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Quantencomputing

Quantentechnologie: Zukünftige Politikpläne in Deutschland und Europa

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Quantentechnologie: Strategische Bedeutung für Sicherheit und Verteidigung

Politisch gilt die Quantentechnologie als „kritisch“, weil sie nicht nur wirtschaftlich relevant ist, sondern auch für Sicherheit und Verteidigung strategische Bedeutung hat. Die EU will ihre führende Forschung in industrielle Erfolge ummünzen. Sie beherbergt rund ein Drittel der weltweiten Unternehmen für Quantentechnologie und liefert fast die Hälfte der Hardware- und Softwarekomponenten.

Die Ausgestaltung der Quantentechnologie in Deutschland und Europa. Bild: BVDW e.V.(Bild:  BVDW e.V.)
Die Ausgestaltung der Quantentechnologie in Deutschland und Europa. Bild: BVDW e.V.
(Bild: BVDW e.V.)

Für Anwender bringt das vor allem mehr offene Plattformen, auf die man ohne eigene Hardware investieren zu müssen zugreifen kann. Ab 2026 sollen die EuroHPC-Quantenrechner ausgebaut werden, mit dem Ziel, bis 2030 Systeme mit 100 fehlerkorrigierten Qubits zu erreichen. Bis 2035 sollen Tausende fehlerkorrigierter Qubits erreicht werden. Diese Rechner sollen als Beschleuniger für bestehende Supercomputer fungieren, was vor allem für rechenintensive Bereiche wie KI-Training, Finanzmodellierung oder Materialsimulation interessant ist. Um den Schritt von Forschung zu Produktion zu schaffen, startet die EU 2025 sechs Pilotproduktionslinien im Rahmen des Chips Joint Undertaking, einer Initiative zur Stärkung der Halbleiter- und Quantenchipfertigung.

Ausbau der offenen Testumgebungen und Kompetenzzentren

Offene Testumgebungen und Kompetenzzentren (QCCs) werden in den nächsten Jahren ausgebaut und vernetzen Forschung, Industrie und Start-ups. Wer Quantenalgorithmen oder Hardwarekomponenten entwickelt, kann sich dort frühzeitig einbringen, um Standards mitzugestalten. Finanzierungsprogramme wie der European Innovation Council Fund sollen die Wagniskapital-Lücke schließen, während große Innovationswettbewerbe („Grand Challenges“) gezielt technologische Durchbrüche anstoßen, unter anderem bei fehlertoleranten Quantencomputern. Auch auf EU-Ebene gibt es Hürden: nationale Programme sind oft zersplittert, es fehlt an Großabnehmern aus der Industrie und bei Patenten liegt Europa zurück.

Beide Strategien sind so angelegt, dass sie sich ergänzen. Deutschland bringt seine Stärken in Forschung, Industrieanbindung und Pilotfertigung ein, während die EU für Koordination, Vernetzung und Marktentwicklung sorgt. Die politische Logik dahinter ist klar: Quantencomputer sind zu komplex und teuer, als dass einzelne Län- der oder Unternehmen allein die nötigen Investitionen stemmen könnten. Durch abgestimmte Programme sollen Doppelarbeit vermieden, Ressourcen gebündelt und europäische Anbieter gestärkt werden.

Förderprogramme erleichtern Einstieg in Quantentechnologie

Politisch betrachtet ist diese enge Verzahnung keine Selbstverständlichkeit. Nationale Strategien orientieren sich oft an kurzfristigen Regierungszyklen, während EU-Programme langfristiger angelegt sind und auf Konsens zwischen Mitgliedstaaten basieren. Die deutsche Hightech Agenda knüpft gezielt an die europäischen Ziele an und liefert Beiträge, die in den gemeinsamen Rahmen passen – von der Hardwareentwicklung über die Pilotfertigung bis hin zur Ausbildung von Fachkräften. Umgekehrt profitieren deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen von der europäischen Infrastruktur, den Finanzierungsinstrumenten und der internationalen Sichtbarkeit.

Für Unternehmen, Start-ups und Entwickler bedeutet das, das in den kommenden Jahren neue Testumgebungen, Förderprogramme und Produktionskapazitäten entstehen, die den Einstieg in Quantenanwendungen deutlich erleichtern. Wer früh dabei ist, kann nicht nur von politisch finanzierten Ressourcen profitieren, sondern auch Standards und Schnittstellen mitgestalten und so Einfluss auf die künftige Ausrichtung des europäischen Quanten-Ökosystems nehmen. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, aus der Vielfalt der Projekte konkrete Anwendungen zu entwickeln, die wirtschaftlich tragfähig sind. Der politische Rahmen ist dafür nun so ausgerichtet, dass nationale und europäische Initiativen ineinandergreifen und gemeinsam die kritische Masse schaffen, um Europas Position im globalen Wettbewerb nachhaltig zu stärken.

QuantentechnologieJanek Kuberzig
ist Public Affairs Manager Data & Technology im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW).

Bildquelle: BVDW

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