbieter, Cost Engineering liefert belastbare Zielpreise, Finanzanalyse zeigt Hebel für passgenaue Zugeständnisse, Argumentationsentwicklung skaliert die Vorbereitung, Rechts- und Angebotsprüfung schließt die teuersten Lücken. Moderne Verhandlungstrainings müssen diese neuen Möglichkeiten widerspiegeln. Wer alle sechs Hebel systematisch nutzt und sie mit einem Verhandlungstraining für den Einkauf verbindet, das Einkäufer in die Lage versetzt, KI-gestützte Evidenz souverän in den Termin zu tragen, gewinnt nicht nur Verhandlungen – er gewinnt sie systematisch.

Q&A: KI im Einkauf

Welche KI-Anwendung im Einkauf liefert den größten Hebel?
Cost-Engineering. Hier verschiebt sich die Verhandlungsdynamik vom Aufbauen des Preisdrucks des Einkaufs auf den Lieferanten, der plötzlich seine Preisabweichung von der Kostenrechnung rechtfertigen muss.

Lassen sich rohe KI-Modelle wie ChatGPT direkt für Cost Engineering nutzen?
Nein. Rohe Modelle liefern hohe Streuung und Modellrauschen. Belastbar wird Cost Engineering erst durch kalibrierte Pipelines mit strukturiertem Eingabe-Stack und algorithmischer Validierung.

Ersetzt KI den Verhandler im Termin?
Nein. KI bereitet vor, sie verhandelt nicht. Der Termin verlangt Beziehungsarbeit, Mimik, Reaktion auf Bluff und Stimmung – das bleibt menschlich.

Was darf in eine KI eingegeben werden, was nicht?
Sensible Lieferanten- und Vertragsdaten gehören in geschlossene oder kalibrierte Pipelines, nicht in offene Browser-Chats. Klare Spielregeln, welche Daten welche KI-Pipeline durchlaufen dürfen, sind Pflicht.

Wo fängt man am sinnvollsten an?
Mit der Vorbereitung des nächsten anstehenden Verhandlungstermins. Cost Engineering und Finanzanalyse für genau diesen Lieferanten – und das Ergebnis im Termin gegen die eigene Erfahrung kalibrieren. Aus drei solchen Zyklen entsteht ein neuer Standard. 

Einkauf Raphael SchoenDr. Raphael Schoen
ist langjähriger Praktiker (Carl Zeiss), promovierter Verhandlungsforscher (HHL Leipzig) und Gründer des Schoen – Verhandlungsinstituts. Er begleitet Industrie- und Wirtschaftsunternehmen bei Verhandlungen und entwickelt KI- und Cost-Engineering-gestützte Verhandlungsstrategien für Einkauf, Vertrieb und Geschäftsführung.

Bildquelle: Dr. Raphael Schoen

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