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Sonderumfrage der DZ Bank KI im Mittelstand: Vom Hype zum Alltagsbegleiter

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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KI ist in der geschäftlichen Praxis vieler Mittelständler angekommen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der DZ Bank hervor. Und dennoch: Nennenswerte KI-Investitionen planen aktuell nicht einmal 20 Prozent.

(Bild:  KI-generiert/ChatGPT)
(Bild: KI-generiert/ChatGPT)

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in wenigen Jahren von einem nur wenigen Wissenschaftlern und Unternehmen bekannten Forschungsfeld immens weiterentwickelt. Es wird heute bereits von vielen Unternehmen und privaten Usern im täglichen Einsatz für verschiedenste Anwendungen genutzt. 

Auch der Mittelstand hat längst seine Bedenken vor dem Einsatz von KI verloren. Um mehr über Chancen und Hürden des Mittelstands hinsichtlich der KI zu erfahren, haben wir in diesem März und April im Rahmen einer Sonderumfrage mehr als 1.000 mittelständische Unternehmen dazu befragt.

Das verändert KI im Mittelstand

Die Befragung zeigt zugleich, dass viele Mittelständler bei der wirtschaftlichen Bewertung von KI noch zurückhaltend sind. So ist für 41 Prozent der befragten Unternehmen der konkrete wirtschaftliche Nutzen bislang nicht klar erkennbar. Nur 16 Prozent gehen davon aus, dass der Einsatz von KI zu höherer Produktivität führt. Mit Blick auf mögliche Personaleinsparungen sind es lediglich 15 Prozent. 

„KI verändert im Mittelstand vor allem Arbeitsprozesse und Kompetenzanforderungen. Die Mittelständler gehen aber bislang nicht davon aus, dass der KI-Einsatz zu weniger Bedarf an Arbeitskraft führt. Aufgaben dürften sich dadurch eher verschieben und weiterentwickeln, als dass sie einfach wegfallen. Entscheidend wird sein, Mitarbeitende frühzeitig auf diesen Wandel vorzubereiten und gezielt weiterzubilden“, sagt Stefan Beismann, Firmenkundenvorstand der DZ BANK.

Welche KMU setzten bereits KI ein?

Die Umfrage zeigt auch: Die deutschen Mittelständler sind mit abnehmender Unternehmensgröße tendenziell weniger von der KI überzeugt. Auf Branchenebene sind die Bedenken dort am höchsten, wo die Arbeit am meisten Handwerk erfordert. Daher ist das Interesse der mittelständischen Unternehmen insbesondere im Agrarsektor, aber auch im Baugewerbe etwa im Vergleich zu den Mittelständlern in den Industriebranchen eher eingeschränkt. 

Damit ergibt sich hierzulande ein anderes Bild als beispielsweise in China (+). In der Volksrepublik verfolgen inzwischen viele Anbieter einen modularen Ansatz zur Integration von KI-Bausteinen in die Infrastruktur.

Eine große Divergenz zeigt sich auch bei der Frage, welche Unternehmen heute bereits KI einsetzen. Zwar hat die Nutzung seit der ersten Umfrage aus dem Jahr 2018 in allen Branchen und Größenklassen sprunghaft zugenommen. Dennoch beschränkt er sich etwa im Agrarsektor auch heute noch nur auf jedes fünfte Unternehmen. Bei den Mittelständlern in der Elektroindustrie und den Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro setzen dagegen bereits drei von vier Befragten die KI in ihrem Unternehmen ein.

Wo lässt sich KI im Mittelstand sinnvoll einsetzen?

Nach der Art ihrer KI-Nutzung befragt, gaben zwar die meisten Mittelständler an, dass sie noch bei der Erprobung des Einsatzes sind (44  Prozent). Allerdings haben auch schon 37 Prozent der mittelständischen Unternehmen die KI zumindest in einige ihrer Prozesse integriert. Die in der Öffentlichkeit am meisten bekannten und sicherlich auch am häufigsten diskutierten KI-Sprachmodelle setzt immerhin bereits jeder fünfte Mittelständler in Marketing und Vertrieb ein.

Relativ wenig mittelständische Unternehmen sehen in der Nutzung von KI derzeit aber schon ein Potenzial, Produktivitätsgewinne zu realisieren (16  Prozent). Sogar noch etwas geringer fällt der Anteil der Befragten aus, die mögliche Personaleinsparungen erwarten. „Aber selbst, wenn nur 15  Prozent der mittelständischen Unternehmen über den KI-Einsatz Personaleinsparungen realisieren könnten, wäre die KI-Nutzung bereits eine mögliche hilfreiche Maßnahme gegen den aufgrund des bevorstehenden Renteneintritts der Boomer-Generation bevorstehenden Fachkräftemangel“, heißt es in der Studie (Kasten).

Bei Investitionen überwiegt Zurückhaltung

Trotz des breiten Interesses an KI schlägt sich die im Mittelstand insgesamt verhaltene Investitionsbereitschaft auch beim Thema künstliche Intelligenz nieder. Lediglich 16 Prozent der befragten Unternehmen planen dafür derzeit nennenswerte Ausgaben. Selbst in der Elektroindustrie, die beim KI-Einsatz zu den Vorreitern zählt, will weniger als jedes dritte Unternehmen in KI-basierte Prozesse, Arbeitsabläufe oder Geschäftsmodelle investieren. Im Agrarsektor liegt der Anteil sogar nur bei zwei Prozent. 

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Auch nach Unternehmensgröße zeigt sich ein differenziertes Bild. Unter den größeren Mittelständlern mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro setzen bereits 76 Prozent KI ein, aber nur 38 Prozent planen nennenswerte Ausgaben für entsprechende Anwendungen. Bei kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Millionen Euro Jahresumsatz liegt der Anteil der KI-Nutzer bei 49 Prozent, investitionsbereit sind jedoch nur elf Prozent.

Was sind die größten Hürden beim Einsatz?

Die Unternehmen sehen sich bei der Nutzung mit handfesten Hürden konfrontiert. Als größtes Hemmnis beim Einsatz von KI nennen die befragten Unternehmen Datenschutz und rechtliche Unsicherheiten. 43 Prozent sehen darin ein Hindernis. Es folgen fehlende Einsatzmöglichkeiten und Zeitmangel mit jeweils 42 Prozent. Mehr als ein Viertel der Unternehmen, nämlich 27 Prozent, nennt zudem fehlende Fachkräfte als Hinderungsgrund. Allerdings planen derzeit nur sieben Prozent der Befragten, gezielt Experten für diesen Bereich einzustellen.

„Viele Unternehmen haben den Einstieg in KI bislang noch mit vorhandenen Ressourcen bewältigt. Damit KI in der Breite des Mittelstands ankommt, muss der Zugang zu neuen Technologien jedoch auch für kleine und mittlere Unternehmen wirtschaftlich tragfähig sein“, erklärt Beismann. Das heißt, viele Betriebe sehen das Potenzial von KI, stoßen bei der praktischen Umsetzung aber auf knappe personelle Ressourcen, begrenzte Zeit und hohe Unsicherheit bei Investitionen in Know-how, Qualifizierung und geeignete Tools. 

So gelingt der KI-Einstieg

Umso wichtiger seien praxisnahe Datenschutzstandards, klare Regelungen für den sicheren Umgang mit Unternehmensdaten sowie politische Rahmenbedingungen. „Erst diese machen Investitionen in KI einfacher und planbarer und ermöglichen darüber hinaus die notwendige wirtschaftliche Effizienz – etwa durch gezielte steuerliche Anreize und Abschreibungsmöglichkeiten“, so Beismann abschließend.

Zur UmFrage

Die Ergebnisse der Sonderumfrage „KI ist im Mittelstand im Alltag angekommen – bei Investitionen überwiegt Zurückhaltung“ finden Sie hier.