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KI-Agenten im Einkauf

Einkauf: Agentische KI bietet Chance für den Mittelstand

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Die Digitalisierungslücke im Einkauf schließen

Der Mittelstand hat beim Thema digitaler Einkauf lange auf die großen eProcurement-Suiten geschaut und festgestellt: zu teuer, zu komplex, zu aufwändig. Das war oft richtig. Aber das Bild hat sich verändert. Agentic AI macht es heute möglich, erhebliche Effizienzgewinne im Einkauf zu realisieren – schrittweise, risikoarm und ohne komplette Systemumstellung. Wer jetzt mit einem klar definierten Piloten beginnt, kann innerhalb weniger Monate erste messbare Ergebnisse vorzeigen. Wer wartet, läuft Gefahr, dass seine Lieferanten die Technologie schneller adoptieren als er selbst – und dann auf Augenhöhe nicht mehr verhandelbar sind.

Die Empfehlung ist klar: Starten Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer Einkaufsprozesse. Identifizieren Sie die Bereiche, in denen Routinearbeit die meiste Zeit frisst. Und setzen Sie dort gezielt an – mit KI, die wirklich liefert.

FAQ: KI im Einkauf für den Mittelstand

Ist KI im Einkauf wirklich etwas für Unternehmen unserer Größe? 
Ja, und möglicherweise sogar besonders gut geeignet. Mittelständische Unternehmen haben oft schlankere IT-Strukturen und können neue Technologien schneller einführen als Großkonzerne. Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die Klarheit über den Einsatzbereich.

Brauchen wir dafür ein neues ERP-System? 
Nein. Moderne KI-Agenten können über Schnittstellen (APIs) an bestehende ERP-Systeme, Buchhaltungssoftware und Tabellenkalkulationen angebunden werden. Eine komplette Systemablösung ist in der Regel nicht notwendig.

Was kostet das? Das hängt stark vom gewählten Ansatz ab. Punktuelle KI-Lösungen für einzelne Prozesse (z. B. Rechnungsverarbeitung oder Spend Analytics) sind deutlich kostengünstiger als e-Procurement-Lösungen. Ein positiver Return on Investment ist daher meist innerhalb weniger Monate erreichbar.

Was passiert mit meinen Einkäufern – verlieren sie ihre Jobs? 
Nein, aber ihre Arbeit verändert sich. KI übernimmt die Routinearbeit, damit Einkäufer sich auf strategische Aufgaben konzentrieren können: Lieferantenbeziehungen, Verhandlungen, Kategorie-Strategien. Studien zeigen, dass die Jobzufriedenheit in KI-unterstützten Einkaufsteams steigt, weil die unliebsamen Administrationsaufgaben wegfallen.

Wie sicher sind KI-Systeme im Einkauf? Was, wenn der Agent einen Fehler macht? KI-Agenten sollten immer mit klaren Leitplanken und Eskalationsregeln ausgestattet sein. Hohe Ausgaben, unbekannte Lieferanten oder ungewöhnliche Situationen werden automatisch zur menschlichen Prüfung eskaliert. Jede Agentenhandlung wird protokolliert – das erhöht im Vergleich zu manuellen Prozessen oft sogar die Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Wie lange dauert die Einführung? Nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten kann ein erster Pilot oft schon nach 4 bis 8 Wochen einsatzbereit sein. Erste messbare Ergebnisse sind häufig schon nach wenigen Monaten sichtbar. Eine vollständige Skalierung über alle relevanten Einkaufsprozesse dauert in der Regel 12 bis 18 Monate.

Welche Daten brauche ich, um zu starten? Das hängt vom Use Case ab. Für die Rechnungsverarbeitung reichen historische Rechnungsdaten und Bestelldaten. Für Spend Analytics brauchen Sie strukturierte Ausgabendaten aus Ihrem ERP. Wichtiger als die Menge der Daten ist deren Qualität. Eine Datenbereinigung im Vorfeld ist immer empfehlenswert.

Muss ich alles auf einmal einführen? Nein, und das ist tatsächlich der empfohlene Ansatz. Beginnen Sie mit einem Use Case, beweisen Sie den Wert, und bauen den Einsatz Schritt-für-Schritt aus. Das reduziert Risiken und erhöht die Akzeptanz im Team erheblich.

EinkaufDr. Markus Pascher 
ist Procurement & Supply Chain Advisor. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Chief Procurement Officer in der Halbleiter-/Elektronik-, Konsumgüter-, Möbel- und Baubeschläge-Branche. Dabei hat er mehrfach Procurement-Organisationen transformiert, durch Krisen von Wertschöpfungs- und Lieferketten geführt und neue Technologien implementiert. 

Bildquelle: Dr. Markus Pascher

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