Unternehmen und Netzbetreiber brauchen eine zentrale Instanz, um das Rückgrat für IoT und Industrie 4.0 sicher im Blick zu haben.
(Quelle: Connect world/shutterstock)
Kabel sind die Lebensadern jeder IT-Infrastruktur im Unternehmen. Durch sie fließen unvorstellbare Mengen an Datenströmen täglich zwischen Unternehmen, Abteilungen, Kunden, Maschinen oder verschiedenen Clouds hin und her. Ohne Kabel wären die gesamte Digitalisierung und das Internet undenkbar. Kabel sind systemrelevant, werden aber in der Diskussion um Digitalisierungstrends wie Automatisierung meist gar nicht erwähnt. Dabei sind ihre Planung und ihr Management sehr wichtig, damit eben alle Gebäude, Arbeitsplätze, Anwendungen, Menschen und Maschinen in ausreichender Schnelligkeit und Menge mit Daten versorgt werden können. Hierfür kommen Lösungen für das Kabelmanagement zum Einsatz.
IT-Infrastruktur im Unternehmen: Kabelmanagement auf dem Gelände und in Gebäuden
Mit einer Kabelmanagement-Lösung können Unternehmen den gesamten Verlauf von Kabeln auf dem eigenen Gelände und in den Gebäuden dokumentieren und nachverfolgen. Dadurch erhalten sie einen Überblick über die bestehende Infrastruktur, können diese sicher betreiben und gleichzeitig den Ausbau besser, gezielter und effizienter planen.
Störungsursachen verhindern für einen optimalen Betrieb
Haben Unternehmen ihre Verkabelung dokumentiert und ihre Dokumentation mit georeferenziellen Informationen angereichert, können sie sehr effizient präventives Störungsmanagement betreiben: zum Beispiel verhindern, dass bei Bauarbeiten versehentlich wichtige Kabel beschädigt werden. Geoinformationen oder Geoinformationssysteme kommen daher vor allem im Außenbereich des Campusgeländes zum Einsatz, wo sie für eine sehr präzise Lokalisierung von Komponenten wie Kabeltrassen genutzt werden. Gerade die punktgenaue Lokalisierungsmöglichkeit einer Störung ist auf großen Geländen wie Produktionsstätten oder Flughäfen entscheidend, um Ausfallzeiten und -kosten so gering wie möglich zu halten. Auf einem einzigen Flughafen können mehrere Hunderttausend Kilometer Kabel verlegt sein. Durch die verbesserte Übersicht und Effizienzsteigerung lassen sich Betriebskosten und Ausgaben für Incident-Prozesse deutlich senken. Einsparungen von bis zu 50 Prozent sind durch ein modernes Kabelmanagement möglich.
Planung und Visualisierung
Nicht nur beim Betrieb, sondern auch beim Ausbau der Kabelnetze spielt das Kabelmanagement eine wichtige Rolle. Wenn auf dem Werksgelände neue Gebäude entstehen, liefern professionelle Kabelmanagementlösungen präzise und anschauliche Informationen und grafische Übersichten für die Planung. Die optimale, effizienteste Streckenführung für Kabel ermittelt zum Beispiel eine integrierte Auto-Routing-Funktionalität. Verknüpft mit Georeferenz-Informationen erhalten Planer und Bauunternehmer anstatt unübersichtlicher Tabellen eine digitale Karte, auf der sämtliche Kabel, ihre Funktionen und Anschlussstellen eingetragen sind. Alle diese Informationen helfen, externe Dienstleister wie Baufirmen oder externes Servicepersonal effizient zu steuern und schnell und unkompliziert einzuweisen.
IT-Infrastruktur im Unternehmen: Kritische Systeme absichern
Dabei ist Kabelmanagement nicht nur eine Lösung für Großkonzerne mit eigenen Rechenzentren und ausufernden Werksgeländen. Aber was sollte eigentlich dringend dokumentiert werden? Als Faustregel gilt: Umso kritischer und komplexer Infrastrukturen, ihre zugrundeliegenden Komponenten oder Services sind, desto wichtiger ist es, diese in einer professionellen und ausführlichen Dokumentation festzuhalten. Die Dokumentation bietet dann den gesamten Überblick von den Kabeln bis zu den darauf basierenden Services. So kann das Unternehmen seine Wertschöpfung sicherstellen. Das gilt für Unternehmen jeder Größe und Branche.
Kabelmanagement in der Praxis: 100 Prozent Datenqualität bei Automobilhersteller
Ein schneller Überblick über die vorhandene Infrastruktur ist das A und O: Nach diesem Motto managt ein renommierter Autokonzern seine komplette Verkabelung im Werk und den Büro-Gebäuden mit einer Kabelmanagement-Lösung von FNT. Das schafft Transparenz, um im Störfall rasch handeln und um den Netzausbau effizient planen zu können.
Schon während der Planung des Ausbaus des Kabelnetzes auf dem Gelände validiert das System die technische Machbarkeit. Es prüft zum Beispiel, ob die Kabel- und Steckertypen zusammenpassen. Gleichzeitig wird der Verlauf von Trassen und der Standort von Schaltschränken mit Patchfeldern und Ports dokumentiert. Auch Hersteller- und Gerätedaten wie auch deren Belegung sowie die Auslastung der Ports und der angeschlossenen Geräte sind vollständig dokumentiert. Diese Informationen sind essenziell für ein smartes Incident- und Change-Management, da die Entstörtrupps auf dem weitläufigen Werksgelände direkt an die Stelle der Störung geschickt werden können. Neben dem Verlauf von Kabeln auf dem Gelände ist auch die Gebäudeverkabelung, zum Beispiel der einzelnen Arbeitsplätze, in der Lösung abgedeckt. „Durch den Einsatz der Kabelmanagement-Lösung haben wir eine 100%-ige Datenqualität“, schreiben die Projektverantwortlichen in ihrem Abschlussbericht. Als nächsten Schritt planen die Autobauer, Teile der Lösung durch Cloud-basierte Komponenten zu erweitern, um die Prozessunterstützung für den Anwender weiter zu optimieren.
Stand: 16.12.2025
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Vorteile, die Unternehmen durch die Einführung einer Kabelmanagementlösung erhalten können
Vollständige Transparenz über alle physischen Verkabelungen und ihrer Funktionen
Größere Effizienz und Qualität für die Planung neuer Ausbaustufen
Vereinfachte Steuerung externer Dienstleister und Gewerke bei Aus- und Umbaumaßnahmen
Kostensenkung im Bereich Incident Management durch schnellere Fehlererkennung, Lokalisierung und zielgerichtete Reparaturmaßnahmen
Revisionssichere Erfüllung von regulatorischen Vorgaben zur Dokumentation (z.B. Corporate Governance) von kritischer Infrastruktur ohne zusätzliche Aufwände