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KI-Strategie KI-Einführung: Wie sich deutsche Behörden darauf vorbereiten

Von Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Wie eine neue Studie von IDC im Auftrag von Dell Technologies belegt, beschäftigen sich immer mehr Verantwortliche deutscher Behörden mit der KI-Einführung in ihre Geschäftsprozesse, um die Verwaltung zu modernisieren. Der Umsetzung stehen jedoch einige Hindernisse im Weg.

(Bild:  © Deemerwha studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Deemerwha studio/stock.adobe.com)

Darum Geht'S

KI-Systeme sind auf dem Vormarsch: Fast jede zweite Behörde nutzt bereits generative KI, viele weitere planen kurzfristige Einführung.
 
KI-Einführung bietet großes Potenzial: Der erwartete Nutzen liegt vor allem in nationaler Sicherheit, höherer Produktivität und besseren Dienstleistungen für die Bürger.
 
Beseitigung von Hindernissen: Datenschutz, komplexe Regulierung, Kosten und fehlendes Know-how bremsen die Umsetzung. Die Kooperation mit KI-Anbietern kann hierbei helfen.

Die KI-Technologie hat viele Branchen bereits grundlegend verändert. Nun klopft sie auch immer lauter an die Pforten des öffentlichen Sektors. Wie eine aktuelle Studie von IDC im Auftrag von Dell Technologies zeigt, beschäftigen sich immer mehr Führungsetagen deutscher Behörden mit der KI-Einführung in ihre Geschäftsprozesse.

Regierungen, Behörden und öffentliche Einrichtungen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema künstliche Intelligenz befasst. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und das Potenzial zur Rationalisierung sowie Optimierung von Prozessen aller Art ist unbestritten. Auch in Deutschland hat man die Zeichen der Zeit erkannt und setzt vermehrt auf generative, souveräne und agentenbasierte KI, wie eine von Dell Technologies beauftragte aktuelle IDC-Studie belegt.

Langfristig rechnen deutsche Behörden durch (souveräne) KI vor allem im Bereich der nationalen Sicherheit (80,6 Prozent), in Sachen Produktivität (61,1 Prozent) sowie bei der Schaffung von Arbeitsplätzen (58,3 Prozent) mit einem Return on Investment. Dennoch ist die KI-Einführung im Government-Bereich kein Selbstläufer.

KI-Einführung: So steht der öffentliche Sektor da

Wie verbreitet KI insbesondere in deutschen Ämtern ist, zeigt ein Blick in die Statistik: In Deutschland nutzt fast jede zweite Behörde (47,2 Prozent) generative KI, die andere Hälfte (50 Prozent) plant es für die kommenden zwölf bis 18 Monate. Souveräne KI ist in rund jeder zehnten Verwaltungsorganisation (11,1 Prozent) angekommen, während knapp 70 Prozent die KI-Einführung für die nächsten zwölf bis 18 Monate planen. KI-Agenten kommen ebenfalls bereits bei 8,3 Prozent der hiesigen Ämter und Behörden zum Einsatz, 58,3 Prozent haben für die kommenden zwölf bis 18 Monate konkrete Pläne dafür.

IDC hat zudem die fünf Hauptfelder recherchiert, in denen der globale öffentliche Sektor KI bereits einsetzt oder plant, sie einzusetzen. So nutzen Verwaltungen aus aller Welt die Technologie insbesondere für den IT-Betrieb und -Support, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, betriebliche und Finanzanwendungen, Bürger-Applikationen wie Chatbots auf Behördenseiten sowie im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

KI-Einführung zur Unterstützung des IT-Betriebs

Im Durchschnitt nutzen beispielsweise 68,4 Prozent der befragten Behörden weltweit KI für den IT-Betrieb oder Support, während es in Deutschland lediglich 58,3 Prozent sind. Auch im Hinblick auf Finanzanwendungen setzen Behörden im internationalen Schnitt deutlich öfter auf KI, als das in Deutschland der Fall ist: Hierzulande sind es nicht einmal ein Drittel (30,6 Prozent), global betrachtet mehr als die Hälfte (51,3 Prozent).

Dafür liegt Deutschland in Sachen KI-Chatbots für Behörden mit 52,8 Prozent über dem globalen Schnitt von 47,4 Prozent. Gleiches gilt für die KI-Einführung im Bereich der öffentlichen Sicherheit, also für den Schutz der kritischen Infrastruktur, die Bedrohungserkennung und die Notfallkoordination. In diesem Bereich setzen 58,3 Prozent der deutschen Behörden bereits KI ein oder planen es (international 52,9 Prozent). Bei der Steigerung von Produktivität und Effizienz vertrauen 60,6 Prozent der Behörden weltweit auf KI, in Deutschland sind es lediglich 55,6 Prozent.

Hindernisse bei der Verbreitung von KI und Lösungen

Trotz dieser recht positiven Zahlen gibt es in vielen Behörden weiterhin einige Hindernisse bei der praktischen KI-Einführung in ihre Prozesse. Das größte Hemmnis ist für rund zwei Drittel der deutschen (66,7 Prozent) wie auch der internationalen (67,1 Prozent) Behörden der Datenschutz beziehungsweise die Datensouveränität. Gerade die Verabschiedung der DSGVO hat das Bewusstsein von Behörden in dieser Hinsicht geschärft. Allerdings nennen hierzulande 55,6 Prozent der Verwaltungsorganisationen die Vielzahl an Regularien und Änderungen als Hemmfaktor bei der Umsetzung von KI-Implementierungen (52,9 Prozent international). Auch die Kosten sind für immerhin 38,9 Prozent der Behörden in Deutschland (41,3 Prozent international) ein Showstopper.

Überdies gaben 52,8 Prozent der deutschen und 58,7 Prozent der internationalen Behörden den Mangel an Fachkenntnis beim Betrieb und der Nutzung von künstlicher Intelligenz als Hürde an. Die praktische Nutzung agentenbasierter KI (Agentic AI) und deren schnellere Verbreitung im öffentlichen Sektor könnten diese Problematik allerdings bald stark abmildern. Davon sind weltweit 71 Prozent der von IDC Befragten überzeugt, 43,8 Prozent betonen allerdings, dass dafür strikte Rahmenbedingungen und kontinuierliches Monitoring von KI-Agenten unabdingbar sind. In Deutschland sind sogar 86,1 Prozent der Behörden überzeugt, dass Agentic AI eine gewichtige Rolle spielen wird. Kein Wunder also, dass mehr als die Hälfte (51,3 Prozent) der Behörden weltweit in den kommenden 12 bis 18 Monaten in diese Technologie investieren möchte.

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Öffentlicher und privater Sektor müssen Hand in Hand arbeiten

Ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg dieser Investitionen ist die Zusammenarbeit von Behörden mit privaten Firmen. So sind 52,7 Prozent der öffentlichen Hand in Deutschland der Überzeugung, dass die Kollaboration mit privaten Anbietern der richtige Weg ist, um souveräne KI tatsächlich umzusetzen (international 60,9 Prozent). Doch gerade in Europa sehen über zwei Drittel (68,8 Prozent) der europäischen Behörden das Teilen von Daten als ein Problem. Zudem fehlen noch regulatorische Frameworks, um private Unternehmen zu beauftragen, wie 57,8 Prozent der europäischen Verwaltungen im Zuge der IDC-Studie angeben.

Tim van Wasen ist Geschäftsführer Dell Technologies Deutschland.(Bild:  Dell Technologies)
Tim van Wasen ist Geschäftsführer Dell Technologies Deutschland.
(Bild: Dell Technologies)

Tim van Wasen, Geschäftsführer Dell Technologies Deutschland, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Eines ist sicher: Behörden und öffentliche Institutionen werden in den kommenden Jahren massiv in die Nutzung Künstlicher Intelligenz investieren müssen, um die Herausforderungen einer modernen Verwaltung zu adressieren. Noch gibt es allerdings einige Hürden für eine flächendeckende Einführung. Eine Zusammenarbeit des öffentlichen mit dem privaten Sektor ist daher essenziell, um Ämter und Behörden auf diesem Weg voranzubringen.“