Lösungen aus der Cloud zerstreuen Bedenken hinsichtlich der Profitabilität einer Smart Factory. Mit Industrial Internet of Things und Plattformen in der Cloud wie Microsoft Azure können auch kleine und mittlere Unternehmen den Weg zur intelligenten Fabrik kostengünstig beschreiten.
(Quelle: science-in-hd/unsplash)
Ende 2019 zählte Deutschland zusammen mit China und Japan zu den drei führenden Ländern, die intelligente Fabriken einführen wollten. Das war das Ergebnis einer Studie zu Smart Factories der Unternehmensberatung Capgemini. Doch eine neue Studie vom März 2021 trübt die Aussichten auf die Smart Factory. „Obwohl die Digitalisierung in den meisten deutschen Unternehmen ganz oben auf der Agenda steht, existiert die digitale Fabrik bislang erst in Ansätzen“, erklärt Oliver Knapp, Partner und Leiter der Innovationsplattform „Next Generation Manufacturing“ bei Roland Berger. So kommt die Studie „NextGen production“ zu dem Schluss, dass zwei von drei Projekten im Bereich Industrie 4.0 noch nicht über die Planungsphase hinausgekommen sind. Die vollständig digitalisierte Fabrik sei im deutschen Mittelstand noch keine Realität.
Smart Factory bietet großes Potenzial
Eine Entwicklung, die Experten mit Blick auf das große Potenzial der Smart Factory verwundert zurücklässt. „In den meisten Fällen sind die existierenden Anwendungen einzelfallbezogene Lösungen, entwickelt für ganz spezielle Aufgaben. Hier fehlt es an einer klaren Priorisierung und entsprechenden Strategien. Damit lassen Mittelständler Potenzial ungenutzt, ihre Abläufe zu optimieren und so ihre Position im internationalen Wettbewerb zu verbessern“, ist Knapp überzeugt. Der Studie zufolge lassen Entscheidungsträger vor allem Bedenken hinsichtlich der Profitabilität der Smart Factory zurückschrecken.
Dabei sind weder millionenschwere Budgets noch tiefgreifendes Expertenwissen nötig, um die Möglichkeiten des Industrial Internet of Things (IIoT) zu nutzen. Dank flexibler Plattformen in der Cloud wie Microsoft Azure können auch mittelständische Fertigungsbetriebe IIoT-Anwendungen schnell und kosteneffizient einführen. Selbst dann, wenn sie über keine eigene IT-Infrastruktur verfügen. Infrastructure-as-a-Service-Modelle (IaaS) ebnen Betrieben den Weg zu einer leistungsstarken und zugleich ressourcenschonenden IT-Infrastruktur. Hohe Einstiegsinvestitionen lassen sich so vermeiden und Ressourcen bei Bedarf flexibel skalieren.
Die Plattform von Microsoft bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen viele weitere Vorteile. So schafft Azure etwa das Fundament für innovative Anwendungen und vorgefertigte Lösungen. Dazu zählt zum Beispiel Connected Factory, die speziell auf intelligente Fabriken und vernetzte Produktionsprozesse abzielt. Mit der IoT-Lösung lassen sich betriebs- und wartungsrelevante Daten in Echtzeit auswerten, visualisieren und über ein Dashboard einsehen. Auf diese Weise lassen sich Qualitätsmängel in der Produktion, Teileverschleiß sowie drohende Maschinenausfälle frühzeitig erkennen. Dank vorausschauender Wartungen können Betriebe eingreifen, bevor es zu kostenintensiven Ausfällen in der Produktion kommt.
(Durch Industrial IoT werden Menschen, Maschinen und Produkte direkt miteinander vernetzt. (Bild: sam-moqadam/unsplash))
Smart Factory: Niedrigere Produktionskosten
Den geringen Investitionen gegenüber steht die Chance für Unternehmen, neue Geschäftsmodelle umzusetzen. Darüber hinaus trägt die Smart Factory zu niedrigeren Produktionskosten und schnelleren Prozessen bei. Die Basis dafür liefern vernetzte Systeme, leistungsstarke Sensoren, Kameras, Robotik, smarte Fördersysteme, RFID-Technik sowie Cloud-Plattformen, auf denen sich Daten barrierefrei zusammenführen lassen. Im IIoT sind Menschen, Maschinen und Produkte direkt miteinander vernetzt. Möglich sind beispielsweise autonom fahrende Gabelstapler, die Waren in Hochregale einlagern. Oder intelligente Maschinen, die bei Bedarf selbstständig Material nachordern oder eine Reparatur veranlassen. Mithilfe der intelligenten Produktion steigern Fertigungsbetriebe letztlich ihre Wettbewerbsfähigkeit und können schneller wachsen.
Auch der Implementierung passender Lösungen für das Industrial Internet of Things können Unternehmen gelassen entgegenblicken. Der Aufbau einer Smart Factory erfordert nicht einmal geeignete Fachkräfte oder besonderes Know-how. Stattdessen bietet etwa das Telekom Microsoft Cloud Solution Partner Programm (CSP²) mittelständischen Produktionsbetrieben den Zugang zu kompetenten IT-Dienstleistern und Systemhäusern sowie passgenauen IIoT-Lösungen – sowohl von Microsoft als auch von der Telekom Deutschland. Ein weiterer Vorteil: Unternehmen erhalten von ihrem Anbieter alles aus einer Hand, von der Infrastruktur aus der Cloud bis hin zur Konnektivität.
(Intelligente Maschinen können bei Bedarf selbstständig Material bestellen oder eine Reparatur veranlassen. (Bild: crystal-kwok/unsplash))
Werkzeughersteller macht großen Schritt Richtung Smart Factory
Als CSP²-Partner begleitet das Karlsruher Software- und IT-Beratungsunternehmen Objektkultur Software GmbH mittelständische Fertigungsbetriebe auf dem Weg Richtung Industrie 4.0. „Wir verstehen uns als Digitalisierungspartner für unsere Kunden – und zwar von der Entwicklung der Idee über Konzeptionierung und Implementierung bis hin zum Betrieb“, sagt Jean Hamacher, Gründer und Geschäftsführer der Objektkultur Software GmbH.
Stand: 16.12.2025
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Am Beispiel eines Werkzeugherstellers zeigt sich, wie dieser mithilfe der Objektkultur-Spezialisten der Smart Factory einen großen Schritt nähergekommen ist. Das Unternehmen wollte seine Werkzeugprodukte effizient verwalten, doch viele unterschiedliche Modellbezeichnungen und Einsatzgebiete führten zu einer fehlerhaften Verwendung der Produkte im Service. Die Lösung: intelligente Zuordnung. Heute sind die Werkzeugprodukte dank der Unterstützung von Objektkultur IoT-fähig. Im Azure IoT Hub von Microsoft werden die gesammelten Werkzeugdaten zusammengefasst, analysiert und die Informationen für den Service bereitgestellt. So lassen sich Fehler rechtzeitig erkennen und Ausfallschäden vermeiden. (sg)