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KI-gestützte Prozessautomation Physical AI: Nunatak AI & Robotics Night zeigt die nächste Phase

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz verlässt den Bildschirm: Autonome Agentensysteme, Robotik und KI-gestützte Prozessautomation übernehmen zunehmend operative Aufgaben und transformieren Geschäftsmodelle in Industrie, Medizin und Dienstleistungen. Mit „Physical AI“ zieht KI erstmals in die reale Welt ein.

Prof. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut erklärt im Gespräch mit Dr. Franziska Brühl von Nunatak, welche Rolle Robotics und Physical AI bei der nächsten Industriewelle spielen.(Bild:  Stefan Girschner)
Prof. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut erklärt im Gespräch mit Dr. Franziska Brühl von Nunatak, welche Rolle Robotics und Physical AI bei der nächsten Industriewelle spielen.
(Bild: Stefan Girschner)

Der Markt für Physical AI expandiert rasant: Laut Spherical Insights soll der globale Smart-Roboter-Sektor von rund 156 Milliarden Dollar (2026) auf 436 Milliarden Dollar (2033) anwachsen. Das käme einer Verdreifachung des Marktvolumens gleich. Dass Investoren bereits auf diesen Trend setzen, zeigt das Beispiel Neura Robotics: Das deutsche Unternehmen konnte eine weitere Finanzierungsrunde über 1,4 Milliarden US-Dollar abschließen.

Deutschland ist strukturell gut aufgestellt, um davon zu profitieren: Mit 449 Robotern je 10.000 Beschäftigte belegt die Bundesrepublik weltweit Rang drei bei der Roboterdichte. Für Unternehmen im DACH-Raum eröffnet die Konvergenz von KI und Robotik eine neue Phase industrieller Transformation. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wer diesen Markt unter sich aufteilt und ob Deutschland dabei ist.

Doch gute Ausgangsbedingungen allein entscheiden nicht. Nach Jahren voller GenAI-Experimente und Tool-Debatten müssen Unternehmen KI jetzt dauerhaft in Prozessen, Führungsstrukturen und Geschäftsmodellen verankern. Die KI-Ära wird nicht von denen gewonnen, die die besten Pilotprojekte vorweisen – sondern von denen, die als erste skalieren.

Physical AI als dritte KI-Wellte

Dr. Fabian Göbel von Nunatak erklärt, welche drei Hebel Physical AI in Europa voranbringen.(Bild:  Stefan Girschner)
Dr. Fabian Göbel von Nunatak erklärt, welche drei Hebel Physical AI in Europa voranbringen.
(Bild: Stefan Girschner)

„Die erste KI-Welle war ein Technologiewettlauf, die zweite ist eine Organisationsaufgabe. Leistungsfähige Modelle stehen heute nahezu jedem Unternehmen zur Verfügung. Entscheidend ist deshalb nicht mehr die Technologie selbst, sondern die Fähigkeit, Organisationen, Führungsstrukturen und Prozesse so weiterzuentwickeln, dass KI mit messbarem Geschäftsnutzen skaliert werden kann“, sagt Dr. Fabian Göbel, Partner und Managing Director bei Nunatak.

Die Entwicklung zur Physical AI stand im Mittelpunkt der Nunatak AI & Robotics Night 2026 in München. Unter dem Leitmotiv „Get Real! – Wenn KI physisch wird“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Industrie, Technologie und Medizin. Im Fokus der Veranstaltung standen Themen, die mit dieser Phase an Bedeutung gewinnen: Governance, AI Readiness, Leadership und die operative Integration von KI in den Arbeitsalltag.

Zu den Sprecherinnen und Sprechern des Abends gehörten unter anderem Dr. Fabian Göbel (Partner und Managing Director, Nunatak), Prof. Dietmar Harhoff, Ph.D. (Geschäftsführender Direktor, Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb), Prof. Dr. med. Alexander Muacevic (Neuro- und Radiochirurg, Gründer und Direktor, European Radiosurgery Center Munich), Julian Geiger (Chief AI Officer, Nemetschek Group), Elena Coles (Head of Investor Relations, Circus SE) sowie Dr.-Ing. Michael Suppa (Mitgründer und CEO, Roboception GmbH).

Physical AI: Chancen der deutschen Wirtschaft im Wettbewerb

Dr.-Ing. Michael Suppa, Roboception GmbH, Julian Geiger, Nemetschek Group, Dr. Franziska Brühl, Nunatak, und Elena Coles, Circus SE diskutieren darüber, welche Technologie die nächste Wellte antreiben wird.(Bild:  Stefan Girschner)
Dr.-Ing. Michael Suppa, Roboception GmbH, Julian Geiger, Nemetschek Group, Dr. Franziska Brühl, Nunatak, und Elena Coles, Circus SE diskutieren darüber, welche Technologie die nächste Wellte antreiben wird.
(Bild: Stefan Girschner)

Im Q&A zur industriellen Robotik-Welle und Deutschlands Chancen im globalen Wettbewerb zog Dr. Franziska Brühl, Principal bei Nunatak (Practice People & Organization), die Verbindung zum Kern der Transformation: „Wenn KI physisch wird und operative Aufgaben übernimmt, verschiebt sich die entscheidende Frage von der Technologie zum Menschen. Nicht das Modell entscheidet über den Erfolg, sondern wie schnell eine Organisation lernt, mit ihm zu arbeiten.“

Ergänzt wurden die Diskussionen durch interaktive Experience Sessions zu Physical AI: In drei Räumen wurde die physische Dimension von KI erlebbar – von humanoiden Robotern live in Bewegung über selbstlernende Roboterkomponenten bis zu Vibe Coding und einem interaktiven Organizational Digital Twin aus dem Nunatak AI Lab. Für Nunatak bestätigt der Abend ein Muster aus der eigenen Projektarbeit: „Der eigentliche Hebel liegt heute bei den Menschen und Organisationen, die mit KI arbeiten. Führung bedeutet künftig, das Zusammenspiel von Menschen, Technologie und intelligenten Systemen zu gestalten und nicht mehr nur, Teams zu steuern“, erklärt Robert Jacobi.

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