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Einsatz von KI KI-Tools: Warum Mitarbeiter noch nicht bereit sind für deren Nutzung

Von Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Laut einer neuen Studie von Kyndryl gehen erst 19 Prozent der Verantwortlichen in Unternehmen in Deutschland davon aus, dass die Mitarbeiter bereit sind für die Nutzung von KI-Tools. Außerdem zeigt die Studie, dass die Lücke zwischen Erwartungen an KI und ihrer Umsetzung wächst.

(Bild:  © Sutthiphong/stock.adobe.com)
(Bild: © Sutthiphong/stock.adobe.com)

Kyndryl hat jetzt zum zweiten Mal den jährlich erscheinenden „People Readiness Report“ veröffentlicht. Die Studie, für die rund 1.100 Führungskräfte aus Fachbereichen und der IT in acht Ländern befragt wurden, zeigt: Es gibt einen deutlichen Rückgang der Bereitschaft der Mitarbeiter für die Nutzung von KI-Tools. Außerdem wächst die Lücke zwischen KI-Erwartungen und ihrer Umsetzung.

Der Report zeigt, wie führende Unternehmen die KI-Dynamik für sich nutzen: Entscheidend dabei sind nicht allein angepasste Strategien, Anwendungsfälle oder Technologien. Erfolgreiche Unternehmen gestalten die Arbeit neu und steuern die Veränderungen im gesamten Unternehmen. Außerdem zeigen die Daten, dass Vertrauen in die KI durch gezielte Änderungen an Betriebsmodellen und Governance aufgebaut werden kann.

Die Studienergebnisse erscheinen in einer Phase, in der Unternehmen die Einführung von KI beschleunigen und stark investieren, um die Wertschöpfung massiv zu erhöhen. Laut den Analysten von Gartner werden die weltweiten Ausgaben für KI im Jahr 2026 voraussichtlich 2,52 Billionen US-Dollar erreichen, ein Zuwachs von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

KI-Tools: Aufmerksamkeit auf Mitarbeiter richten

Kim Basile, CIO von Kyndryl, erklärt: „Für globale Unternehmen ist dies ein kritischer Moment: Sie führen KI mit hohem Tempo ein, gestalten Workflows neu und treiben Innovation voran. Gleichzeitig merken sie, dass ihr wichtigstes Kapital, nämlich ihre Mitarbeiter, mehr Aufmerksamkeit braucht. Die Daten zeigen: Unternehmen, die in Menschen investieren, erzielen deutlich häufiger positive Ergebnisse – etwa indem sie Rollen und Workflows neu denken, Ressourcen für Weiterqualifizierung und Umschulung bereitstellen oder Mitarbeitende durch den Wandel führen.“

Mark Paulek, Chief Human Resources Officer von Kyndryl, ergänzt: „Die Veränderungen der Arbeit durch KI zwingen Unternehmen, ihre Belegschaft schneller als je zuvor neu auszurichten. Die führenden Unternehmen bringen Kompetenzen, Rollen und Entscheidungswege mit diesen Veränderungen in Einklang. Wenn Menschen ihre Rolle in diesem System verstehen, wachsen Vertrauen und Leistung gemeinsam.“

Unternehmen, die in Menschen investieren, erzielen deutlich häufiger positive Ergebnisse – etwa indem sie Rollen und Workflows neu denken oder Ressourcen für Weiterqualifizierung und Umschulung bereitstellen.

Kim Basile, Kyndryl

Die Studie zeigt zwei wichtige Entwicklungen bei deutschen Unternehmen:

  • 56 Prozent der Unternehmen in Deutschland geben an, dass KI in zentrale Geschäftsprozesse eingebettet ist oder unternehmensweit breit eingesetzt wird (global 57 Prozent); im Vorjahr sagten weltweit 35 Prozent, KI sei vollständig in ihren Organisationen integriert gewesen.
  • 32 Prozent der Unternehmen weltweit haben mindestens eines ihrer zwei wichtigsten KI-Ziele bislang erreicht; lediglich 11 Prozent haben beide Ziele erreicht.

So geling die effiziente Nutzung der KI-Tools durch Mitarbeiter

Die „Pacesetter“ der Studie setzt sich aus denjenigen neun Prozent der Organisationen zusammen, die vor allem drei Dinge tun: Sie gestalten Rollen rund um die KI-Nutzung neu, setzen Change Management um, damit die Belegschaft das neue Betriebsmodell versteht und entsprechende Leitplanken vorhanden sind, und sie haben ihre Belegschaft auf KI vorbereitet.

Diese drei Maßnahmen bilden die operativen Grundlagen, durch die sich erfolgreiche Organisationen verlässlich von anderen unterscheiden. So entsteht mit jedem Schritt auch mehr Governance-Reife. Pacesetter haben die untersuchten Governance-Maßnahmen etwa doppelt so häufig vollständig umgesetzt wie andere Unternehmen.

Pacesetters sind 1,5-mal häufiger in der Lage, KI-bezogenes Umsatzwachstum zu erzielen sowie 1,6-mal häufiger in der Lage, bessere Innovationen bei Produkten und Services umzusetzen. Führungskräfte nennen die Bereitschaft der Belegschaft durchgängig als einen der schwierigsten Aspekte der KI-Einführung:

  • 19 Prozent der Unternehmen in Deutschland halten ihre Belegschaft für vollständig KI-bereit; weltweit liegt der Wert bei 23 Prozent und damit sechs Prozentpunkte unter dem Vorjahr.
  • 68 Prozent der Unternehmen in Deutschland stimmen zu, dass ihre Belegschaft mit der Geschwindigkeit der KI-Entwicklung nicht Schritt halten können wird. Auch die notwendigen neuen Governance-Prozesse und die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle können nicht im notwendigen Tempo stattfinden.

Das Risiko, den Anschluss zu verlieren, steigt, weil immer mehr Unternehmen autonome KI-Agenten einsetzen. 71 Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten, dass KI-Agenten innerhalb des nächsten Jahres Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen für ihr Unternehmen treffen werden. Zugleich vertrauen in Deutschland derzeit nur 25 Prozent vollständig auf KI-Systeme, die ohne menschliche Aufsicht arbeiten.

Belegschaften auf KI-gestützte Arbeitswelten vorbereiten

Die Studie benennt geeignete Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Belegschaften auf eine KI-gestützte Arbeitswelt vorbereiten:

 

  • Rollen für die Zukunft neu gestalten: 58 Prozent der Unternehmen in Deutschland geben an, Rollen bereits neu gestaltet zu haben; 19 Prozent schaffen neue Rollen mit Fokus auf KI-Management.
  • Kompetenzlücken adressieren: 47 Prozent der Führungskräfte in Deutschland sagen, dass es schwieriger geworden ist, Mitarbeitende mit den richtigen Kompetenzen zu finden, um ihre KI-Strategie voranzubringen. 23 Prozent haben Trainingsprogramme vollständig implementiert, die Mitarbeitende dabei unterstützen, effektiv mit KI-Tools zusammenzuarbeiten.
  • Vertrauen durch Governance aufbauen: 31 Prozent der Unternehmen in Deutschland geben an, klare Richtlinien dafür zu haben, welche Entscheidungen KI treffen darf und welche nicht. 26 Prozent nutzen ein zentrales Register und Monitoring-Funktionen für alle ihre KI-Systeme. Organisationen mit stärkerer Governance geben an, dass ihre Belegschaften KI-Strategie und Umsetzung stärker vertrauen; Organisationen mit hohem Vertrauen berichten deutlich häufiger transformative Ergebnisse aus ihren KI-Investitionen.

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