Künstliche Intelligenz ist inzwischen weit verbreitet: Laut einer neuen Studie von SAP LeanIX haben 74 Prozent der befragten Unternehmen KI im Einsatz, wobei mehr als ein Drittel von ihnen einen strategischen „AI-first“-Ansatz verfolgt. 44 Prozent nutzen bereits KI-Agenten, fast alle weiteren planen deren Implementierung.
KI ist in Unternehmen etabliert: 75 Prozent der Unternehmen nutzen KI und 44 Prozent bereits KI-Agenten. Nahezu alle übrigen testen oder planen deren Einsatz.
Governance-Lücke: Trotz hoher Erwartungen fehlt Verantwortlichen in Unternehmen oft die Transparenz zu Leistung, Compliance und ROI. So sind die Zuständigkeiten in 48 Prozent unklar.
Potenzial von Enterprise-Architekten ungenutzt: Enterprise-Architekten wollen strategisch führen, sind aber in zwei Drittel der befragten Unternehmen kaum eingebunden.
Künstliche Intelligenz ist in internationalen Unternehmen im Geschäftsalltag angekommen: Laut dem neuen Report „Agentic AI Survey 2026“ von SAP LeanIX setzen 75 Prozent der befragten Unternehmen KI ein, wobei mehr als ein Drittel von ihnen einen strategischen „AI-first“-Ansatz verfolgt. 44 Prozent der Firmen nutzen bereits KI-Agenten, nahezu alle weiteren planen zumindest deren Entwicklung und Implementierung. Die entscheidende Frage ist also nicht mehr ob, sondern wie Unternehmen diese leistungsstarke Innovation steuern und verwalten. Doch genau hier offenbaren sich erhebliche Lücken.
Fehlende Übersicht über eingesetzte KI-Agenten
Es fehlt an Transparenz über die eingesetzten Agenten, vor allem im Hinblick auf deren Leistung, Konformität und den möglichen und tatsächlichen Return on Investment (ROI). Zwar sind drei Viertel der Meinung, dass für KI-Agenten besondere Richtlinien notwendig sind. Aber in 48 Prozent der Firmen ist die Zuständigkeit für deren Verwaltung und Steuerung nicht klar geregelt. Vielmehr sind diverse Teams in die Aufgabe involviert.
Die Enterprise-Architekten stehen dabei nicht in der ersten Reihe: Statt ihr Know-how für das Management von KI-Agenten zu nutzen, bleiben diese natürlichen Experten in zwei Drittel der Unternehmen derzeit außen vor. Obwohl sich 63 Prozent der Befragten in der Rolle sehen, die Verbreitung und Nutzung künstlicher Intelligenz in ihren Unternehmen strategisch voranzutreiben. Woran das liegen könnte, beleuchtet die Studie – und offenbart damit das Potenzial, das Enterprise-Architekten aktuell ungenutzt lassen, um in ihren Organisationen die Ära agentenbasierter AI nicht nur zu begleiten, sondern eine Schlüsselrolle zu übernehmen.
Der Einsatz von KI-Tools ist längst Unternehmensalltag
36 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen einen AI-first-Ansatz.
(Bild: SAP LeanIX)
Wie groß die Bedeutung von KI im geschäftlichen Kontext ist, lässt sich daran ablesen: Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, dass ihre Unternehmen einen strategischen AI-first-Ansatz mit genau formulierten Zielen verfolgen. Insgesamt berichten 75 Prozent vom Einsatz von AI in ihrer Organisation, darunter 28 Prozent von einer umfassenden Nutzung. Dabei gilt: Je größer ein Unternehmen ist, desto wahrscheinlicher gibt es eine dezidierte KI-Vorgabe – und desto stärker ist auch die KI-Nutzung verbreitet.
44 Prozent der befragten internationalen Firmen setzen bereits KI-Agenten ein, wobei die große Mehrheit dies bislang noch in begrenzten Funktionsbereichen tut.Fast ebenso viele – nämlich 40 Prozent – experimentieren derzeit mit KI-Agenten, weitere 14 Prozent streben dies an. Daraus folgt: Für nahezu alle Unternehmen sind Agenten ein Thema. Mehr als 60 Prozent der Befragten geben an, dass wenigstens einige der Agenten auch funktions- oder abteilungsübergreifend eingesetzt werden oder dies geplant ist.
Hohe Erwartungen treffen auf mangelnde Transparenz
Für 47 Prozent ist die Bedeutung der Resultate für KI-Initiativen wichtig.
(Bild: SAP LeanIX)
Fast die Hälfte der Befragten stimmt zu, dass KI-Initiativen in ihren Unternehmen nur genehmigt werden, wenn sie tatsächliche Ergebnisse versprechen. Nur 15 Prozent räumen ein, dass dies auf ihre Organisation nicht zutrifft. Wenn es um mögliche Hindernisse für den Erfolg solcher Initiativen geht, nennen 58 Prozent das fehlende Know-how der Mitarbeiter an erster oder zweiter Stelle, direkt gefolgt vom Unvermögen, relevante KI-Anwendungsfälle zu identifizieren. Deutlich seltener halten die Befragten zu strenge Governance- und Compliance-Richtlinien oder den beschränkten Zugang zu verlässlichen unternehmensinternen Daten für hinderlich. Die Einschränkungen durch die aktuelle AI-Technologie stellt für die wenigsten eine Hürde dar.
Diese Hindernisse nennen Unternehmen beim Erreichen der Resultate von KI-Initiativen.
(Bild: SAP LeanIX)
Um den Erfolg von KI-Initiativen bewerten zu können, benötigen Unternehmen zunächst einmal Transparenz – denn man kann nur messen, wovon man weiß. Doch bereits bei der Bestandsaufnahme zeigen sich erstaunliche Lücken: Nur knapp die Hälfte der befragten Enterprise-Architekten hat wenigstens teilweise eine Übersicht über die eingesetzten KI-Agenten oder die grundsätzliche Verfügbarkeit von KI-Features in den vorhandenen Applikationen.
40 Prozent wissen, welche KI-Agenten über zugelassene Anbieter verfügbar sind, und ein Drittel kann Aussagen über den Status von Agenten innerhalb des Genehmigungsprozesses treffen. Aber mehr als 80 Prozent haben aktuell weder einen Einblick, wie die eingesetzten Agenten die Business Capabilities unterstützen, noch Informationen über die Leistung, Konformität oder den ROI von diesen. 38 Prozent streben nicht einmal an, zukünftig Transparenz über diese relevanten Kennwerte herzustellen.
Stand: 16.12.2025
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Governance von KI-Agenten ist ein wichtiges Thema
73 Prozent der Unternehmen sehen die Notwendigkeit eines Governance-Rahmenwerks.
(Bild: SAP LeanIX)
Knapp drei Viertel halten besondere Richtlinien für den Einsatz von KI-Agenten für notwendig: 22 Prozent der befragten Enterprise-Architekten berichten, dass ihre Unternehmen bereits spezifische Rahmenwerke eingeführt haben, während in weiteren 51 Prozent der Firmen an solchen gearbeitet wird. In Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden haben sogar knapp 80 Prozent eine dezidierte Governance für KI-Agenten etabliert oder entwickeln diese. Nur ein Viertel gibt an, dass sie kein spezielles Rahmenwerk planen, sondern die Herausforderungen durch die bestehenden AI-Richtlinien bereits abgedeckt sind.
Grundsätzlich ist in 77 Prozent der untersuchten Firmen die Nutzung von KI-Agenten limitiert –zumindest auf Abteilungsebene oder im jeweiligen Geschäftsbereich. Am häufigsten berichten die Befragten, dass die Agenten vorab von einem zuständigen Gremium geprüft werden müssen (72 Prozent) und dass nur Agenten von zugelassenen Drittanbietern erlaubt sind oder solche, die auf genehmigten Plattformen entwickelt wurden (52 Prozent). In 42 Prozent der Organisationen ist es auch nur bestimmten Nutzergruppen gestattet, Agenten einzusetzen oder diese aufzubauen.
Management von KI-Agenten durch diffuse Zuständigkeiten geprägt
In nur 37 Prozent der befragten Unternehmen gibt es eine eindeutig benannte Abteilung oder ein dezidiertes Team, die für das Management von KI-Agenten zuständig sind. In 15 Prozent der Fälle sind die jeweiligen Geschäftsabteilungen selbst für die von ihnen eingesetzten Agenten verantwortlich. Und die Mehrheit (48 Prozent) räumt ein, dass die Zuständigkeit nicht klar geregelt ist, sondern dass mehrere Abteilungen in das Management von Agenten involviert sind – und zwar je nach Unternehmen ganz verschiedene Teams, die sich gleichzeitig mit dieser Aufgabe befassen.
Wie beurteilen die Enterprise-Architekten die aktuelle Regelung in ihren Unternehmen, wenn es um das Management von KI-Agenten geht? Die größte Zufriedenheit zeigen diejenigen, die in Firmen arbeiten mit einer klar definierten Verantwortlichkeit für diese Aufgabe. Wenig überraschend ist hingegen, dass die meisten die Konstellation mit diversen Teams und Abteilungen und ohne feste Zuständigkeiten kritisch sehen.