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Serie: KI-Technologie aus China KI-Offensive von China: KI-Systeme in Freizeit, Hotel und Gastronomie – Teil 23

Ein Gastbeitrag von Dr. Lili Yang, Chang Luo und Yinyu Chen 7 min Lesedauer

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China nutzt KI-Systeme in Tourismus, Gastronomie, Hospitality und Freizeitwirtschaft inzwischen als durchgängige digitale Infrastruktur – von der Inspiration über Buchung und Anreise bis zum Check‑in im Hotel, dem Restaurantbesuch und dem Erlebnis im Museum oder Freizeitpark. 

Das Marriott Hotel in Changzhou setzt Roboter für Housekeeping und Room‑Service ein.(Bild:  Marriott Hotel)
Das Marriott Hotel in Changzhou setzt Roboter für Housekeeping und Room‑Service ein.
(Bild: Marriott Hotel)

Für europäische Touristiker ist der chinesische Markt ein Labor für die Möglichkeiten generativer KI, Large Language Models (LLM), Robotik und Computer Vision im Betrieb. Der für Reisende sichtbarste Einstiegspunkt sind chinesische Online‑Travel-Plattformen wie Trip.com/Ctrip, Fliggy (Alibaba) oder Meituan Travel, die KI-Systeme heute tief in Suche, Empfehlung und Service integrieren. Trip.com/Ctrip nutzt LLMs, um mehrsprachige Kundenservices zu automatisieren und personalisierte Vorschläge für Hotels und Aktivitäten zu liefern – wichtig vor allem für den wachsenden Inbound‑Tourismus. Fliggy entwickelt die Plattform systematisch zu einem omni‑intelligenten Reisebetrieb weiter, bei dem KI nicht nur Preise optimiert, sondern auch Content generiert und ganze Reiserouten dynamisch kuratiert. Meituan wiederum kombiniert Restaurant‑, Freizeit- und Reiseangebote zu One‑Stop‑Paketen, die stark datengetriebene Empfehlungs-Logiken verwenden.

Mit dem 2025 gestarteten  Travel-Dienst Zhejiang geht China einen Schritt weiter. Die Provinz stellt erstmals ein KI‑gestütztes, offenes Tourismusmodell auf Provinzebene bereit. Das System basiert auf den großen Sprachmodellen Qwen (Alibaba) und DeepSeek und bündelt vier spezialisierte KI‑Agenten – virtuellen Reiseleiter, Hotelberater, Budgetplaner und lokalen Assistenten – in einem einzigen Frontend. Über einen einheitlichen Easy GO-QR‑Code verknüpft die Plattform Bezahlung, Eintritt zu Attraktionen, ÖPNV und Unterkunft, ergänzt um Funktionen wie Echtzeitübersetzung, KI‑Reisefotografie, App‑basierte Fahrdienste und Museums‑Audioguides. Zugänglich ist das Ganze pragmatisch über WeChat‑ und Alipay‑Mini‑Programme sowie Web‑App – ohne zusätzliche App‑Installation.

KI-Systeme in Smart Hotels und Hospitality

China nutzt Hotels als Testbett für KI‑gestützte Hospitality – bis hin zu Häusern, in denen Gäste kaum noch menschliche Interaktion benötigen, wenn sie das wünschen. Ein ikonisches Beispiel ist Alibabas FlyZoo Hotel in Hangzhou, das als Schaufenster für die hauseigenen KI‑Systeme konzipiert wurde. Im FlyZoo erfolgt der Check‑in über Gesichtserkennung an Self‑Service‑Terminals oder schon vorab per App; Fahrstühle und Zimmertüren identifizieren Gäste ebenfalls biometrisch. Im Zimmer steuert ein sprachgesteuerter Assistent Licht, Klima, Vorhänge und Room‑Service, während Service‑Roboter Speisen und Handtücher autonom zu den Zimmern bringen. Abrechnung und Check‑out laufen über Alipays Wallet und werden automatisch beim Verlassen des Zimmers ausgelöst.

Neben diesem Leuchtturmprojekt sind KI‑Features in der breiten Hotellerie angekommen: Tourismusberichte nennen zunehmend Hotels, die Chatbots als digitale Concierges einsetzen, biometrisches Check‑in nutzen oder Service‑Roboter für Gepäck, Housekeeping und Room‑Service einführen. Ein Beispiel ist ein High‑Tech‑Hotel in Chengdu, in dem Roboter nicht nur Speisen liefern, sondern Gäste mit Unterhaltung und Smalltalk begleiten – gestützt auf Spracherkennung und Dialog‑KI.

KI-Systeme in Restaurants und Smart Gastronomy

In der Gastronomie kombiniert China KI‑Automatisierung in Küche und Service mit datengetriebener Steuerung von Betrieb und Einkauf. Bereits seit einigen Jahren betreibt etwa Haidilao, die bekannte Hotpot‑Kette, smarte Restaurants, in denen Roboter Zutaten kommissionieren und an Tische bringen, während menschliches Personal sich stärker auf Service und Erlebnis konzentriert.

Ein häufig zitiertes Beispiel sind smarte Restaurants in Beijing und anderen Metropolen, in denen Roboterköche über 200 Gerichte zubereiten können. Intelligente Kochstationen – zum Beispiel von Anbietern wie Shanghai Aican Robot – regulieren Rührgeschwindigkeit, Temperatur, Öl‑ und Salzmenge automatisiert auf Basis vordefinierter Profile, wodurch Konsistenz und Effizienz steigen. Parallel rollen chinesische KI‑Anbieter wie iFlytek Telefon‑Roboter aus, die Reservierungen und Standardanfragen übernehmen, sowie Roboter‑Kellner, die Speisen an den Tisch bringen.

Roboter im 24 Jieqi Robot Restaurant in Hangzhou analysieren Roboter Gesichter und Zungen der Gäste.(Bild:  24 Jieqi Robot Restaurant)
Roboter im 24 Jieqi Robot Restaurant in Hangzhou analysieren Roboter Gesichter und Zungen der Gäste.
(Bild: 24 Jieqi Robot Restaurant)

An der vordersten Front operieren aktuell Konzepte wie das 24 Jieqi Robot Restaurant in Hangzhou, bei dem acht Roboter das Bestellen, Servieren, Reinigen und Kochen übernehmen und damit rund 60 Prozent der Küchenarbeit abdecken. Bevor Gäste bestellen, analysieren die Systeme Gesichter und Zungen, kombiniert mit kurzen Fragebögen, um Lifestyle, Emotionen und Verdauungsstatus abzuleiten. Daraus generiert die KI personalisierte, saisonal ausgerichtete Menü-Empfehlungen. Hochauflösende Visuals zu solchen Robot‑Restaurants finden sich bei internationalen Medienberichten – etwa Bildstrecken zu Küchenrobotern und Servicerobotern in ostchinesischen Restaurants – und lassen sich über News‑Portale oder Stock‑Video‑Plattformen wie Newsflare in geeigneter Qualität lizenzieren.

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Smart Tourism in Städten, Destinationen und Freizeitparks

Neben Plattformen und Betrieben entstehen in China komplette Smart‑Tourism‑Ökosysteme in Städten und Regionen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kombination aus Tourismus‑LLMs, AR‑Navigation und Echtzeitdaten zu Besucherströmen, Verkehr und lokaler Infrastruktur.

Beispielhaft ist neben Zhejiang die Stadt Yangzhou, die eine smarte Tourismusplattform mit intelligenter Führung, Routenplanung und interaktiven Erlebnissen aufgebaut hat. Touristen können über digitale Assistenten Inhalte abrufen, sich durch Sehenswürdigkeiten lotsen lassen und Services wie Tickets oder Transport bündeln. Shanghai wiederum betreibt mit Hu Xiao You ein KI‑gestütztes Tourismus‑System, das in Echtzeit Informationen zu Attraktionen, Gastronomie, Verkehrsfluss und sogar Toilettenstandorten aggregiert und über digitale Kanäle zugänglich macht.

Auch klassische Scenic Spots werden digitalisiert. Der Mount‑Tai‑Nationalpark in Shandong kooperiert mit China Unicom und Baidu Maps, um intelligente Tourismuslösungen aufzubauen. Neben einer gemeinsamen Mount Tai–Baidu Map Intelligent Tourism Innovation Center-Initiative umfasst die Zusammenarbeit KI‑Tourguides, intelligente Besucherlenkung und datenbasierte Marketing‑Instrumente. Ähnlich vernetzen Scenic Spots wie Huangshan oder Lushan ihre Besucherservices mit DeepSeek‑basierter Interaktion, virtueller Begleitung und AR‑Navigation.