PSI Software, Tata Consultancy Services & Tieto Tech Consulting
Phillip Korzinetzki – Director Marketing & Communications bei der PSI Software SE BU Logistics
In einer Umfrage von PSI und Civey gab etwa ein Drittel der deutschen Mittelständler an, künstliche Intelligenz bis Jahresende in der Intralogistik einsetzen zu wollen. Das größte Potenzial sehen die Unternehmen in den Bereichen Lageroptimierung und Bestandsverwaltung.
Diese Einschätzung erscheint optimistisch, denn noch immer wird KI auch in der Industrie vor allem für administrative Zwecke genutzt, beispielsweise um Informationen auszuwerten oder Dokumente zu analysieren. Die Steuerung geschäftskritischer Logistikprozesse wird hingegen nur in eingeschränktem Maße durch KI unterstützt.
KI-Skepsis: Viele Unternehmen stehen künstlicher Intelligenz noch immer skeptisch gegenüber. Letztlich scheitern viele Ansätze, ohne jemals produktiv im Einsatz gewesen zu sein. Denn gerade im Mittelstand gilt: So innovativ eine Idee auch sein mag – am Ende zählen nur greifbare Vorteile für klar definierte Einsatzzwecke und eine reibungslose Integration.
Phillip Korzinetzki, Director Marketing & Communications bei der PSI Software SE BU Logistics.
(Bild: PSI Software)
Um künstliche Intelligenz als wirklichen Helfer im operativen Alltag zu verankern, hat PSI seine KI-Lösungen jahrelang bei Kunden in anspruchsvollen Lagerumgebungen getestet und optimiert. Daraus ist mit Batch AI ein erstes KI-Modul im WMS-Standard hervorgegangen. Batch AI ermöglicht es, Kommissionierprozesse um bis zu 20 Prozent effizienter zu gestalten.
Nach diesem Muster werden PSIwms in den kommenden Monaten weitere KI-Bausteine hinzugefügt, die Anwendern operative Mehrwerte für spezifische Anwendungsbereiche bieten und damit dazu beitragen, den KI-Einsatz in der Logistik voranzutreiben.
Dr. Kay Müller-Jones – Managing Partner & Head of Consulting bei Tata Consultancy Services Deutschland
Viele Statistiken zeigen oft nur die halbe Wahrheit, weil sie in erster Linie formelle, strategische Großprojekte erfassen. In der Praxis ist der deutsche Mittelstand in Sachen KI-Nutzung deutlich besser als sein Ruf. Längst nutzt eine große Zahl an Betrieben – vom Handwerk bis zum Unternehmen mit tausenden Mitarbeitern – KI im Arbeitsalltag, etwa zur Angebotserstellung, zur Analyse von Lagerbeständen oder im Kundenservice. Nicht zu vergessen die nützliche Schatten-KI, die zwar informell, aber bereits hochproduktiv läuft.
Dr. Kay Müller-Jones, Managing Partner & Head of Consulting bei Tata Consultancy Services.
(Bild: Tata Consultancy Services Deutschland)
Angebrochene Pilotprojekte – kein Scheitern: Dass viele Initiativen in der Pilotphase stecken bleiben oder nicht in den Produktivbetrieb übergehen, sehe ich pragmatisch. Ein abgebrochenes Pilotprojekt muss kein Scheitern bedeuten, sondern kann ein wertvoller Erkenntnisgewinn im agilen Prozess sein. Vorausgesetzt, Unternehmen lernen daraus schnell, was für sie funktioniert.
Die eigentliche Hürde liegt beim Übergang in den skalierbaren Regelbetrieb. Hier scheitern viele an einer falschen Herangehensweise. Sie agieren „Technology First“ statt „Purpose First“. Welche Entscheidungen beziehungsweise Prozesse soll die Technologie in welcher Weise verbessern? Die KI definiert diesen Zweck nicht selbst, sondern folgt den Prioritäten, die Führungskräfte setzen – oder eben nicht setzen. Fehlt das klare Zielbild, verstärkt sie lediglich bestehende Muster, statt strategischen Wert zu erzeugen.
Die Brücke zur erfolgreichen Skalierung ruht auf drei Säulen: Ein klarer Business Case, Datenqualität als strategisches Asset und eine Governance, die als Tempomacher statt als Bremse wirkt. Erst wenn der Zweck die Technologie bestimmt, wird aus dem Proof-of-Concept echter, wertschöpfender Regelbetrieb.
Lukas Keller – Head of Business Development CE bei Tieto Tech Consulting
Tieto hat kürzlich mehr als 200 KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt – mit mehr als 250 sowie mehr als 500 Mitarbeiter, aus Branchen wie produzierender Industrie, Finanzwirtschaft, Telekommunikation und Energie. Das Ergebnis offenbart eine bemerkenswerte Wahrnehmungslücke: 60 Prozent der Befragten stufen sich als „fortgeschritten“ ein und berichten, mehrere KI-Piloten erfolgreich in den Produktivbetrieb überführt zu haben. Weitere 17 Prozent beurteilen sich als „sehr weit fortgeschritte“ und sehen KI bereits umfassend in ihre Kernprozesse integriert.
Lukas Keller, Head of Business Development CE bei Tieto Tech Consulting.
(Bild: Tieto Tech Consulting)
Selbstbild – und Wirklichkeit: Die Realität sieht nüchterner aus: Tatsächlich haben erst 7 Prozent der befragten Unternehmen KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert und zum strategischen Rückgrat ihrer Wertschöpfung gemacht. Zwischen Selbstbild und Wirklichkeit klafft also eine erhebliche Lücke – die klassische PoC-Falle lässt grüßen. Immerhin strebt derzeit die Hälfte der Befragten aktiv an, zu echten KI-Vorreitern zu werden.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Welche Pilotprojekte schaffen den Sprung in den Regelbetrieb? Jene, bei denen Führungskräfte schnell messbare Ergebnisse und mittelfristige Wettbewerbsvorteile erkennen. Laut unserer Studie dominieren drei Anwendungsfelder: Effizienzsteigerung – etwa durch automatisierte Rechnungs- und Bestellverarbeitung (56 Prozent), IT-Sicherheit und Risikomanagement (53 Prozent) sowie datengetriebene Entscheidungsfindung wie Marktanalysen oder Predictive Analytics (44 Prozent).
Konstantin Pfliegl ist leitender Redakteur für das e-commerce magazin und das Digital Business Magazin. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Journalist für verschiedene Print- und Online-Medien.