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Inferenz-Paradoxon KI-Kosten: Fünffacher Anstieg bei agentenbasiertem Workflow bis 2028

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Gartner prognostiziert, dass sich die KI-Inferenzkosten pro agentenbasiertem Workflow bis 2028 mehr als verfünffachen werden. Produktverantwortliche stehen dabei vor dem Inferenz-Paradoxon: Sinkende Stückkosten treiben die KI-Kosten in die Höhe, ohne einen Weg zu einem Mehrwert aufzuzeigen.

(Bild:  © Ridwan_DigitalGrid/stock.adobe.com – generiert mit KI)
(Bild: © Ridwan_DigitalGrid/stock.adobe.com – generiert mit KI)

Nach Prognosen von Gartner, Inc. werden sich die KI-Inferenzkosten pro agenten-basiertem Workflow bis 2028 mehr als verfünffachen. Da sich KI-Produkte von unterstützenden Funktionen hin zu mehrstufigen, agentenbasierten Prozessen entwickeln, stehen Produktverantwortliche vor einer neuen Herausforderung für ihre Margen. Zwar sinken die Preise für KI-Modelle, doch dadurch werden immer komplexere Workflows wirtschaftlich möglich. Mit der Folge, dass die Gesamtkosten für KI deutlich steigen. Das Management der Inferenzkosten ist deshalb zu einer der wichtigsten Prioritäten für Produktverantwortliche geworden.

Will Sommer, Senior Director Analyst bei Gartner, kommentiert: „Produktverantwortliche können nicht darauf setzen, dass eine effizientere Token-Ökonomie die KI-Kosten nachhaltig senkt. Jede neue Generation von KI-Funktionen benötigt mehr und häufig auch teurere Token. Ein verlässliches und wirtschaftlich tragfähiges Kostenmodell pro Einheit ist derzeit nicht in Sicht. Wer wettbewerbsfähige KI-Produkte entwickeln will, muss komplexe Ökosysteme aus mehreren Modellen aufbauen und dauerhaft betreiben.“

KI-Kosten: Drei wichtige Trends in der Token-Ökonomie

Gartner hat drei grundlegende Trends identifiziert, die die Token-Ökonomie vorantreiben:

  • Die Kostenstruktur von Basismodellen verbessert sich rapide.
  • Die gesteigerte KI-Effizienz ermöglicht den Einsatz leistungsfähigerer – und teurerer – Modelle, wodurch anspruchsvollere KI-Anwendungen mit höherem Mehrwert realisiert werden können.
  • Komplexere KI-Workflows verbrauchen weitaus mehr Token als einfache Chatbot-Interaktionen, was die gesamten Inferenzkosten in die Höhe treibt.

Diese Dynamik führt dazu, dass Token zwar kosteneffizienter werden, jedoch nicht in dem Maße, wie die Leistungsfähigkeit der KI und die damit verbundenen Kosten zunehmen. Das Innovationstempo übertrifft die Entwicklung der Kostenkurve. Das „Inference-Paradoxon“ führt dazu, dass verbesserte Unit Economics zu einer Eskalation der Gesamtkosten für KI führen, ohne einen klaren Weg zu einem angemessenen und vorhersehbaren Mehrwert aufzuzeigen.

„Die harte wirtschaftliche Realität dieses Inferenz-Paradoxons zeigt sich deutlich im Unterschied zwischen einem einfachen Chatbot und einem KI-Agenten“, so Will Sommer. „Während ein einfacher Chatbot eine Anfrage lesen und interpretieren sowie schnell eine wahrscheinlichkeitstheoretisch plausible Antwort liefern muss, ist ein KI-Agent gefordert, ständig Schlussfolgerungen zu ziehen, zu verhandeln und sich selbst zu hinterfragen.“

Die wirtschaftliche Realität des Inferenz-Paradoxons zeigt sich deutlich im Unterschied zwischen einem einfachen Chatbot und einem KI-Agenten

Will Sommer, Gartner

Vervielfachung der Inferenzkosten für Anbieter

Die Komplexität von KI übertrifft die sinkenden Token-Kosten.(Bild:  Gartner)
Die Komplexität von KI übertrifft die sinkenden Token-Kosten.
(Bild: Gartner)

All diese Aufgaben summieren sich. Im Vergleich zur Interaktion mit einem einfachen Chatbot vervielfachen sich die Inferenzkosten für den Anbieter, mindestens um das Fünffache, oft sogar noch stärker, wenn die Komplexität der Aufgabe zunimmt –, sobald eine Aufgabe an ein KI-Modell mit den Fähigkeiten einer Schlussfolgerung (Reasoning-Modell) weitergeleitet wird.

Um bei fortschrittlicher KI – etwa bei Reasoning-Agenten – einen Return on Investment (ROI) zu erzielen, sind entweder exponentiell höhere Erträge im Vergleich zu einfachen Modellen erforderlich oder aber eine hochgradig optimierte Abstufung der Inferenzebenen (Inference-Tiering), Routing-Strategien und Orchestrierung, um komplexe Aufgaben auf die jeweils kosteneffizienteste Intelligenzform abzustimmen. Beides ist durchaus machbar, erfordert jedoch erheblichen Aufwand bei der Gestaltung komplexer Arbeitsabläufe. „Wer standardmäßig auf generische autonome Intelligenz setzt, muss mit unkontrollierten Kosten rechnen, die um Größenordnungen über denen optimierter Produktökosysteme liegen“, betont Sommer.

Gartner unterstützt Führungskräfte der obersten Ebene (C-Level) und Technologieanbieter bei der Umsetzung von KI-Strategien zur Erreichung ihrer geschäftskritischen Ziele. Führungskräfte nutzen das KI-Tool „AskGartner“, um zu ermitteln, wie sie KI in ihrem Unternehmen gewinnbringend einsetzen können. Bei der Konferenzreihe Gartner IT Symposium/Xpo diskutieren Analysten von Gartner und die Konferenzteilnehmer, wie sie als Impulsgeber für Veränderungen in ihren Unternehmen agieren und KI für die digitale Transformation nutzen können.

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