Laut einer neuen Studie des Capgemini Research Institute haben 80 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in generative KI im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Drei Viertel der befragten Führungskräfte bestätigen, dass generative KI zu Umsatzsteigerungen und mehr Innovationen in ihrem Unternehmen beiträgt.
(Bild: alina/Adobe Stock)
Unternehmen setzen zunehmend auf generative Künstliche Intelligenz (generative KI). Getrieben wird diese Entwicklung durch gestiegene Investitionen und durch den Nutzen der Technologie. Generative KI hat sich über Branchen und Firmenabteilungen hinweg durchgesetzt und verändert Abläufe und Geschäftsmodelle. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Harnessing the value of generative AI 2nd edition: Use cases across sectors“ des Capgemini Research Institute.
Die Untersuchung zeigt, dass der Einsatz generativer KI in sämtlichen Unternehmen sowie entlang der Wertschöpfungskette deutlich zugenommen hat. International führt fast ein Viertel der Unternehmen die Technologie derzeit an einigen oder den meisten Standorten bzw. Abteilungen ein – ein Anstieg gegenüber sechs Prozent im Jahr 2023. In Deutschland stieg der Wert von drei Prozent im Jahr 2023 auf 16 Prozent heute.
Verbesserung der Kundenzufriedenheit durch generative KI
Unternehmen, die schon früh auf die Technologie gesetzt haben, verzeichnen bereits Erfolge – von Produktivitätssteigerungen in den klassischen Geschäftsprozessen über ein intelligentes Kundenerlebnis bis hin zu Umsatzzuwächsen. So konnten Unternehmen die Kundenbindung und -zufriedenheit in Bereichen, in denen generative KI bereits eingesetzt oder pilotiert wurde, im vergangenen Jahr international um durchschnittlich 6,7 Prozent steigern.
Daniela Rittmeier ist Leiterin des Data & AI Center of Excellence bei Capgemini.
(Bild: Capgemini)
„Generative KI ist dabei, die Unternehmen zu verändern. Kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt liegt in diesem Jahr der Fokus auf der Wertschöpfung. Einige Unternehmen verzeichnen bereits Profitabilitäts- und Umsatzsteigerungen, andere einen Digitalisierungs- und Innovationspush. Insbesondere in Deutschland ist in den nächsten Jahren umfangreiches Potenzial zu heben", erklärt Daniela Rittmeier, Leiterin des Data & AI Center of Excellence bei Capgemini.
„Die zunehmenden Investitionen fließen in industrie- und kontextspezifische, multimodale KI-Systeme. Damit beginnt ein neues Zeitalter der Mensch-Maschine-Interaktion, welche die Arbeitsweisen als auch die Kommunikation grundlegend verändern wird. Da bereits heute KI-Experten anhand der Inhalte nicht mehr entscheiden können, ob diese vom Menschen oder der Maschine generiert wurden, ist der vertrauenswürdige, menschenzentrierte KI-Einsatz stets in den Fokus zu setzen“, so Daniela Rittmeier.
KI-Chatbots entwickeln sich zu Multiagenten-Systemen
Ein Großteil der Unternehmen gibt an, dass sich durch generative KI Umsatz und Innovationskraft steigern lassen (international: 74 Prozent der befragten Unternehmen, in Deutschland: 66 Prozent). Aufgrund der disruptiven KI-Entwicklungen wird generative KI nicht mehr nur unterstützen, sondern zunehmend auch komplexe Aufgaben teilweise autonom übernehmen. Das ermöglicht es Unternehmen, Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten und Datenmehrwert aus den KI-Investitionen zu schöpfen.
Dieses Wertschöpfungspotenzial hat zur Entstehung von Multiagentensystemen beigetragen, einer sich schnell entwickelnden Technologie mit hohem Innovationspotenzial. Laut der Studie genießen KI-Agenten großes Vertrauen, wenn es um die Ausführung bestimmter Aufgaben geht – beispielsweise beim Verfassen geschäftlicher E-Mails, dem Schreiben von Code oder der Datenanalyse. Allerdings sind sich Führungskräfte laut der Untersuchung bewusst, dass bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI bestehendes Vertrauen erhalten und ethische Transparenz gewahrt werden muss.
Generative KI: Einsatz nimmt in der Wertschöpfungskette zu
Der stark gestiegene Einsatz generativer KI in den vergangenen zwölf Monaten beschränkt sich nicht auf bestimmte Geschäftsbereiche. Einerseits, da mittlerweile nicht nur Experten die Technologie verwenden können und andererseits, da zunehmend die Konsumenten intelligente Produkte und Dienstleistungen einfordern. Durch die jüngsten technologischen Entwicklungen kann jede Person auf öffentlich verfügbare Applikationen zurückgreifen. International haben nur drei Prozent der Unternehmen die Verwendung von öffentlich verfügbaren Gen AI-Technologien am Arbeitsplatz untersagt.
Fast alle Unternehmen (97 Prozent) erlauben ihren Mitarbeitern den Einsatz von generativer KI zumindest teilweise. In Deutschland untersagen zehn Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Verwendung öffentlich verfügbarer Gen AI-Technologien, 90 Prozent erlauben die Nutzung von generativer KI mindestens teilweise. Für die Verwendung generativer KI hat international mehr als die Hälfte der Unternehmen spezielle Richtlinien für ihre Mitarbeiter erlassen, in Deutschland trifft das nur auf 40 Prozent der Unternehmen zu.
Stand: 16.12.2025
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Angesichts der schnell zunehmenden Verbreitung von generativer KI weist die Studie darauf hin, dass Unternehmen verantwortungsbewusst und transparent vorgehen sollten. Entscheidungen von Multiagentensystemen müssen anhand klarer Leitlinien validiert werden können, um Transparenz und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten sicherzustellen. So lassen sich die Risiken für Unternehmen mindern, die künftig durch die Nutzung öffentlich verfügbarer Technologien entstehen können.
Das Capgemini Research Institute hat 1.100 Führungskräfte in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar befragt. Die Unternehmen stammen aus 14 Ländern – darunter Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Singapur, Spanien und die USA – und sind in elf Branchen tätig. 96 Prozent dieser Unternehmen erkunden bereits, wie sie generative KI einsetzen können. Die weltweite Umfrage von Führungskräften mindestens auf Director-Ebene fand im Mai und Juni 2024 statt.
Capgemini ist ein global tätiger Business- und Technologie-Transformationspartner für Organisationen. Das Unternehmen entwickelt mit seiner Strategie sowie Design- und Engineering-Expertise umfassende Services und End-to-End-Lösungen. Das Capgemini Research Institute ist der interne Think-Tank in digitalen Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht Forschungsarbeiten über den Einfluss digitaler Technologien auf große Unternehmen.