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Prognosen zur Cybersicherheit 2026 Cyberkriminalität: Wie KI deren Ökonomie verändert

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Laut den Prognosen zur Cybersicherheit von Trend Micro wird sich Cyberkriminalität im Jahr 2026 vollständig industrialisieren. Zu den neuen Angriffsmethoden gehören autonome Kampagnen in Echtzeit, polymorphe Malware, die ihren eigenen Code ständig neu schreibt und Deepfake-basierte Social-Engineering-Taktiken.

(Bild:  Trend Micro)
(Bild: Trend Micro)

Trend Micro warnt in dem neuen  Sicherheitsreport „The AI-fication of Cyberthreats – Security Predictions for 2026“ davor, dass das kommende Jahr den endgültigen Übergang zur voll industrialisierten Cyberkriminalität markieren wird. Künstliche Intelligenz und Automatisierung ermöglichen es Angreifern bereits heute, ganze Kampagnen autonom durchzuführen, von der Aufklärung bis hin zur Erpressung. Unternehmen sehen sich dadurch Angriffen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit, Größe und Komplexität gegenüber.

Der Bericht zeigt, wie generative KI und agentenbasierte Systeme die Ökonomie der Cyberkriminalität grundlegend verändern. Autonome Angriffskampagnen passen sich in Echtzeit an. Polymorphe Malware schreibt ihren Code ständig neu. Und Deepfake-basierte Social-Engineering-Taktiken werden zu normalen Werkzeugen für Angreifer. Gleichzeitig droht Automatisierung auch Unternehmen mit einer Flut an synthetischem Code, manipulierten KI-Modellen und fehlerhaften Modulen, die in legitime Arbeitsabläufe eingebettet sind, zu überfluten, wodurch die Grenze zwischen Innovation und Sicherheitsbedrohung zunehmend verschwimmt.

Cyberkriminalität bedroht Hybrid-Cloud-Umgebungen und KI-Infrastruktur

Für 2026 erwartet Trend Micro besonders hohe Risiken für Hybrid-Cloud-Umgebungen, Software-Lieferketten und KI-Infrastrukturen. Vergiftete Open-Source-Pakete, kompromittierte Container-Images und privilegierte Cloud-Identitäten entwickeln sich zu verbreiteten Angriffsvektoren. Staatlich geförderte Gruppen werden zunehmend auf Strategien des Typs „jetzt sammeln, später entschlüsseln“ zurückgreifen, um für ihre Spionageaktivitäten zu erwartende technologische Fortschritte im Quantencomputing zu nutzen.

Auch Ransomware wandelt sich hin zu einem KI-gestützten Ökosystem, das in der Lage ist, sich selbst zu verwalten – von der Identifizierung lohnender Ziele über das Ausnutzen von Schwachstellen bis hin zu automatisierten „Erpressungs-Bots“, die mit den Opfern verhandeln. Die Bedrohungsforscher von Trend Micro gehen davon aus, dass diese Kampagnen schneller, schwerer nachzuverfolgen und persistenter sein werden, da sie nicht mehr nur auf Verschlüsselung setzen, sondern zunehmend auf die systematische Auswertung und Monetarisierung von Daten.

Daher sollten Unternehmen weltweit den Schritt von reaktiver Verteidigung hin zu einer proaktiven Cyberresilienz vollziehen. Dazu gehört, IT-Sicherheit konsequent in alle Ebenen der KI-Einführung, der Cloud-Betriebsmodelle und des Lieferkettenmanagements zu integrieren. Unternehmen, die ethische KI-Nutzung, adaptive Verteidigungsmechanismen und menschliche Aufsicht über KI-Prozesse einsetzen, werden am besten für die Herausforderungen einer industrialisierten Cyberkriminalität im Jahr 2026 aufgestellt sein.

Cybersecurity als strategische Infrastruktur betrachten

Die Sicherheitsvorhersagen 2026 von Trend Micro skizzieren ein Zukunftsbild, das auf Transparenz, automatisierten Schutzmechanismen mit menschlicher Validierung und einem kulturellen Wandel basiert, bei dem Cybersecurity als strategische Infrastruktur betrachtet wird. Diejenigen, die sicher innovativ sind, indem sie Geschwindigkeit mit Governance und Intelligenz mit Ethik in Einklang bringen, werden in einer zunehmend autonomen Welt den Maßstab für Vertrauen und Resilienz setzen.

Ryan Flores ist Lead of Forward-Looking Threat Research bei Trend Micro.(Bild:  Trend Micro)
Ryan Flores ist Lead of Forward-Looking Threat Research bei Trend Micro.
(Bild: Trend Micro)

Ryan Flores, Lead of Forward-Looking Threat Research bei Trend Micro, kommentiert: „2026 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, ab dem Cyberkriminalität nicht länger auf kriminellen Dienstleistungen basierte, sondern zu einer vollständig automatisierten Branche wurde. Wir erleben den Beginn einer Ära, in der KI-Agenten ohne menschliches Zutun Schwachstellen entdecken, ausnutzen und monetarisieren. Die Herausforderung für Verteidiger besteht nicht mehr nur darin, Angriffe zu erkennen, sondern mit dem maschinengesteuerten Tempo der Bedrohungen Schritt zu halten.“
Der japanische Softwarehersteller Trend Micro bietet mit Trend Vision One eine KI-gestützte Cybersecurity-Plattform für Unternehmen, die Cyberrisikomanagement und Security Operations zentralisieren kann und so einen mehrschichtigen Schutz für lokale, hybride und Multi-Cloud-Umgebungen bietet.

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