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Composable ERP ERP-Software: Dynamics 365 als Baukastenlösung für KMU

Ein Gastbeitrag von Armin Schneider-Lenhof 7 min Lesedauer

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Eine nicht flexible ERP-Software kann mittelständische Betriebe ausbremsen. Was Microsoft Dynamics 365 als modularer Baukasten anders macht und worauf Entscheider dabei achten müssen.

(Bild:  © Deemerwha studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Deemerwha studio/stock.adobe.com)

Darum geht‘s

Composable ERP ersetzt das Monolith-Prinzip: Geschäftsfunktionen werden als eigenständige Bausteine verbunden. Austauschbar, API-gestützt, auf einer gemeinsamen Datenbasis.

Microsoft Dynamics 365 Business Central dient als stabiler „Digital Core", der modular erweiterbar ist über Apps, die Power Plattform und Standard-APIs.

Ein Standard-first-Mindset ist entscheidend für den Erfolg, außerdem werden Governance und automatisierte Tests für monatliche Microsoft-Updates benötigt.

Um dem Investitionsstopp von Unternehmen entgegenzutreten, will ein mittelständischer Maschinenbauer sein Geschäftsmodell auf „Pay per Use“ umstellen und parallel die Field Service-Dienstleistungen ausbauen. Die ERP-Software ist seit acht Jahren im Einsatz und stark individuell angepasst. Das Ergebnis: Jede Änderung kostet Monate, jedes Update wird zum Risikoprojekt, Pläne für die längst überfällige Migration in die Cloud liegen seit Jahren in der Schublade.

Wenn die ERP-Software zur Bremse wird

Dieses Szenario ist kein Einzelfall. In vielen mittelständischen Unternehmen ist die ERP-Landschaft zur Bremse geworden, ausgerechnet in einer Phase, in der dynamische Märkte, instabile Lieferketten, neue Wettbewerber und KI-gestützte Prozesse ein hohes Maß an Agilität und Anpassungsfähigkeit verlangen.

Composable ERP ist die strategische Antwort auf dieses Szenario: Statt eines monolithischen Gesamtsystems entsteht eine Architektur aus austauschbaren Bausteinen. Jede zentrale Geschäftsfunktion ist eine eigenständige Komponente, verbunden über standardisierte Schnittstellen. Die IT folgt der Strategie und nicht umgekehrt.

Woran Composable ERP im Mittelstand scheitern kann

Der Composable-Ansatz eröffnet Vorteile wie mehr Flexibilität und kurze Reaktionszeiten, er ist allerdings nicht ohne Risiken. Unternehmen sollten diese vier Herausforderungen bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen:

  • Integrationsaufwand: Eine verfügbare API bedeutet noch keinen integrierten Prozess. Datenmapping, Fehlerhandling und Monitoring kosten Zeit und Know-how, Aufgaben, die in der Projektplanung regelmäßig unterschätzt werden.
  • App-Wildwuchs: Wer zu viele Drittanbieter-Apps kombiniert, erhöht Abhängigkeiten und Updaterisiken erheblich. Ohne aktives Abhängigkeitsmanagement wird die Composable-Landschaft selbst zum Stabilitätsproblem.
  • Stammdaten-Governance: Ohne klare Datenverantwortung entstehen Silos zwischen den einzelnen Systemen. Die Frage „Wer pflegt welche Stammdaten und welches System ist führend?" muss vor der Implementierung beantwortet sein.
  • Updatefähigkeit: Das Cloud-basierte Betreibermodell Software-as-a-Service (SaaS) mit monatlichen oder zumindest regelmäßigen Updates ist heute Standard. Ohne automatisierte Software- und Integrationstest wird jedes Update zum Risiko.

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