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Digital Maturity Index Einsatz von KI: Content-Reife von Unternehmen hält nicht Schritt   

Von Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Laut dem neuen „European Digital Maturity Index 2026“ von Heyland will die Mehrzeit der Unternehmen den Einsatz von KI stark ausweiten. Allerdings bremsen fragmentierte Inhalte und unzureichend vernetzte Systeme viele Innovationsprojekte bereits in der Pilotphase.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
(Maks Lab - stock.adobe.com)

Der neue „European Digital Maturity Index 2026“ von Hyland  zeigt ein Paradox der digitalen Transformation in Europa: Unternehmen treiben Innovationen in beispiellosem Tempo voran, vernachlässigen aber die Infrastruktur, die nötig ist, damit sich Fortschritte skalieren und langfristig nutzen lassen. Die ie Benchmark-Studie, für die rund 3.000 europäische IT-Entscheider befragt wurden, zeigen ein Ungleichgewicht, welches droht, Innovationen auszubremsen oder zu vergeuden und die Fortschritte beim Einsatz von KI in den vergangenen Jahren zu untergraben.

Operative Grundlagen für den Einsatz von KI

Der Gesamtwert für die digitale Reife in Europa stieg gegenüber 2025 um 6 Punkte auf 69 von 100 Punkten. Gleichzeitig sank der Reifegrad der Content Services, die das Fundament für den Einsatz von KI bilden, als einzige Kategorie um 13 Punkte auf 56 von 100 Punkten. Diese Diskrepanz zeigt eine gravierende Fehleinschätzung: Unternehmen investieren massiv in Innovationen, lassen aber die operativen Grundlagen außer Acht, auf die diese Technologien angewiesen sind. Bei fast 60 Prozent der europäischen Unternehmen geraten Innovationsprojekte bereits in der Pilotphase ins Stocken. Die direkte Ursache sind fragmentierte und schwer zugängliche Daten.

Innovationen nehmen zu, die Infrastruktur verliert an Reife

Die Daten zeigen, wie stark die Prioritäten angesichts des rasant wachsenden KI-Einsatzes auseinanderklaffen. Inzwischen setzen 15 Prozent der europäischen Unternehmen KI in allen wichtigen Systemen ein. Gegenüber nur zwei Prozent im Jahr 2025 entspricht das einem Anstieg um 650 Prozent. Zugleich geben 54 Prozent der befragten IT-Entscheiderinnen und -Entscheider an, dass die Informationen und Dokumente in ihrem Unternehmen zu „unübersichtlich oder fragmentiert“ seien, um KI verlässlich einzusetzen.

Jeder neue Einsatz von KI macht sichtbar, wie weit die Datenqualität hinter den Ambitionen zurückliegt. 42 Prozent der Unternehmen arbeiten entweder vollständig cloudbasiert oder haben bereits alles in die Cloud migriert, was sich dorthin verlagern lässt. Im Vorjahr waren es 32 Prozent. Gleichzeitig berichten 50 Prozent der Unternehmen, dass ihre Systeme nicht ausreichend miteinander verbunden sind und dadurch Innovationen bremsen. In Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 64 Prozent.

Der Preis der Fragmentierung: Content-Silos bremsen den Fortschritt

 Die Ursache für Content-Silos liegt in der systematischen Fragmentierung:

Einsatz von KI: Beschleunigung ohne tragfähiges Fundament

Während Unternehmen ihre Investitionen in Innovationen beschleunigen, vernachlässigen sie ihre Content-Infrastruktur. So entsteht eine selbst verursachte Lücke in der Data Governance. Cloud, KI und Automatisierung werden in hohem Tempo eingeführt, gleichzeitig nehmen die Datensilos unbeabsichtigt weiter zu. Jede neue KI-Implementierung macht Schwächen im Datenfundament sichtbarer. Innovationen entwickeln sich schneller als die Grundlagen, auf die sie angewiesen sind.

John Newton, Chief Innovation Strategist bei Hyland, erklärt: „Auf Content, der nicht verwaltet wird, lässt sich kein intelligentes Unternehmen aufbauen. Europa investiert massiv in KI, während das Informationsfundament darunter an Substanz verliert. Oberflächlich betrachtet sieht das nach Fortschritt aus. Doch KI ist nur so gut wie der Content, auf den sie zugreifen, den sie verstehen und dem sie vertrauen kann. Genau dieses Fundament gerät derzeit unbemerkt ins Wanken.“

„Der nächste Wettbewerbsengpass wird nicht die Information selbst sein, sondern die nötige Sicherheit, auf Basis dieser Informationen zu handeln. Die Inhalte in diesen Unternehmen sind bereits vorhanden. Es fehlt jedoch ein Weg, sie zusammenzuführen, zu steuern und zu verknüpfen, damit Mensch und KI auf einer verlässlichen Grundlage handeln können. Im KI-Zeitalter werden diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die für ein solides Content-Fundament sorgen“, fügt Newton hinzu.

Digitale Reife ist kein Selbstläufer

Das Vereinigte Königreich führt Europa beim digitalen Reifegrad mit 74 von 100 Punkten an. Die nordischen Länder liegen mit 67 von 100 Punkten zurück. Dort verfügen nur 6 Prozent über vollständig integrierte Federation-Architekturen für Enterprise Content Management. 7 Prozent – der höchste Wert in Europa – arbeiten noch immer überwiegend mit papierbasierten Unterlagen. Diese Unterschiede zeigen, dass digitale Reife kein Selbstläufer ist. Unternehmen, die ihre Infrastruktur für Content Services nachrangig behandeln, drohen gegenüber Wettbewerbern weiter zurückzufallen, für die Data Governance eine Voraussetzung und kein nachträglicher Zusatz ist. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie für Europa im Überblick:

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  • Digitale Reife insgesamt: 69/100 (plus 6 Punkte gegenüber 2025)
  • Cloud Services und Infrastruktur: 74/100 (plus 8 Punkte)
  • KI und Automatisierung: 71/100 (plus 14 Punkte)
  • Cybersicherheit: 76/100 (plus 11 Punkte)
  • Open Source, Low Code und No Code: 69/100 (plus 10 Punkte)
  • Content Services: 56/100 (minus 13 Punkte)

Wichtige Herausforderungen beim Einsatz von KI:

  • 60 Prozent der Unternehmen berichten von Content-Silos.
  • 54 Prozent halten ihre Daten für zu unübersichtlich oder fragmentiert, um KI verlässlich einzusetzen.
  • 57 Prozent berichten über stockende Innovationsprojekte in der Pilotphase.
  • 50 Prozent berichten, dass ihre Systeme nicht ausreichend miteinander verbunden sind.
  • Fünf Prozent arbeiten noch immer überwiegend mit papierbasierten Unterlagen.

Zur Methodik der Studie: Hyland hat für den „European Digital Maturity Index 2026“ eine Umfrage bei 3.000 IT-Entscheidern in folgenden Ländern in Auftrag gegeben: Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Spanien, Benelux und Skandinavien. Die Befragten schätzten den Reifegrad ihrer Infrastruktur anhand von fünf zentralen Kriterien selbst ein: Reifegrad der Content Services, Nutzung von Cloud Services und Infrastruktur, Nutzung von Open-Source-, Low-Code- und No-Code-Technologien, Nutzung von KI- und Automatisierungstechnologien und Ansätze für Datensicherheit und Cybersicherheit.
Der Bericht bewertet die Fortschritte der digitalen Transformation in den verschiedenen Regionen und zeigt die Hürden, Treiber und Chancen auf, die den digitalen Wandel in Europa prägen. Hyland ist Anbieter von Enterprise-Intelligence-Lösungen.