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Orchestrierung statt Insellösungen KI in Geschäftsprozessen: Warum Integration über Erfolg entscheidet

Ein Gastbeitrag von Dr. Rafael Arto-Haumacher 4 min Lesedauer

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Viele KI-Initiativen scheitern an isolierter Umsetzung statt fehlender Technologie. Statt Effizienz entsteht neue Komplexität. Der Schlüssel liegt nicht in mehr Automatisierung, sondern in durchgängiger Prozessintegration, Transparenz und Kontrolle.

(Bild:  © Kunwer Studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Kunwer Studio/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Prozesskontext statt Insellösungen: Viele KI-Initiativen scheitern, weil sie isoliert eingeführt werden – ohne Einbettung in den Gesamtprozess. Das erzeugt Datensilos, Systembrüche und Kontrollverlust statt der erhofften Effizienzgewinne.

Automatisierung als Risiko: Mehr Automatisierung führt nicht automatisch zu mehr Kontrolle. Wo KI punktuell und ohne Governance eingesetzt wird, verschwimmen Verantwortlichkeiten, steigt die Komplexität – und das Vertrauen in KI-gestützte Entscheidungen schwindet.

Orchestrierung als Lösungsansatz: Führende Unternehmen setzen auf integrierte Plattformansätze, die Prozesse durchgängig abbilden und KI als eingebettete Intelligenz zur Steuerung, Priorisierung und Entscheidungsunterstützung nutzen – statt als isolierte Einzellösung.

Künstliche Intelligenz ist in Unternehmen angekommen. Pilotprojekte wurden umgesetzt, Use Cases identifiziert, Budgets freigegeben. Auf dem Papier schreitet die Transformation voran. In der Realität zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Viele KI-Initiativen bleiben isoliert, skalieren nicht und liefern keinen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg. Statt Klarheit entsteht neue Komplexität. Statt Effizienz wächst der Steuerungsaufwand.

Das eigentliche Problem ist dabei selten die Technologie. Es ist die Art und Weise, wie KI in Prozesse integriert wird. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen sollten, sondern warum so viele Initiativen trotz hoher Investitionen nicht den erwarteten Mehrwert liefern.

Ein zentraler Grund für das Scheitern vieler KI-Initiativen liegt in ihrer isolierten Einführung.

Dr. Rafael Arto-Haumacher, Managing Director DACH bei Esker

Das eigentliche Problem: KI ohne Prozesskontext

Ein zentraler Grund für das Scheitern vieler KI-Initiativen liegt in ihrer isolierten Einführung. Lösungen werden häufig punktuell implementiert, etwa zur automatischen Belegerkennung oder zur Priorisierung von Kundenanfragen. Was auf den ersten Blick effizient wirkt, erzeugt in der Praxis neue Brüche. Daten werden mehrfach verarbeitet oder bleiben in Silos. Entscheidungen sind nicht durchgängig nachvollziehbar. Prozesse enden an Systemgrenzen statt entlang des tatsächlichen Geschäftsablaufs. Im Ergebnis führt die punktuelle Automatisierung zu einem Transparenz- und Kontrollverlust über den Gesamtprozess.

Gerade im DACH-Markt wird dieses Spannungsfeld zunehmend kritisch bewertet. Hier stehen nicht nur Effizienzgewinne im Fokus, sondern vor allem Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Governance. KI darf nicht zur Black Box werden, insbesondere in finanznahen oder compliance-relevanten Prozessen.

Wenn Automatisierung zum Risiko wird

Diese Aussage könnte man gegebenenfalls noch mehr schärfen, beispielsweise: Mehr Automatisierung führt nicht automatisch zu mehr Kontrolle. Aktuelle Studien der Unternehmensberatung Deloitte beschreiben vielmehr ein wiederkehrendes Muster: Wo Automatisierung punktuell eingeführt wird, ohne in Prozesse und Governance eingebettet zu sein, steigt der Integrationsaufwand. Verantwortlichkeiten verschwimmen, Transparenz geht verloren – und Steuerung wird aufwendiger statt einfacher.

Je mehr isolierte Lösungen im Einsatz sind, desto größer wird die Komplexität. Unterschiedliche Logiken und Datenmodelle erschweren die Abstimmung. IT-Abteilungen verlieren den Überblick über Integrationen und Abhängigkeiten. Fachbereiche schaffen sich Workarounds außerhalb der Systeme. Gleichzeitig steigt das Risiko im Umgang mit KI-gestützten Entscheidungen. Wenn nicht klar ist, wie Ergebnisse zustande kommen, wird es schwierig, diese gegenüber internen Stakeholdern oder externen Prüfern zu rechtfertigen. Die Folge ist ein schleichender Vertrauensverlust, der eine skalierbare Nutzung von KI verhindert.

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