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Forderungsmanagement: 10 entscheidende KPIs für das Finanzwesen

Ein Gastbeitrag von Oliver Rauschil 5 min Lesedauer

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Mit KI lassen sich heute Daten aus dem Forderungsmanagement im Handumdrehen auswerten. Um Liquidität und Cashflow präziser zu steuern, benötigen Unternehmen aber die richtigen Metriken.

(Bild:  © ar130405/stock.adobe.com)
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Darum geht´s

Erst die Kombination mehrerer Kennzahlen zeigt, wie gut das Forderungsmanagement wirklich läuft. 

Belastbare Daten sind die Grundvoraussetzung für automatisierte Prozesse im Forderungsmanagement.

Die Unterstützung durch KI-Tools liefert Liquiditäts- und Cashflow-Prognosen in Echtzeit.

Theoretisch ist es ganz einfach, Forderungsmanagement (Account Receivable, AR) umzusetzen: Ware liefern, Rechnung erstellen, Zahlungseingang verbuchen – Prozess abgeschlossen. In der Realität sieht es oft anders aus. Zahlungsverzögerungen, Kreditlimits oder auch Nachlässe können Abläufe hemmen. Um Schwachstellen in betrieblichen Finanz- und Rechnungsprozessen zu identifizieren, helfen folgende zehn Kennzahlen:

1. Forderungsmanagement: Durchschnittliche und optimale Laufzeit

Die Zeitspanne zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang sollte nahe an den internen Zahlungszielen liegen. Schwankt sie stark, empfiehlt sich ein Vergleich mit dem Branchendurchschnitt. Laut einer Analyse von Creditreform aus dem Februar 2026 sind die Laufzeiten in der Metall-, Elektro-, Logistik- und Transportbranche deutlich länger als im Großhandel, Baugewerbe oder bei Unternehmensdienstleistern. Weicht der Days Sales Outstanding (DSO)-Wert stark von den Vergleichsgrößen ab, hängt es häufig an einer verspäteten Rechnungsstellung, mangelnder Abstimmung mit den Zahlungszyklen der Kunden oder zu hohem manuellem Aufwand. Ergänzend sollten Finanzmanager die optimale Forderungslaufzeit (Best Possible DSO, BPDSO) betrachten. Sie zeigt, wie schnell Zahlungen eingingen, wenn alle Kunden pünktlich bezahlten. DSO und BPDSO sollten höchstens drei bis vier Tage auseinanderliegen. Die Differenz beider ergibt die durchschnittlichen Verzugstage.

Zahlungsindikator Deutschland: 2. Halbjahr 2025

· Die Verzugsdauer von Zahlungen lag im B2B-Geschäft bei durchschnittlich 7,5 Tagen.

· Das durchschnittliche Zahlungsziel betrug 32,13 Tage, ein Plus von fast einem Tag gegenüber 2024. Mit deutlichen Unterschieden: Verkehr und Logistik gewährten 29,08 Tage, der Einzelhandel hingegen 33,95 Tage.

· Die gesamte Forderungslaufzeit - bestehend aus Zahlungsfrist und Überfälligkeit - belief sich auf durchschnittlich 39,63 Tage.

2. Durchschnittliche Verzugstage (Average Days Delinquent)

Wie leistungsfähig das Debitorenmanagement ist, lässt sich an der Anzahl der Tage ablesen, die Rechnungen im Schnitt überfällig bleiben. Bewegen sich Average Days Delinquent (ADD) und DSO in dieselbe Richtung, verbessert oder verschlechtert sich der Inkasso-Prozess. Steigen oder fallen beide unabhängig voneinander, können schwankende Kundenzufriedenheit oder geänderte Kreditbedingungen der Grund sein.

3. Inkasso-Effektivitätsindex (Collection Effectiveness Index)

Der CEI zeigt, wie viel Prozent aller verfügbaren Forderungen in einem bestimmten Zeitraum eingezogen wurden. Er eignet sich gut für die kurzfristige Steuerung des Forderungsmanagements – etwa auf monatlicher Basis. Ein Wert unter 80 Prozent gilt allgemein als schlecht. Für längerfristige Trendanalysen ist der DSO hilfreicher. Bei konjunkturellen oder saisonalen Schwankungen bildet wiederum der Collection Effectiveness Index (CEI) die operative Einzugsleistung häufig klarer ab als der DSO.

4. Forderungsumschlag (Accounts Receivable Turnover Ratio)

Der Forderungsumschlag gibt an, wie oft Forderungen in einem definierten Zeitraum über den Umsatz „zurückverdient“ werden. Ein hoher Wert weist auf ein funktionierendes Forderungsmanagement hin, ein niedriger auf Zahlungsverzögerungen und mögliche Ausfälle. Allerdings können einzelne Großkunden das Bild verzerren. Denn einzelne, sehr hohe Forderungen beeinflussen den Accounts Receivable Turnover Ratio (ART) überdurchschnittlich negativ oder positiv. Finanzverantwortliche sollten daher den ART segmentiert ausweisen und zusätzlich zum DSO betrachten.

5. Forderungen mehr als 90 Tage überfällig

Laut Experten von Allianz Trade steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Rechnung gar nicht bezahlt wird, je länger Unternehmen auf ihr Geld warten müssen. Und Coface berichtet, dass Forderungen nach 180 Tagen zu etwa 80 Prozent uneinbringlich sind. Deshalb sollten nach mehr als 90 Tagen höchstens 15 Prozent noch offen sein. Fachleute empfehlen, Forderungen nach Fälligkeitskategorien von 30, 60 und 90 Tagen automatisiert zu überwachen.

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