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Nachhaltigkeit in der IT

KI-Energieverbrauch: Effizienz wird zur Unternehmensaufgabe

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Transparenz als Hebel

Das Problem: Nachhaltigkeitsstrategie und IT-Realität sind oft entkoppelt. ESG-Ziele stehen im Geschäftsbericht, doch die Verbindung zur IT-Infrastruktur ist dünn. Gleichzeitig treiben Fachbereiche KI-Anwendungen voran, ohne deren Verbrauch zu erfassen. Es entsteht eine neue Spielart von „Shadow AI“. Diesmal nicht als Compliance-, sondern als Effizienzproblem.

Der erste echte Hebel heißt Transparenz. Unternehmen müssen wissen, welche KI-Anwendung welche Kosten und welchen Energieverbrauch verursacht. Klingt banal, ist aber anspruchsvoll. Cloud-Anbieter liefern zunehmend Daten, doch die sind oft weder vergleichbar noch granular genug. Und vor allem fehlt die Verknüpfung zum Geschäftswert: Welche Anwendung bringt welchen Nutzen – und rechtfertigt damit ihren Ressourcen-Hunger?

Die Verantwortung für nachhaltige IT lässt sich nicht mehr sauber einem Bereich zuordnen. CIO, CFO und Sustainability-Verantwortliche müssen enger zusammenrücken.

Konstantin Pfliegl, leitender Redakteur DIGITAL BUSINESS Magazin

Daraus folgt eine neue Steuerungslogik: KI-Projekte gehören nicht mehr nur nach Innovations-Potenzial bewertet, sondern auch nach Effizienz. In vielen Fällen tut es ein kleineres, spezialisiertes Modell genauso gut wie ein großes KI-Modell, bei einem Bruchteil des Verbrauchs. Auch die Architektur zählt: Muss wirklich jede Anfrage in die Cloud, oder läuft manches lokal besser?

Auch organisatorisch muss sich etwas bewegen. Die Verantwortung für nachhaltige IT lässt sich nicht mehr sauber einem Bereich zuordnen. CIO, CFO und Sustainability-Verantwortliche müssen enger zusammenrücken. Entscheidungen über KI-Einsatz, Infrastruktur und Budgets werden zur Gemeinschaftsaufgabe, was neue Abstimmungsprozesse und oft auch neue Zielsysteme erfordert.

Fazit

Bei aller Dringlichkeit lohnt der nüchterne Blick: Nicht jede grüne Lösung rechnet sich, und nicht jede KI-Anwendung rechtfertigt ihren Verbrauch. Unternehmen müssen lernen, diese Abwägungen bewusst zu treffen. Genau darin liegt die Chance. Wer KI effizient und zielgerichtet einsetzt, sichert sich gleich doppelt einen Vorteil – bei den Kosten und im Wettbewerb.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell Unternehmen diese Kurve kriegen. Eines steht jetzt schon fest: Nachhaltigkeit ist in der IT kein Randthema mehr. Dafür ist der Einfluss von KI auf Energie und Kosten schlicht zu groß geworden. Was lange als technisches Detail durchging, ist zur strategischen Frage geworden. Und die landet jetzt auf dem Tisch der Geschäftsführung.

KI-EnergieverbrauchKonstantin Pfliegl
ist leitender Redakteur für das e-commerce magazin und das DIGITAL BUSINESS Magazin. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Journalist für verschiedene Print- und Online-Medien.

Bildquelle: Foto Marquart, Tutzing

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